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Champions League : Bremen blamiert sich gegen Panathinaikos Athen

  • -Aktualisiert am

Frust pur: Bremen verlor das wichtige Spiel gegen Panathinaikos Athen Bild: ddp

Es sollte der große Schritt in Richtung Achtelfinale der Champions League werden - für Bremen wurde es indes zur Blamage. Gegen Panathinaikos Athen verlor Werder zuhause mit 0:3. Dennoch sind die Hanseaten noch nicht ausgeschieden.

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          Nach einer schwachen Leistung gegen Panathinaikos Athen helfen Werder Bremen nur noch zwei Siege in den letzten beiden Spielen der Champions League Gruppe B. Die Griechen gewannen am Dienstagabend verdient 3:0 in Bremen und kommen jetzt auf vier Punkte. Werder rutscht mit drei Punkten aus vier Spielen auf den letzten Rang (siehe auch: Der 4. Spieltag der Champions League im Überblick).

          Will Werder tatsächlich noch das Achtelfinale erreichen, müssen die Bremer wahrscheinlich bei Anorthosis Famagusta auf Zypern und im letzten Heimspiel gegen Inter Mailand siegen. In der Form vom Dienstag dürfte beides unmöglich sein, denn auch die Zyprer sind keineswegs Kanonenfutter (siehe auch: Champions League: Barcelona und Lissabon weiter - Pleite für Chelsea).

          Eine derart hohe Niederlage ist peinlich für Bremen

          Werder kam mühsam ins Spiel, erarbeitete sich kaum Chancen, kassierte in der 58. Minute das 0:1 durch Mantzios und hatte die Partie verloren, als der beste Profi des Abends, Karagounis, in der 70. Minute zum 2:0 für Athen traf. Tzilios ließ das 3:0 folgen (83.). Eine derart hohe Niederlage, das war schon peinlich für die Bremer.

          Es lässt sich nicht leugnen: Die Anzeigetafel dokumentiert Bremens Blamage
          Es lässt sich nicht leugnen: Die Anzeigetafel dokumentiert Bremens Blamage : Bild: dpa

          Nach dem Rückstand war es hilflos, was Werder probierte - der Mannschaft fehlt der Punch früherer Champions-League-Schlachten. Vom Glauben an die eigene Klasse war an diesem kühlen Abend vor 35.000 Zuschauern nichts zu sehen. So dürfte der Traum vom Achtelfinale wieder einmal ausgeträumt sein. Ein enttäuschendes vorläufiges Fazit, hatte sich Werder in dieser Gruppe doch gute Chancen ausgerechnet, weiter zu kommen.

          Abgezockter als die unentschlossenen Bremer

          Mit dem Beginn der Rückrunde in der Champions League sollte für Werder Bremen die sieglose Zeit in der Gruppe B zu Ende gehen. Drei Mal hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf in dieser europäischen Spielzeit bisher unentschieden gespielt; zweimal hätte es fast für einen Sieg gereicht - bei den Zyprern von Anorthosis Famagusta und bei Inter Mailand. Drei Mal nicht gewonnen, das sorgte in Bremen aber auch dafür, dass die Heimpartie gegen Panathinaikos Athen zu einem Schlüsselspiel für den weiteren Verlauf der fünften Bremer Champions-League-Teilnahme hintereinander werden würde.

          Dass die Athener eine Mannschaft auf Augenhöhe sind, hatte Werder schon beim mühsamen 2:2 in der griechischen Hauptstadt vor zwei Wochen gemerkt. Und beim Rückspiel waren die Athener fast zu jeder Zeit abgezockter als die irgendwie unentschlossenen Bremer. Zwar ist Panathinaikos derzeit nur Vierter der griechischen Tabelle, doch Werder muss ja selbst erst noch den schwarzen Oktober mit sechs sieglosen Spielen verdauen.

          Simao nimmt Spiellenker Diego in eine echte Manndeckung

          Es war dann doch nicht die erwartete komplette Offensive, mit der Athen bezwungen werden sollte - Schaaf entschied sich für die deutlich defensivere Variante und brachte nicht Aaron Hunt für den gesperrten Torsten Frings, sondern Jurica Vranjes. Frings saß nach seinem Versöhnungsgespräch mit Bundestrainer Joachim Löw in Berlin auf der Tribüne des Weserstadions.

          Nach dem 5:1 in der Bundesliga gegen Berlin am Samstag hatte man sich neuen Schwung von Werder erhofft. Doch die Mannschaft hat derzeit große Probleme, das gewohnt druckvolle, schnelle Spiel aufzuziehen. Athen war ein Gegner, der sich bei Bremer Ballbesitz schnell zurückzog und massiert vor dem eigenen Strafraum stand; zudem nahm ihr Mittelfeldspieler Simao Bremens Spiellenker Diego in eine echte Manndeckung.

          Werder hinten verwundbar und vorn ungefährlich

          Werder kam mühsam ins Spiel, weil nicht durch der Spielfluss stockte, sondern auch geniale Einzelaktionen ausblieben. So war Giorgos Karagounis der auffälligste Spieler der ersten Halbzeit - der Mittelfeldspieler von Panathinaikos war mit seinen Standards jederzeit gefährlich und schoss einen Freistoß in der 35 Minute über den verdutzten Tim Wiese im Bremer Tor hinweg an die Latte; den anschließenden Kopfball von Mantzios fing Wiese.

          Bremens beste Chance war ein Schuss des emsigen Schweden Markus Rosenberg; er prüfte den unsicheren Torwart der Athener, Mario Galinovic, mit einem Schuss aus 25 Metern. Ohne Erfolg. Werder wirkte hinten verwundbar und vorn ungefährlich, und es gab vereinzelte Pfiffe, als die Teams in die Kabine gingen.

          So hat Werder in der Champions League nichts verloren

          Dieser Trend verstärkte sich noch nach der Pause, und als der Athener Mantzios, 2008 eine Halbserie bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, den Bremer Verteidiger Pasanen ausspielte und zum 1:0 einschoss, war die Bremer Ratlosigkeit bis auf die Tribüne spürbar.

          Werder rannte an, war aber geschlagen, als Karagounis den Ball in der 70. Minute optimal volley traf und das Spielgerät sich über Wiese hinweg ins Netzt senkte. Auch Schaaf hatte seinen Anteil an der Niederlage - der Tausch des guten Vranjes gegen den schwachen Hunt brachte nichts ein. Das 3:0 der Athener durch Tziolis in der 83. Minute begleiteten die Fans mit schrillen Pfiffen: so hat Werder in der Champions League nichts verloren.

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