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Carlos Dunga : Schluss mit dem brasilianischen Fußballzirkus

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Keine Umwege: der brasilianische Nationaltrainer Carlos Dunga liebt es direkt Bild: AFP

Entschlossen, effektiv, erfolgreich: Fußball-Nationaltrainer Carlos Dunga hat die brasilianischen Spielernaturen gebändigt. Beim Confederations Cup in Südafrika ist mit ihnen nicht zu spaßen. Die Italiener sollen das am Sonntag spüren.

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          Wenigstens einer darf noch aus der Reihe tanzen: Robinho. Der 25 Jahre alte Individualist alter brasilianischer Künstlerprägung spielt in der neuen Seleão die Rolle des artistischen Entertainers aber auch nur noch dann, wenn aus Kunst Effektivität werden soll. Beim Confederations Cup in Südafrika hat der 25 Jahre alte Angreifer von Manchester City beim 3:0-Sieg über die Vereinigten Staaten im zweiten Spiel der Gruppe B sein erstes Tor erzielt (siehe auch: Confederations Cup: Brasilien nach 3:0-Erfolg praktisch im Halbfinale).

          Es sah ganz einfach aus, wie der Ballliebhaber das 2:0 für sein Team schoss und dabei von einem mustergültig über vier Stationen inszenierten Konter profitierte. Danach spielte der bei Pelés Klub FC Santos fußballerisch inspirierte und bei Real Madrid und in Manchester sozialisierte Profi sein Vergnügen an seinem Spiel gegenüber einem Fernsehreporter aus, dem er mitten im brasilianischen Torjubel flink noch ein Kurzinterview schenkte.

          Brasilien – der zweimalige Gewinner und Titelverteidiger dieser Erdteilmeisterschaft des Internationalen Fußball-Verbandes steht immer, auch unter dem auf Diszplin und Ordnung achtenden Trainer Carlos Dunga, für das Spektakel und Außergewöhnliche. Damit ist die Seleção über viele Jahrzehnte zum Herz-König aller Fußball-Schwärmer aufgestiegen.

          Nicht mehr gefragt in der Selecao: Ronaldo

          „Standardsituationen sind ein Charakteristikum des Fußballs“

          Auch Dungas Ensemble beweist in Südafrika auf Schritt und Tritt, welche Nation vor allen anderen das Fußballspiel im Blut hat. Und doch ist das jetzige Team des größten südamerikanischen Landes auch ganz anders als die meisten seiner Vorgänger. Zur zauberhaften Qualität der Spieler kommt ihre neue Entschlossenheit sowie ein unerschütterlicher Teamgeist, der in den Zeiten des großen Fußballzirkus mit Koryphäen wie Ronaldo, Ronaldinho oder Adriano vorneweg nicht immer stark ausgeprägt war.

          Unter Dunga, 1994 Kapitän der schmucklosesten brasilianischen Weltmeistermannschaft, die es je gab, ist Brasilien an die Basis des Spiels zurückgekehrt, sind Kunstarbeiter gefragt, die Tag für Tag an der Vervollkommnung ihrer Möglichkeiten feilen. So haben die seit 2006 von diesem ehemaligen Bundesligaprofi des VfB Stuttgart angeleiteten, geförderten und inzwischen weit vorangekommenen Stars inzwischen die Attitüde ihres Vormanns angenommen: zäh und beharrlich ihr Spektrum zu erweitern.

          So waren die Brasilianer früher nicht für ihre Gefährlichkeit bei den sogenannten Standardsituationen bekannt. In Südafrika aber haben sie schon drei Kopfballtreffer nach Freistößen oder Eckbällen erzielt und damit eine wichtige Vorgabe ihres Trainers erfüllt. „Standardsituationen“, sagt Dunga, „sind ein Charakteristikum des Fußballs, also üben wir sie ständig.“ Der früher knochenharte Organisator des defensiven Mittelfeldspiels ist mit seiner Mannschaft nun schon seit dreizehn Spielen unbesiegt, hat mit Brasilien 2007 die Copa America gewonnen und führt dazu mit der Seleção die südamerikanische WM-Qualifikation an (siehe auch: WM-Qualifikation: Russland folgt Deutschland - Argentinien verliert).

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