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Ärger nach Pokal-Aus des BVB : „Das ist doof. Ich bin sauer“

Fassungslos in Hamburg: BVB-Trainer Marco Rose beim Pokal-Aus Bild: EPA

Nach dem frühen Aus des FC Bayern sieht sich Dortmund als Topfavorit im DFB-Pokal. Der Titeltraum platzt nach einem erschreckenden Auftritt beim FC St. Pauli. Nicht nur Trainer Marco Rose ist verstört.

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          Marco Rose analysierte äußerlich ruhig, doch mit jedem Wort war ihm anzuhören, dass es im Trainer von Borussia Dortmund brodelte. Seine Mannschaft, der Zweite der ersten Fußball-Bundesliga, war soeben ausgeschieden aus dem DFB-Pokal, beim Ersten der zweiten Bundesliga, dem FC St. Pauli. Neben dem verstörenden Auftritt insbesondere in der Anfangsphase, der die Basis für die Niederlage in Hamburg war, störte Rose vor allem eines: die entgangene Chance auf einen Titel. „Die Enttäuschung ist riesig, wir können den Titel nicht verteidigen.“ Im Sommer hatte der BVB im Finale noch den Titel geholt.

          DFB-Pokal
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Das ist in dieser Saison für die Dortmunder im DFB-Pokal nun nicht mehr möglich. Und das, obwohl sich alle verbliebenen Mannschaften große Hoffnungen wie selten machen durften. Der deutsche Fußball-Dominator FC Bayern war in der zweiten Runde bei Roses altem Team gescheitert. Nach dem 0:5 der Münchner in Mönchengladbach im Herbst sah wohl manche Mannschaft schon eine Hand an der goldenen Trophäe nach dem großen Endspiel am 21. Mai in Berlin. Die Hoffnung lebt weiter für einige Klubs, die sonst kaum einen Titel gewinnen, aber eben nicht für den BVB. Und daran war er vor allem selbst schuld.

          Dabei waren die Vorzeichen vielversprechend. Nach der kurzen Winterpause hatten die Dortmunder in der Bundesliga das schwere Auswärtsspiel in Frankfurt nach einem 0:2 noch gedreht und in einem furiosen Finish gewonnen. Es folgte der 5:1-Sieg über den SC Freiburg am vergangenen Freitag. Dennoch war die Stimmung bei den Borussen schnell getrübt ob des Interviews von Erling Haaland kurz nach der Gala, als der Stürmerstar dem Verein Vorwürfe entgegenschleuderte, die Verantwortlichen würde ihn bei der Klärung seiner Zukunftsfrage zu sehr unter Druck setzen.

          „So war es kein Pokalspiel“

          Die Darbietung von Hamburg am Dienstagabend war kein Argument für Haaland, über die Saison hinaus unbedingt ein schwarz-gelbes Trikot tragen zu wollen. Der Norweger schoss per Handelfmeter das einzige Tor für die Borussia (58. Minute), aber da war einiges schon in die falsche Richtung gelaufen. Etienne Amenyido hatte St. Pauli in der vierten Minute in Führung gebracht, dazu kam kurz vor der Halbzeit ein Eigentor von Axel Witsel (40.). Rose lag vor allem der Dortmunder Beginn schwer im Magen: „So wie wir das Spiel angenommen haben, war es kein Pokalspiel.“

          Der Trainer verstand das einfach nicht. „Wir sind schwer enttäuscht, vor allem, weil wir nach den letzten zwei Spielen viel Energie hierhergebracht haben. Aber von dieser Energie war in den ersten zehn, 15 Minuten nichts zu sehen. Es war ein Nicht-Fight.“ Vor allem beim Tor zum 0:1 machte der BVB eine schlechte Figur. Nach dem Querpass von Marcel Hartel musste Angreifer Marco Reus auf einmal gegen Torschütze Amenyido verteidigen und schaffte das in ungewohnter Rolle nicht. Auch der Kapitän war maximal enttäuscht: „Es ist bitter, als Topfavorit auszuscheiden.“

          Wobei das Wort „Topfavorit“ im Zusammenhang mit Borussia Dortmund nur in der Theorie in genau diesen Zusammenhang zu bringen war. Beim Praxistest sah es über weite Strecken anders aus. Das wurde Reus schnell klar. „Heute war ein schlechter Tag, wir sind einfach zu spät aufgewacht“, sagte er in der ARD. „St. Pauli hat es zwar gut gemacht, aber es ist sehr bitter für uns, dass wir raus sind. Das müssen wir jetzt erst mal sacken lassen. Auf jeden Fall haben wir eine Riesenchance verpasst, den Pokal wieder zu gewinnen.“ Torwart Gregor Kobel erkannte dann auch: „Das war zu wenig.“

          Die Leistung wurde vor 2000 zugelassenen Zuschauern, die für Pokalstimmung sorgten, zwar besser, aber am Ende reichte es nicht. „Wenn man die ersten 15 Minuten des Spiels betrachtet, mit der Art und Weise, wie wir das Pokalspiel angegangen sind, ist es folgerichtig, dass man hinten raus die Dinge nicht immer reparieren kann. St. Pauli hat gekämpft und gefightet. Wir sind mit dem 1:2 zwar zurückgekommen, aber wir haben es nicht geschafft, das noch endgültig zu drehen“, sagte Rose. Sein Fazit, das alles aussagte: „Das ist maximal bitter für uns. Das ist doof. Ich bin sauer.“

          Nach hoffnungsvollem Jahresbeginn ist die gute Laune in Dortmund schnell wieder verflogen – und dürfte auch so bald nicht wiederkommen. „Wir müssen alles, was auf uns einprasselt, hinnehmen“, sagte Rose. Und die Aufgaben in den kommenden Wochen werden schwer. In der Bundesliga geht es gegen Hoffenheim, Leverkusen, Union Berlin und Mönchengladbach. In der Europa League warten die Glasgow Rangers. Der internationale Wettbewerb scheint realistisch die einzige Chance auf einen Titel in diesem Jahr zu sein. Mit Leistungen wie gegen St. Pauli ist aber auch das nur eine große Illusion.

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