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Bundestrainer Löw : „Ich hatte die Richtigen dabei“

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Bundestrainer Löw: „Absolut im Soll“ Bild: dpa

Trotz der 3:4-Niederlage gegen das amerikanische Team sieht Bundestrainer Löw die umstrittene Länderspiel-Reise positiv. Auch Sorgen um die Stabilität seiner Abwehr macht er sich nicht.

          Bundestrainer Joachim Löw stand nach der 3:4-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Sonntagabend im Testländerspiel in Washington gegen die Vereinigten Staaten Rede und Antwort.

          Wie beurteilen Sie den Auftritt?

          „Es war auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Spiel beim 100. Jubiläum des amerikanischen Verbandes. Die Zuschauer hatten ihre Freude. Die erste Halbzeit haben wir etwas verschlafen. Wir waren nicht so im Spiel wie gegen Ecuador. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft einen Gang hoch geschaltet und guten Charakter gezeigt. Trotz der Temperaturen haben wir dann in einigen Phasen Druck gemacht.“

          Haben Sie es im Spiel einmal bedauert, dass sie das Team so stark verändert haben, gerade auf der Torwartposition und im Mittelfeld?

          „Bedauert habe ich es nicht. Es war klar, dass einige Wechsel stattfinden würden. Weil ich nicht das Ergebnis in den absoluten Vordergrund gerückt habe. Wir wollten einfach anderen Spielern nochmals eine Chance geben.“

          Marc André ter Stegen hat es nicht so gut gemacht. Haben Sie erwogen, ihn zur Pause auszuwechseln? 

          „Normalerweise ist er ein Torhüter, der gerade von hinten heraus sehr gut und sicher agiert, der ein guter Fußballer ist. Das sieht man auch im Training. Er hat den Fehler gemacht, klar. Das war etwas schade für ihn und natürlich auch für uns. Auf der anderen Seite hat er noch ein paar gute Bälle gehalten. Wir hatten schon geplant, wenn alles normal läuft, dass wir ihn durchspielen lassen wollen.“

          Vier Gegentore, macht ihnen die Innenverteidigung Sorgen?

          „Da mache ich mir keine Sorgen. Es gab viele Wechsel, nur zwei Trainingseinheiten vor diesem Spiel. Dass da Fehler passieren, ist klar. Normalerweise haben wir noch Hummels, Boateng. Heute haben wir Fehler gemacht, weil wir zu weit weg standen vom Mann.“

          Sehen Sie einen speziellen Gewinner dieser Reise?

          „Max Kruse hat mir in beiden Spielen gut gefallen, absolut. Auch im zweiten Spiel kam mit ihm mehr Torgefahr rein. Er hat sich gut bewegt, auch ein Tor gemacht. Er hat mich in diesen Spielen und auch im Training schon überzeugt.“

          Wie fällt ihr Fazit für diese zuvor umstrittene USA-Reise aus?

          „Extrem positiv. Nach der Abwesenheit von einigen Hauptakteuren hatte ich die Richtigen dabei. Weil sie viel Motivation und Begeisterung gezeigt haben. Alle werden bescheinigen, dass ihnen die Reise einfach gut getan hat. Ich konnte einige Spieler über längere Zeit sehen, die normalerweise nicht so häufig dabei sind.“

          Und wie sehen Sie die gesamte Saison nach der EM 2012?

          „Da sind wir absolut im Soll. Wir stehen in der WM-Qualifikation gut da. Wir werden im September und Oktober in die entscheidende Phase gehen. Was das betrifft, war die Saison sehr zufriedenstellend. Bei diesen Testspielen probiere ich gern was aus. Da kommt es nicht immer nur auf das Ergebnis an. Da will ich auch eine Weiterentwicklung sehen. Da will ich einigen Spielern helfen auch für die Zukunft.“

          Sie fliegen im Juni zum Confed-Cup ins WM-Land Brasilien. Was erwarten Sie dort?

          „Ich will einen Eindruck gewinnen von der Atmosphäre und den Begebenheiten: Zuschauer, Begeisterung, Stadien, Platzverhältnisse, natürlich auch die Mannschaften wie Brasilien, Argentinien und Uruguay. Gerade die Südamerikaner haben wir nach der WM 2010 nicht mehr so häufig gesehen. Und dann steht natürlich die Quartiersuche an. Da wollen wir uns nochmal vor Ort Erkenntnisse verschaffen.“

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