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BVB-Verteidiger Subotic : „England als Traum - aber es eilt nicht“

  • Aktualisiert am

Mann mit Zielen: Neven Subotic träumt von der Weltkarriere Bild: dapd

Neven Subotic ist eine Fels in der Dortmunder Innenverteidigung: Im Interview spricht er über Zusammenhalt, die Scheu beim BVB vor dem Wort Meisterschaft und Trainer Klopp als seinen Entdecker.

          4 Min.

          Sie haben einen LKW-Führerschein. Wofür brauchen Sie den?

          Es ist kein richtiger LKW-Führerschein, aber ich darf jetzt auch Autos bis 7,5 Tonnen fahren. Ich brauche diese Fahrerlaubnis, damit ich im Urlaub ein richtig großes Wohnmobil fahren darf.

          Sie machen Camping, obwohl Sie sich die teuersten Hotels leisten könnten?

          Manchmal schon. Letzten Sommer bin ich mit drei Kumpels in den Süden gefahren, über die Schweiz und Italien bis nach Kroatien. Es war sehr warm und das Meer nur ein paar Meter von unserem Campingplatz entfernt. Wir haben jeden Tag gegrillt. Das war herrlich, mal was anderes.

          Nicht nur im Urlaub sind Sie viel unterwegs. Als Serbe in Bosnien-Hercegovina geboren, sind Sie mit ihren Eltern nach Baden-Württemberg geflohen, später in die Vereinigten Staaten übergesiedelt und mit siebzehn Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Wo fühlen Sie sich zu Hause?

          Ich weiß natürlich, wo ich herkomme. Viele meiner Verwandten wohnen noch in Bosnien-Hercegovina. Ich habe dort nur ein Jahr verbracht. Meine Eltern und meine Schwester leben in den Vereinigten Staaten. Aber ich sehe meine Heimat hier in Dortmund. Hier komme ich hin, wenn ich nach Hause gehe.

          Ihr Talent wurde in den Vereinigten Staaten eher zufällig entdeckt. Wie kam es dazu?

          Ich habe mit meinem Vater auf einer Wiese im Park gekickt, nur so zum Spaß. Da kam zufällig ein Nachwuchstrainer der amerikanischen U-17-Auswahl vorbei, und ich habe ihn gefragt, ob ich mal mittrainieren darf. Er hat mich zum Probetraining eingeladen und dann in die Akademie aufgenommen. Dort gab es vierzig Plätze für Jugendnationalspieler, ich war der einundvierzigste, aber ich brauchte zum Glück keinen Internatsplatz, weil meine Eltern ganz in der Nähe wohnten. Also durfte ich bleiben. Der Trainer, der mich damals entdeckt hat, war übrigens letzte Woche noch in Dortmund und hat sich unser Spiel angesehen.

          Zweikampfstark: Subotic im Pokalduell mit Olivier Occean
          Zweikampfstark: Subotic im Pokalduell mit Olivier Occean : Bild: dpa

          Ihre Geschichte erinnert an die berühmte Tellerwäscherkarriere.

          Ja, so ungefähr war es. Ich wollte es unbedingt mit dem Fußball probieren. Aber vorher habe ich in Amerika auch verschiedene andere Jobs gemacht. Gekellnert habe ich zwar nicht, aber ich habe Klaviere transportiert und sie dann im Konzertsaal oder bei den Leuten zu Hause aufgebaut. Auch als Gärtner habe ich gearbeitet.

          Wie sind Sie in den Profifußball gekommen?

          Als ich mit der Jugendnationalmannschaft auf Tour war, hat mich in Holland ein Berater angesprochen, ob ich Lust hätte, es in Europa zu versuchen. Damals war das für mich ein verrückter Gedanke. Ich wollte natürlich gerne, fand es aber unrealistisch. Ich war siebzehn, und die Jugendlichen hier hatten doch eine viel bessere Ausbildung, dachte ich. Aber der Berater sagte, ich hätte das Zeug zum Profi, und arrangierte ein Probetraining bei Mainz 05. Jürgen Klopp hat gefallen, was er da von mir gesehen hat. Also bekam ich einen Amateurvertrag, der bald in einen Profivertrag umgewandelt wurde.

          Was haben Sie Trainer Klopp zu verdanken?

          Er hat mich in Mainz angenommen und mir einen Supereinstieg ermöglicht. Es war am Anfang nicht einfach als so junger Spieler in einer Profimannschaft, zudem begann meine Karriere in einem Abstiegsjahr. Aber Kloppo hat mir Mut gemacht und mich gefördert. Er hat ein Potential in mir erkannt, das sonst wenige gesehen haben.

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