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DFB-Team in der Krise : Löw holt Müller, Boateng und Hummels im März nicht

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„Einen Umbruch sollte man nie abbrechen“: Bundestrainer Joachim Löw Bild: AP

Nach dem 0:6 von Spanien startet Bundestrainer Joachim Löw unter Druck und selbstkritisch ins EM-Jahr. Ausführlich wie selten spricht er über eine Rückkehr von Müller, Boateng und Hummels ins DFB-Team.

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          Joachim Löw geht kämpferisch ins EM-Jahr – die Tür zur Nationalelf bleibt für Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng aber zumindest bei den ersten Länderspielen 2021 (noch) zu. Der Bundestrainer schloss in Interviews mit der ARD und dem „Kicker“ aber nicht aus, den eingeleiteten Umbruch bei der DFB-Auswahl für die EM auszusetzen und insbesondere Müller zurückzuholen. Denn dem Erfolg beim Turnier im Sommer will Löw alles unterordnen.

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          Persönliche Interessen und Befindlichkeiten zählten nicht, betonte der Bundestrainer – und schloss sich selbst dabei ein. „Jetzt ist alles auf die drei Spiele im März und das Turnier fokussiert. Wir müssen alle liefern. Auch ich muss jetzt absolut liefern“, sagt der 61 Jahre alte Löw deutlich. Die eigene Zukunft über die EM hinaus lässt er offen. Löws Vertrag läuft bis zum Ende der WM 2022. Seit dem 0:6 in Spanien aber arbeitet der Weltmeistercoach von 2014 auf Bewährung.

          Die drei WM-Qualifikationsspiele Ende März gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien geht Löw erwartungsgemäß ohne einen personellen Salto rückwärts an. „Einen Umbruch sollte man nie abbrechen und in eine völlig andere Richtung gehen“, betonte er am Sonntag. Den von ihm mit der Ausmusterung von Müller (31), Hummels (32) und Boateng (32) vor zwei Jahren forcierten Verjüngungsprozess hält er weiterhin für alternativlos und richtig. Mit der Berufung des 18 Jahre alten Jamal Musiala vom FC Bayern München wird er ihn entsprechend fortführen.

          „Welche Spielertypen brauchen wir?“

          In den ersten Länderspielen des Jahres wolle er „den Umbruch jetzt nicht unterbrechen“. Richtung EM könnten „besondere Umstände“ das dann doch erfordern. „Am Ende muss ich irgendwie im Mai entscheiden“, sagte Löw mit Blick auf die Nominierung des EM-Kaders. Dann lauten für ihn die Fragen: „Welche Spielertypen brauchen wir? Was brauchen wir auf den einzelnen Positionen, um den größtmöglichen Erfolg zu garantieren?“ Ein „Energiegeber“ wie Müller könnte notwendig sein.

          Eine Rückkehr der eigentlich Aussortierten wäre aus Löws Sicht kein größeres Problem. Müller, Hummels und/oder Boateng wären schnell wieder zu integrieren. „Die Spieler wissen genau, wie es bei der Nationalmannschaft läuft.“ Die Entscheidung aber werde schwierig sein. „Wenn man solche Spieler mitnimmt, muss man ihnen auch eine klare Aufgabe geben. Da erwartet man auch von den Spielern, dass sie die Führung mitübernehmen“, betonte Löw. Er befürchtet aber keine hierarchischen Probleme: „Der Charakter von Thomas Müller und Mats Hummels ist, dass sie andere nicht unterdrücken.“

          Die heftige Kritik an seiner Person nach dem desaströsen 0:6 gegen Spanien im letzten Länderspiel 2020 hat Löw angenommen, wie er vor der ARD-Kamera sagte. Die Skepsis der Fans an seiner Arbeit sei „auch eine Form von besonderem Ehrgeiz und eine Zusatzmotivation“ für ihn. „Für mich ist das Ansporn.“ Er spüre nach den internen Debatten zum Jahresende das Vertrauen der DFB-Spitze: „Wir bündeln alle Kräfte Richtung EM: Das ist unsere Aufgabe, unsere Priorität, unser Ziel. Wir müssen eine gute EM spielen. Das sind wir den Fans und uns selbst schuldig.“

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          Trotz des jüngsten 0:6-Tiefschlags („Wir sind ein paar Treppenstufen nach unten gefallen jetzt“) und der starken EM-Gruppe mit Frankreich, Portugal und Ungarn traut Löw seinem Team eine gute EM zu. „Wir wollen immer so weit wie möglich kommen. 2018 haben wir bei der WM versagt, die haben wir in den Sand gesetzt. Aber das hindert uns nicht daran, unsere Ansprüche wieder ganz oben anzulegen.“ Man müsse eben die Mannschaft mit dem größten Ehrgeiz und Teamgeist sein.

          Auch Löw will am Spielfeldrand wieder anders agieren, voller Energie und Leidenschaft. Die Kritik an seinem teilnahmslosen Habitus während des Untergangs in Sevilla gegen Spanien hat er angenommen. „Meine Körpersprache war schlecht. Ich hatte das Gefühl, nichts mehr bewegen zu können. Das war ein falsches Zeichen“, sagte Löw einsichtig.

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