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Zweitliga-Relegation : Bielefeld schockt die „Lilien“

  • -Aktualisiert am

Nicht mehr zum hinsehen. Darmstadt 98 wird den Aufstieg wohl verpassen Bild: dpa

Nach einer schweren Saison in der zweiten Bundesliga steht Bielefeld vor einem glücklichen Ende. Das Hinspiel der Relegation gewinnt die Arminia mit 3:1 in Darmstadt. Die „Lilien“ werden wohl in der dritten Liga bleiben müssen.

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          Die Hoffnungen des SV Darmstadt 98, nach 21 Jahren die Rückkehr in die Zweite Fußball-Bundesliga zu schaffen, haben einen herben Dämpfer erhalten. Die „Lilien“ verloren am Freitagabend das Relegations-Hinspiel gegen Arminia Bielefeld im eigenen Stadion 1:3.

          In das Rückspiel in Ostwestfalen an diesem Montag geht die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster nun mit einer schweren Hypothek. „Wir haben uns anfangs einfach zu naiv angestellt“, sagte Trainer Dirk Schuster einigermaßen ernüchtert.

          Die „Lilien“ wollten ein „Feuerwerk abbrennen, das es so in dieser Saison noch nicht gegeben hat“, so hatte es jedenfalls Torjäger Dominik Stroh-Engel wild entschlossen angekündigt – aber heraus kam nur ein Schwelbrand. Zumindest in der ersten Halbzeit, in der die Südhessen zu keiner Zeit an die Leistungen in ihrer formidablen Drittligasaison anknüpfen konnten und in der sie ihre Aufstiegschance wohl verspielten.

          Nach selbstbewusstem Beginn wirkte der Treffer zum 0:1 wie ein Schock auf das Spiel der Südhessen und die zuvor prickelnde Stimmung im mit 16.300 Zuschauern ausverkauften Böllenfalltorstadion. Es war der erste Schuss der Arminen, den Christian Müller in der 22. Minute auf das Darmstädter Tor abgab – und der gleich im Netz landete.

          Arminia Bielefeld hingegen darf wohl in der zweiten Bundesliga bleiben

          Abwehrchef Aytac Sulu vermochte zuvor einen langen Ball nicht entscheidend zu klären. Dem zweiten Treffer durch Ben Sahar (33.) ging ein Stellungsfehler von „Lilien“-Außenverteidiger Aaron Berzel voraus.

          Die Darmstädter, bei denen trotz gegenteiliger Aussage der vier Wochen lang verletzt ausgefallene Marco Sailer in der Startformation stand, wirkten nun endgültig konsterniert. Die Bielefelder hatten leichtes Spiel. Stroh-Engels Schuss (45.) war das erste offensive Lebenszeichen der „Lilien“, die sich in der zweiten Halbzeit dann endlich ihrer Tugenden besannen, Druck ausübten und durch den sehenswert herausgespielten Anschlusstreffer von Milan Ivana (65.) belohnten.

          Arminen-Coach Norbert Meier kann auf den Klassenverbleib hoffen

          Die Darmstädter lieferten dem Zweitligaklub nun zumindest den erwarteten Kampf. Gegen clever dagegen haltende Arminen vermochten sich die Darmstädter jedoch kaum nennenswerte Torgelegenheiten herauszuspielen. Dagegen war der Darmstädter Keeper Jan Zimmermann bei der größten Bielefelder Konterchance durch Sahar (59.) gefordert – und beim satten Schuss unter die Latte des eingewechselten Sebastian Hille zum 1:3-Endstand (86.) machtlos.

          „Das hat unsere Chancen für das Rückspiel nicht gerade erhöht“, sagte Schuster zerknirscht über diesen letzten Niederschlag des Tages. Das „Weltwunder“, wie „Lilien“-Präsident Rüdiger Fritsch einen Aufstieg bezeichnet hatte, ist in weite Ferne gerückt.

          Altehrwürdiger Schauplatz: das Böllenfalltorstadion in Darmstadt

          Darmstadt 98 - Arminia Bielefeld 1:3 (0:2)

          Darmstadt 98: Zimmermann - Berzel (83. Biada), Sulu, Gorka, Stegmayer - Heller (46. Sirigu), Behrens, Gondorf, Ivana - Sailer (79. da Costa) - Stroh-Engel
          Arminia Bielefeld: Ortega - Strifler, Burmeister, Salger, Feick - Schütz - Przybylko, Müller, Schönfeld (70. Riese), Sahar (78. Hille) - Klos (89. Appiah)
          Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
          Zuschauer: 16.300 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Müller (22.), 0:2 Sahar (33.), 1:2 Ivana (65.), 1:3 Hille (85.)
          Gelbe Karten: Stroh-Engel / Feick, Schütz

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