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Bundestrainerin Silvia Neid im Gespräch : „Jetzt haben wir diese Leichtigkeit“

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Für Silvia Neid und die deutschen Fußballfrauen ist es Zeit, dass es bei der EM losgeht: „Wir haben uns Respekt bei der Konkurrenz verschafft. Wir wissen, dass wir die Qualität haben“ Bild: dpa

Gastgeber Schweden eröffnet an diesem Mittwoch die Frauenfußball-EM. Deutschland startet am Donnerstag gegen die Niederlande ins Turnier. Im Interview spricht Bundestrainerin Silvia Neid über die EM-Chancen, ihre Tanzleidenschaft und das Angebot des „Du“.

          Bei der Europameisterschaft in Schweden, die an diesem Mittwoch mit den Spielen Italien - Finnland und Schweden - Dänemark (beide Spiele um 18 Uhr beziehungsweise 20.30 Uhr live in Eurosport) beginnt, ist Deutschland nach zuletzt fünf Turniererfolgen in Serie Mitfavorit - obwohl Bundestrainerin Sivia Neid während der Vorbereitung sechs Spielerinnen wegen Verletzungen ersetzen musste. Deshalb geht das deutsche Team mit einer jungen Auswahl ins erste Spiel gegen die Niederlande am Donnerstag (20.30 Uhr/ live im ZDF). Weitere Gruppengegner sind gemäß EM-Spielplan Island (Sonntag, 20.30 Uhr) und Norwegen (Mittwoch, 18 Uhr). Bundestrainerin Silvia Neid spricht vor Turnierbeginn über die Perspektiven ihres Teams.

          Sie haben kürzlich verraten, dass Sie gerne professionelle Tänzerin geworden wären, wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte. Wie groß ist die Chance, dass Sie nach dem EM-Sieg DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zum Siegestänzchen auffordern, so wie Sie es 2007 nach dem WM-Triumph mit Theo Zwanziger machten?

          Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich ein Tanztalent habe. Es ist nur so, dass ich sehr gerne tanze, aber ich war nie in einer Tanzschule. Ohne den Fußball hätte ich aber sicher versucht, in diesem Bereich zu arbeiten. Ich war einfach schon immer beeindruckt davon, was professionelle Tänzer leisten. Sie müssen nicht nur topfit sein, sondern auch sehr beweglich. Und sie müssen auch noch gut aussehen. Mehr als Paartänze gefallen mir wegen ihrer ausgeprägten Harmonie noch die Gruppentänze in Musicals wie Abba oder König der Löwen.

          König der Löwen entspricht mit der kindlich-fröhlichen Geschichte dem Charakter Ihres sehr jungen Teams. Hat sich nach den vielen Verletzungen und der damit einhergehenden Verjüngung des Kaders der Stil Ihres Teams verändert?

          Diese jungen Mädels bringen durch ihre Ausbildung eine sehr gute Technik mit. Dadurch ist unser Spielaufbau im Moment sehr gut. Sie wollen alle viel den Ball haben und sauber nach vorne spielen. Das sieht dann dank unserer vielen kreativen Spielerinnen sehr gut aus.

          Hat dieses Kombinationsspiel etwas von Gruppentanz?

          Gruppentänze haben ja immer etwas Synchrones. Wenn nun bei uns jede das Gleiche machen würde, dann wäre das für ein Fußballspiel nicht so gut.

          Abseits des Spielfelds tanzen Ihre Spielerinnen gerne mal zusammen. Als die jungen Spielerinnen im Trainingsspielchen gewonnen hatten, veralberten sie mit einem Tänzchen die geschlagenen „Alten“. Gefällt Ihnen diese Lockerheit?

          Ja. Die Jungen bringen da auch nette Ideen ein, was die Verliererinnen zur Strafe machen müssen.

          Zum Beispiel?

          Sie müssen zum Essen die Jacken falsch herum anziehen oder roten Lippenstift tragen oder mit Mittelscheitel kommen. Das bringt Freude und Abwechslung in den Vorbereitungsalltag, in dem wir ja jetzt wochenlang zusammen sind.

          Ist das die gesunde Albernheit, die 2011 während der sportlich enttäuschenden Heim-WM nicht mehr vorhanden war?

          Das ist eine gesunde Albernheit, die wir 2011 auch schon hatten. Aber damals überwog die Belastung durch diesen Riesenhype.

          „Wenn nun bei uns jede das Gleiche machen würde, dann wäre das für ein Fußballspiel nicht so gut“

          Kürzlich wurde der Dokumentarfilm „11 Freundinnen“ zur WM 2011 vorgestellt. In einigen Szenen meint man im Rückblick viel klarer als damals zu erkennen, dass Sie schon in Trainingseinheiten und Pressekonferenzen vor WM-Beginn eine Ahnung hatten, dass es nichts werden könnte mit einem erfolgreichen Turnier. Jetzt wirken Sie viel zuversichtlicher. Sind Sie das?

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