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Borussia Dortmund : Roman und Roman statt Roman oder Roman?

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Einer oder beide: Vielleicht verteilt Trainer Thomas Tuchel die Aufgaben an seine beiden Torhüter Roman Weidenfeller (links) und Roman Bürki Bild: Picture-Alliance

Zwei Stammtorhüter statt nur einem? Der neue BVB-Trainer Thomas Tuchel erwägt vor der Europa-League-Qualifikation gegen Wolfsberg eine Torwartrotation nach dem Vorbild des FC Barcelona.

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          Roman oder Roman? Noch immer steht bei Borussia Dortmund die Entscheidung aus, wer in Zukunft als Nummer 1 das Tor hüten wird. Auch am Tag des Rückspiels in der Europa-League-Qualifikation gegen den Wolfsberger AC (20.30 Uhr/ Live in ARD und im Europa-League-Liveticker bei FAZ.NET) und gut eine Woche vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison will sich BVB-Trainer Thomas Tuchel nicht auf Weltmeister Roman Weidenfeller oder Neuzugang Roman Bürki festlegen.

          „Es ist ein großes Thema, weil Torwart-Entscheidungen immer eine gewisse Grundsätzlichkeit beinhalten. Das wird international aber gerade aufgeweicht, siehe ter Stegen in Barcelona“, sagte der Fußball-Lehrer mit Bezug auf die Situation beim spanischen Meister. Dort war der deutsche Schlussmann Marc-André ter Stegen in der vorigen Saison nur in den Champions-League-Spielen und im nationalen Pokal zum Einsatz gekommen und gewann beide Wettbewerbe. Eine ähnliche Lösung wollte Tuchel auch für den BVB nicht ausschließen: „Alle Konstellationen sind denkbar“, sagte er am Mittwoch und fügte an: „Ich möchte möglichst entspannt sein dabei, weil ich eine große Wertschätzung gegenüber beiden Torhütern habe. Beide machen das herausragend gut.“

          Auch Klopp rotierte bereits

          In der vergangenen Saison hatte Tuchels Vorgänger Jürgen Klopp bereits ein ähnliches Modell praktiziert, indem er im Pokalwettbewerb dem mittlerweile zum VfB Stuttgart abgewanderten damaligen Weidenfeller-Ersatz Mitch Langerak Einsatzzeiten garantierte. Langerak bestritt damals auch das DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg, das Dortmund verlor. In der Champions League sowie mit Ausnahme einer kurzen Verbannung auf die Bank zum Hinrundenende war freilich Weidenfeller gesetzt.

          Nur einer schaut sicher zu: Roman Weidenfeller (l.)und Roman Bürki (r.) rahmen den dritten Schlussmann  Hendrik Bonmann ein

          Nachdem im Hinspiel in Klagenfurt Bürki im Tor gestanden hatte, darf sich an diesem Donnerstag gegen den Wolfsberger AC nun Weidenfeller bewähren, wenn der BVB vor einer Rekordkulisse spielen wird. Einschließlich der Dauerkarten wurden bisher bereits 63.000 Tickets verkauft - das gab es für einen deutschen Klub in der Qualifikation zur Europa League noch nie.

          Diesen erstaunlichen Zuspruch der zuletzt an die Königsklasse und namhaftere Konkurrenz gewöhnten Fans empfindet Trainer Thomas Tuchel als zusätzlichen Anreiz für sein Heimdebüt: „Das ist die Energie, auf die ich mich besonders freue. Sie soll uns zu besonderer Kraft verhelfen - und das soll gegen Wolfsberg beginnen.“

          Komfortable Ausgangslage

          Für die meisten BVB-Anhänger gilt es bereits als ausgemachte Sache, dass ihr Klub bei der Auslosung der Playoffs (20. und 27. August) um die Teilnahme an der Gruppenphase einen Tag nach der Partie noch dabei ist. Schließlich verhalf das 1:0 im Hinspiel zu einer komfortablen Ausgangslage. Mit der Favoritenbürde kann Tuchel nach eigenem Bekunden gut leben: „Wir trauen uns zu, dominant auftreten. Das wird man unserem Spiel anmerken. Wir sind eine Woche weiter.“ Auch Kapitän Mats Hummels ist guter Dinge, dass die Mannschaft ihren Beitrag zur leichteren Integration des neuen Trainers leistet: „Wir erwarten von uns, dass wir das Weiterkommen regeln, die Partie souverän angehen und nichts zulassen.“

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          Eine Zitterpartie wie vor einer Woche in Klagenfurt, als der Rhythmus nach dominanten 60 Minuten vollends verloren ging, will sich die Borussia unter allen Umständen ersparen. Vor allem bei Standards erwies sie sich nicht nur im Hinspiel, sondern schon in der Vorbereitung als anfällig. „Wir müssen die Aufmerksamkeit und Aggressivität bei ruhenden Bällen erhöhen“, forderte Tuchel und setzte beim Training entsprechende Akzente. Zur Erleichterung des Fußball-Lehrers meldeten sich die zuletzt leicht angeschlagenen Pierre-Emerick Aubameyang und Ilkay Gündogan rechtzeitig zurück. Dagegen werden die Abwehrspieler Neven Subotic (Rücken) und Erik Durm (Knie) fehlen.

          Wolfsberger Respekt vor der Kulisse

          Für die Wolfsberger ist die wegen eines Flugzeugdefekts um einige Stunden verspätet angetretene Reise nach Deutschland ein Abenteuer. Nie zuvor spielte der Klub aus Kärnten vor einer solch großen Kulisse. Das wertete Trainer Dietmar Kühbauer jedoch eher als Vorteil: „Ich wünsche es jedem, solche Partien erleben zu dürfen. Meine Spieler sollen die Atmosphäre genießen.“

          Die bisherigen Ergebnisse in der heimischen Bundesliga machen allerdings wenig Mut. Nach dem 0:0 am vorigen Wochenende im zweiten Meisterschaftsspiel beim SV Ried ist Wolfsberg noch immer sieg- und torlos. Dennoch glaubt Jonas Hofmann, im vergangenen Jahr als Ausleihspieler mit Mainz 05 in der Europa-League-Qualifikation gescheitert und vor einer Woche Schütze des Dortmunder Siegtreffers, nicht an einen Spaziergang in die Playoffs: „Wir wissen, dass wir alle noch nicht bei hundert Prozent sind. Es geht nur darum, die Runde zu überstehen.“

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