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Champions League : 1:2 - Bremen verliert bei Lazio Rom

  • Aktualisiert am

Das 1:0 - Rocchi im Elfmeter-Nachschuss gegen Torwart Wiese Bild: REUTERS

Jetzt wird es sehr schwer für Werder: Nach dem 1:2 bei Lazio Rom sind die Chancen, ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen, gesunken. Rocchi traf doppelt, Diego war per Elfmeter erfolgreich - und sah dann Rot.

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          Werder Bremen hat sich in der Champions League bis auf die Knochen blamiert. Nach der verdienten 1:2 (0:0)-Niederlage am Dienstag abend im wichtigen Auswärtsspiel bei Lazio Rom fiel der Fußball-Bundesligaverein auf den letzten Platz der C-Gruppe zurück und muss um den Einzug ins Achtelfinale bangen.

          Tommaso Rocchi riss die desolate Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf mit seinem Doppelschlag (57./68. Minute) aus allen Träumen, Diego konnte den Schaden mit seinem Foulelfmeter (88.) auch nicht mehr verhindern. In der Nachspielzeit sah der beste Bremer sogar noch die Rote Karte. Das Führungstor fiel kurios: Rocchi verwandelte einen Foulelfmeter erst im Nachschuss, nachdem Werder-Keeper Tim Wiese den schon abgewehrten Ball nicht unter Kontrolle bekam. Naldo hatte zuvor Mourad Meghni ungeschickt von den Beinen geholt.

          Werder wirkt das ganze Spiel über verunsichert

          Lazio übernahm vor 30.000 Zuschauern im Olympiastadion auch ohne seinen verletzten Top-Torjäger Goran Pandev, für den Stephen Makinwa stürmte, sofort die Initiative und setzte die verunsicherten Gäste unter Dauerdruck. Die in sieben Bundesliga-Spielen ungeschlagenen Bremer konnten von Glück reden, dass sie nicht viel früher in Rückstand gerieten.

          Mit Haken und Ösen im Römer Olympiastadion
          Mit Haken und Ösen im Römer Olympiastadion : Bild: AP

          Werder wirkte über 90 Minuten verunsichert und baute die Italiener mit vielen Fehlern auf. Bereits nach sechs Minuten vergab Rocchi überhastet die Chance zur Führung, danach scheiterte Guglielmo Stendardo (11.). Den Hinterhaltschuss von Luciano Zauri konnte Werder-Keeper Tim Wiese gerade noch mit den Fäusten abwehren (13.), dann verzog Meghni (20.). Die größte Chance der Gastgeber machte Wiese zunichte, als er einen knallharten Schuss von Makinwa reaktionsschnell parierte (22.).

          Nach 30 Minuten muss der Kapitän vorn Bord

          Die Mannschaft von Trainer Delio Rossi zog gegen die personell geschwächten Gäste unbeirrt ihr Offensivspiel auf. Sechs gute Chancen innerhalb von 16 Minuten sagten alles. Schaaf musste wie zuletzt in der Bundesliga auf acht Spieler, darunter Torsten Frings, verzichten. Dafür stand Clemens Fritz wieder in der Anfangsformation, der Finne Petri Pasanen rückte auf die linke Abwehrseite.

          Bereits nach einer halben Stunde musste Kapitän Frank Baumann von Bord: Der 32-Jährige trabte mit blutender Nase vom Rasen. Diagnose des Mannschaftsarztes: Nasenbeinbruch. Für den Routinier kam der Däne Daniel Jensen, der zuletzt wegen einer Knieverletzung pausiert hatte. „Eigentlich machen wir genau das Gegenteil von dem, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Manager Klaus Allofs dem TV-Sender Premiere in der Halbzeitpause. „Wir wollten Druck machen und bei Ballbesitz Anspielmöglichkeiten schaffen.“

          Ältester Torwart pariert in Weltklasse-Manier

          Dagegen boten die Hanseaten die schwächsten Leistung in dieser Champions-League-Saison: Nach vorn lief gar nichts, „Stockfehler“ und Fehlpässe ließen keinen geordneten Spielfluss zu. Hochkarätige Chancen: null. Neben dem bis auf seinen Fehler beim 0:2 starken Wiese erreichte nur Diego in Ansätzen Normalform. In der 50. Minute hatte er sogar die Chance zur Führung, doch der 43 Jahre alte Lazio-Torhüter Marco Ballotta - der älteste aktive Champions-League-Profi - musste nicht eingreifen. Einen Freistoß von Naldo (66.) parierte der „Oldie“ in Weltklasse-Manier.

          „Wir haben über die gesamten 95 Minuten nichts ins Spiel gefunden. Es war schade, dass wir es Lazio so einfach gemacht haben“, sagte Schaaf dem Pay-TV-Sender Premiere. Seine Mannschaft habe einfach nicht die Ruhe und Ballsicherheit gehabt. „Wir hatten gehofft, dass der Motor irgendwann mal anspringt - es sollte heute nicht sein.“

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