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Ausschreitungen in Saloniki : „Beschämende Bilder“ im BVB-Block

  • Aktualisiert am

Bengalos wurde im Dortmunder Block gezündet, die Polizei rückte an. Bild: dpa

Das Dortmunder Spiel in Saloniki muss unterbrochen werden. Insgesamt gab es acht Festnahmen. Die Verantwortlichen der Borussia finden deutliche Worte für das Benehmen der eigenen Fans. Eine harte Strafe der Uefa droht dennoch.

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          Borussia Dortmund droht nach der Spielunterbrechung während der Europa-League-Begegnung bei Paok Saloniki eine empfindliche Strafe durch die Europäische Fußball-Union. Nach der durch BVB-Anhänger verursachten Spielunterbrechung sprach Dortmund-Chef Hans-Joachim Watzke Klartext. „Man kann das in keiner Weise tolerieren.“ Trainer Thomas Tuchel befand nach dem 1:1: „Wir haben mit der Pyro begonnen, das ist sehr ärgerlich. Wir sind nicht glücklich darüber.“

          Von „beschämenden Bildern“ sprach BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Nach der Pause war das Spiel kurz unterbrochen worden, weil im BVB-Block Feuerwerkskörper gezündet worden und die Polizei eingeschritten war. Brennende Bengalos waren auch in Richtung einiger Sanitäter geworfen worden. „Eine Grenze ist erreicht“, befand Watzke. „Das Spiel ist dadurch komplett gestört worden. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich minutenlang nur in die Kurve geschaut und das Spiel nicht beobachtet habe. Es ist jammerschade, was hier passiert ist.“

          Nach dem neuerlichen Vorfall befürchten die Dortmunder Sanktionen durch die Uefa bis hin zu einem „Geisterspiel“. Watzke kündigte an, die Übeltäter hart zu bestrafen: „Man muss das Problem nicht kleinreden. Mit Dialog und guten Worten kommt man nicht weiter.“

          Die Partie in Griechenland war sowieso als Hochsicherheitsspiel deklariert worden. Bilderstrecke

          Trainer Tuchel verteidigte jedoch den Gang der Mannschaft in die Fankurve nach dem Spiel. „Ein paar wenige richten Chaos an, aber es waren über 1000 Fans da, die es verdient hatten, dass sich die Mannschaft bedankt.“ Tuchel erklärte, der Gang in die Kurve sei von der Mannschaft ausgegangen: „Ich habe das nicht angeordnet.“

          Acht Festnahmen

          Wie am Freitag bekannt wurde, sind insgesamt acht BVB-Anhänger vor und während des Europa-League-Spiels bei PAOK Saloniki (1:1) festgenommen worden. Ihnen drohen wegen verschiedener Vorfälle strafrechtliche Konsequenzen und auch Sanktionen durch Borussia Dortmund. Wie die Polizei Dortmund am Freitagnachmittag mitteilte, seien vor dem Spiel sechs BVB-Ultras am Rande der Innenstadt der griechischen Metropole vorübergehend festgenommen worden. Dort war es zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften gekommen, weil die Dortmunder Anhänger den Bus-Shuttle zum Stadion umgehen und zu Fuß durch die Innenstadt gehen wollten. Das war im Vorfeld des Spiels nach Absprache aller Parteien untersagt worden. Es wurden Flaschen und Dosen auf die griechische Polizei geworfen.

          Zwei weitere BVB-Anhänger wurden während des Spiels im Gästeblock festgenommen. Sie sind bereits dem Haftrichter vorgeführt worden. Im Gästeblock wurde am Donnerstagabend Pyrotechnik gezündet und damit eine Spielunterbrechung provoziert.

          Die Europäische Fußball-Union wird sich in der kommenden Woche mit den Vorfällen in Saloniki befassen. Wie die Uefa auf dpa-Anfrage am Freitag mitteilte, werden zunächst die Berichte  geprüft und danach über die mögliche Eröffnung eines Disziplinarverfahrens entscheiden.

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