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Zweite Liga : Wie der SV Wehen Wiesbaden sein Gesicht verändert

  • -Aktualisiert am

Gehen getrennte Wege:: Trainer Hock und Spieler Atem, dessen Vertrag nicht verlängert wurde Bild: dpa

Nach der gelungenen ersten Saison in der Zweiten Liga formiert sich der SV Wehen Wiesbaden nach und nach für die zweite. Drei Wochen vor dem Trainingsauftakt zur neuen Saison am 29. Juni sind die wichtigsten Dinge erledigt.

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          Uwe Stöver wird dieser Tage eine Kurzreise zur Fußball-Europameisterschaft unternehmen, anschließend aber direkt wieder an seinen Schreibtisch nach Wiesbaden zurückkehren. „Wenn ich jetzt in Urlaub gehen würde“, sagt der Sportmanager des Fußball-Zweitligaklubs SV Wehen Wiesbaden, „dann hätte ich kein gutes Gewissen.“ Es hat sich einiges getan bei der Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison, personell sowie auf diversen Arbeitsebenen, deren Umgestaltung Stöver gerne mit den Worten „professionelle Strukturen“ umschreibt.

          Drei Wochen vor dem Trainingsauftakt zur neuen Saison am 29. Juni sind die wichtigsten Dinge erledigt. Erstaunlich geräuschlos ist dem bisherigen Teammanager Rudi Collet ein neuer Aufgabenbereich anempfohlen worden. Das Wehener Urgestein ist vom 1. Juli an – abermals im organisatorischen Bereich – für die zweite Mannschaft zuständig, zudem wird der bislang freigestellte Collet seine Tätigkeit bei der Brita GmbH wieder aufnehmen. Stichwort zweite Mannschaft: Deren neuer Trainer Hans Werner Moser ist im Rhein-Main-Gebiet kein Unbekannter. Er trainierte in der Saison 2002/2003 den damaligen Regionalligaklub Darmstadt 98 – bis Anfang April 2003, als der Abstieg drohte und der Arbeitsvertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde.

          Moser auch Assistenztrainer

          Nun kehrt Moser, der zuletzt beim 1. FC Kaiserslautern für das zweite Team zuständig war, zurück nach Hessen. Und weil Christian Hock, der Cheftrainer des SV Wehen Wiesbaden, vom 30. Juni an mit der Ausbildung zum Fußball-Lehrer beginnt, wird Moser in dessen Abwesenheit auch als Assistenztrainer gemeinsam mit Steffen Vogler und Frank Steinmetz den Trainingsbetrieb der Profis leiten. Eine noch engere Verzahnung von erster und zweiter Mannschaft dürfte die Folge dieser Doppelfunktion sein. Stöver ist überzeugt: „Hans Werner Moser wird beide Funktionen gleichermaßen gewissenhaft ausfüllen.“ Man kennt sich aus gemeinsamen Zeiten in der Pfalz, das verbindet. Der Sportmanager selbst wird sich aus Zeitgründen künftig nur mehr um den Profibereich kümmern. Da gab es auch in den zurückliegenden Wochen bereits genug zu tun.

          Sieben Abgänge sind bekannt geworden. So wechselte Mittelfeldspieler Maximilian Nicu zu Hertha BSC Berlin, Enis Alushi zum SC Paderborn, Stürmer Xie Hui zurück nach Shanghai. Zuletzt wurde der Abschied von Angreifer Valentine Atem, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, und von Abwehrspieler Benjamin Schöckel, der zum VfR Aalen wechselt, bekannt. Mehr oder weniger Reißaus genommen haben die Torhüter Adnan Masic und Florian Stahl vor der neuen Konkurrenzsituation nach der Verpflichtung des 24 Jahre alten Alexander Walke vom SC Freiburg.

          Thomas Richter, der Nummer eins in der vergangenen Saison, wurden gleichfalls Abwanderungsgedanken nachgesagt. Er wird laut Stöver aber weiterhin das Trikot des SV tragen: „Ich gehe schwer davon aus, dass er den Kampf zum Trainingsauftakt aufnehmen wird.“ Während sich die vorjährigen Aufsteiger bei den Feldspielern mittlerweile komplett sortiert haben mit zahlreichen Zugängen, steht die Verpflichtung eines dritten Torwarts noch aus. Deshalb ist dem Sportmanager noch nicht nach Urlaub zumute.

          Hoffen auf Abdelaziz Ahanfouf

          Weiterhin virulent ist zudem der Fall Bakary Diakité. Der Angreifer kann bis zum 25. August den SV verlassen – vorausgesetzt, ein anderer Klub überweist einen festgeschriebenen Ablösebetrag. An Diakité, der derzeit mit der Nationalmannschaft von Mali in der WM-Qualifikation im Einsatz ist, sollen französische Erstligaklubs Interesse gezeigt haben. Was rein fachlich etwas verwundert, da Diakité mit sieben Saisontoren eine gute, aber keine wirklich herausragende Zweitligasaison absolviert hat. „Und bei uns hat sich auch noch kein Verein gemeldet“, sagt Stöver.

          Sollte Diakité gehen, werde aber keinesfalls nachgebessert. Denn der Sportmanager hofft auf die Gesundung jenes Angreifers und offensiven Mittelfeldspielers, den der SV Wehen Wiesbaden im Januar vorgestellt hatte und der seither nicht einmal zum Einsatz gekommen ist: Abdelaziz Ahanfouf. In der örtlichen Tagespresse ist der ohnehin nicht pflegeleichte Profi wegen seines ständig verschobenen Comebacks nach einem schweren Autounfall bereits als „Phantom“ bezeichnet worden – aber nicht mal in der Oper wurde er gesichtet.

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