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Champions League : Bayern und der Robben-Faktor

  • -Aktualisiert am

Bei seinem Comeback in der Bundesliga fehlte ihm der Bezug zu seinen Mitspielern Bild: dpa

Obwohl die von ihm erhoffte Wirkung gegen Dortmund ausblieb, darf Robben auch gegen Villarreal von Anfang an spielen. Doch der Niederländer hilft den Münchnern nur in Bestform.

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          Gewöhnlich kann es Arjen Robben nicht schnell genug gehen. Auf dem Platz sowieso, aber auch nach seinen Verletzungen, und davon gab es schon genügend in seiner Profikarriere, hat er keine Zeit zu verlieren. Aber dieses Mal war dem 27 Jahre alten Niederländer vom FC Bayern München das Tempo dann doch ein bisschen zu hoch. „Normalerweise fängt man von der Bank an und kann langsam in den Rhythmus kommen“, sagte er nach seinem 70-Minuten-Einsatz am Samstag gegen Dortmund.

          Er hatte wohl eher damit gerechnet, in der Champions-League-Partie an diesem Dienstag gegen den FC Villarreal in der Startelf zu stehen. Gegen die noch punktlosen Spanier im vorletzten Gruppenspiel genügt den Münchnern ein Unentschieden, um sich endgültig für das Achtelfinale zu qualifizieren. Die Hoffnung auf eine weniger intensiv geführte Begegnung als die am Samstag ist nicht unbegründet. Die Schambeinentzündung, an der Robben seit August laboriert und die, wie sein Vater Hans im niederländischen Fernsehen erzählte, noch immer Beschwerden verursacht, „war die schlimmste Verletzung meines Lebens“, sagt der Spieler. „Man kann sie nicht einschätzen und die Heilung ist schwer. So etwas habe ich trotz einiger Verletzungen noch nie erlebt.“

          Es waren die besonderen Umstände, die den Bayern-Trainer gegen Dortmund auf den Robben-Faktor setzen ließen. Nach dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger und Anatoli Timoschtschuk wollte Jupp Heynckes, wie Robben sagte, „mehr Erfahrung“ auf dem Platz haben und zog ihn deshalb dem jungen David Alaba vor. Obwohl die erhoffte Wirkung ausblieb, darf Robben auch gegen Villarreal von Anfang an spielen. Er müsse ihn „so schnell wie möglich heranführen“, sagt Heynckes.

          Schweinsteigers Ausfall ist einerseits eine gute Gelegenheit für Heynckes, Robben zu integrieren, ohne ein intaktes Gefüge verändern zu müssen. Wenn Toni Kroos die vakante Position im Zentrum übernimmt, ist in der Offensive ein Platz frei. Andererseits birgt die Rückkehr von Robben auch Gefahren. Er braucht zwar meist nach längeren Pausen nicht viel Anlaufzeit, um ins Spiel zu kommen, aber es fehlt ihm oft die Geduld und noch öfters die Einsicht, dass auch er sich dem Konkurrenzkampf stellen muss. Schon am Samstag hatte er gegen Villarreal mehr als einen Kurzeinsatz gefordert: „Ich brauche den Rhythmus, ich brauche Spiele, um fit zu werden und auf mein Niveau zu kommen.“

          Noch auf Formsuche: Arjen Robben

          Als die Bayern im September und Oktober die Gegner nach Belieben dominierten und sich in bestechender Form präsentierten, war bereits diskutiert worden, ob für Robben nach dessen Genesung überhaupt noch Platz sei in der bestens funktionierenden Mannschaft. Er hatte bis zu seiner Leistenoperation nur 168 Minuten gespielt, dabei zwar zwei Tore erzielt, aber es lief ohne ihn eben nicht schlechter. Thomas Müller spielte auf der rechten Seite auf hohem Niveau, ebenso Franck Ribéry auf der anderen Seite. Und Toni Kroos rechtfertigt im Zentrum das Vertrauen des Trainers mit starken Leistungen. Zudem gab und gibt es noch immer Zweifel, ob Robben jemals verstehen will, dass das Spielfeld nicht kurz hinter der Mittellinie endet, sondern auch Offensivspieler Defensivaufgaben übernehmen müssen.

          Allerdings, das wissen die Bayern, hat er eben auch die Gabe, mit einer einzigen genialen Aktion ein Spiel zu entscheiden. „Mit ihm“, ist sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sicher, „sind wir noch stärker.“ Mit einem Arjen Robben in Bestform jedenfalls.

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