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Zweite Fußball-Bundesliga : Lautern gewinnt Spiel um Platz drei

  • -Aktualisiert am

Überlegen im Spiel um Platz drei: 1. FC Kaiserslautern Bild: dpa

Der 1. FC Kaiserslautern bezwingt Verfolger FSV Frankfurt mit 4:1 und hat nach dem Kölner Ausrutscher im Kampf um die Aufstiegsrelegation nun vier Punkte Vorsprung.

          3 Min.

          In der vergangenen Woche hatte Mohamadou Idrissou für erhebliche Unruhe rund um den Kaiserslauterer Betzenberg gesorgt. Der DFB hatte sich mit Aussagen des kamerunischen Stürmers des 1. FC Kaiserslautern nach der Zweitligapartie in Cottbus beschäftigt, weil Idrissou das Wort „schwul“ im Rahmen einer heftigen Kritik an Schiedsrichter Wolfgang Stark verwendet hatte.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nur eine kurios anmutende Entschuldigung, in der Idrissou neben Mängeln in der Beherrschung der deutschen Sprache anführte, dass stolzes Auftreten Teil seiner Herkunft aus einem afrikanischen Kulturkreis sei, bewahrte ihn womöglich vor einer Sperre und ermöglichte ihm eine entscheidende Rolle beim Kaiserslauterer 4:1-Sieg gegen den FSV Frankfurt, der den Pfälzern beste Aussichten auf die Qualifikation für die Relegationsspiele Ende Mai beschert. Bei vier Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln brauchen die „Roten Teufel“ nur noch zwei Zähler aus den verbleibenden zwei Spielen, um die zwei Duelle mit dem Drittletzten der Bundesligatabelle Ende Mai um die sofortige Rückkehr in die Bundesliga bestreiten zu dürfen. 

          Idrissou, der am Freitag sogar Mitglieder des schwul-lesbischen FCK-Fanklubs „Queer Devils“ traf, um Spekulationen bezüglich homophober Einstellungen aus dem Weg zu räumen, war beim vierten FCK-Heimsieg in Serie der ungewohnt bescheidene Wegbereiter. Nichts war zu sehen von einem vermutlich allzu selbstbezogenen Spieler.

          Idrissou als Vorbereiter

          Stattdessen glänzte der Kameruner vor 39.000 Zuschauern als Vorlagengeber sowohl vor dem 1:0 durch Albert Bunjaku (27. Minute) als auch dem entscheidenden 3:0 durch Benjamin Köhler (45.). „Ich habe mir heute vorgenommen, dass ich lieber meinen Mitspielern den Ball gebe als selbst ein Tor zu schießen“, sagte der 33 Jahre alte Angreifer nach dem Spiel. „Ich habe schon so viele Tore.“

          Kein Blumentopf zu holen: FSV Frankfurts Verhoek am Pfälzer Boden
          Kein Blumentopf zu holen: FSV Frankfurts Verhoek am Pfälzer Boden : Bild: dpa

          Die Treffer zum 2:0 durch Marc Torrejon (40.) und zum 4:0 durch den zum zweiten Mal erfolgreichen Kapitän Bunjaku (45+2.) bereitete per Eckstoß- und Freistoßflanke passenderweise Alexander Baumjohann vor, der Idrissou für sein Verhalten auf und neben dem Platz öffentlich kritisiert hatte.

          „Nach der turbulenten Woche war es wichtig, dass wir dir Ruhe bewahrt und die Dinge intern geklärt haben“, sagte FCK-Trainer Franco Foda, der nebenbei auch noch seinen Innenverteidiger Jan Simunek (Originalzitat aus einem Portrait im Stadionheft: „In meiner Freizeit gehe ich sehr gerne angeln“) wegen einer allzu exzessiven Zechtour für ein Spiel suspendiert hatte. „Wir brauchen jetzt noch drei Punkte, dann haben wir unser Zwischenziel Relegation erreicht“, sagte Foda.

          FSV-Traum geplatzt

          Dieses Ziel hat der Gegner vom Sonntag derweil aus den Augen verloren: Der FSV Frankfurt hatte sich Chancen ausgerechnet, im Schatten des Zweikampfs zwischen den Traditionsklubs FCK und 1. FC Köln zum lachenden Dritten zu werden. Mit einem Sieg wären die Frankfurter auf Rang drei vorgerückt.

          Die Überraschungsmannschaft der Zweitligasaison agierte aber auf dem Betzenberg nach guter Anfangsphase zu ängstlich. „Vielleicht haben sich meine Jungs ein bisschen zu sehr damit beschäftigt, dass es heute schon um Platz drei geht“, sagte Trainer Benno Möhlmann. So blieb den Spielern aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim am Ende nur der Ehrentreffer durch Edmond Kapllani (85.), der aber kaum über den geplatzten Traum einer Aufstiegschance hinwegtrösten dürfte.

          0:0 - Keine Entscheidung für St. Pauli

          Der FC St. Pauli muss weiter um den Klassenverbleib bangen. Beim 0:0 im Duell mit dem MSV Duisburg bot das Team von Trainer Michael Frontzeck zwar eine couragierte Vorstellung, verpasste aber den Befreiungsschlag. Vor 18.239 Fans mangelte es den Gästen im Abschluss an Kaltschnäuzigkeit. Nach zuletzt zwei Niederlagen und dem von Trainer Michael Frontzeck kurzfristig anberaumten Kurztrainingslager starteten die Hamburger mit großem Engagement in die Partie. So boten sich Angreifer Daniel Ginczek (17./40. Minute) zwei große Chancen zur frühen Führung. Doch auch die Duisburger trugen zu einem sehenswerten Kampfspiel bei und erspielten sich gute Möglichkeiten.

          3:0 - Löwen-Käfigkomplex überwunden

          Der TSV 1860 München hat kurz vor dem Saisonende seinen Heimkomplex doch noch überwunden. Die „Löwen“ besiegten am Sonntag Union Berlin mit 3:0 (2:0). Für den ersten Heimerfolg seit Ende November 2012 sorgten vor 18.100 Zuschauern der herausragende Torjäger Benjamin Lauth mit seinen Saisontreffern zehn und elf (25./63. Minute) sowie Moritz Stoppelkamp (45.+2). Zweite Fußball-Bundesliga Union fehlte es an Durchschlagskraft. In der Schlussphase hatten Steven Skrzybski mit einem Pfostenschuss (71.) und Adam Nemec mit einem Kopfball an die Latte Pech (85.).

          Ergebnisse und Torschützen

          MSV Duisburg - FC St. Pauli 0:0
          Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf)
          Zuschauer: 17 500

          1. FC Kaiserslautern - FSV Frankfurt 4:1 (4:0)
          Schiedsrichter:
          Weiner (Ottenstein)
          Zuschauer: 38.792
          Tore: 1:0 Bunjaku (27.), 2:0 Torrejón (40.), 3:0 Köhler (45.), 4:0 Bunjaku (45.+2), 4:1 Kapllani (85.)

          TSV 1860 München - 1. FC Union Berlin 3:0 (2:0)
          Schiedsrichter:
          Schmidt (Stuttgart)
          Zuschauer: 18 100
          Tore: 1:0 Lauth (25.), 2:0 Stoppelkamp (45.+2), 3:0 Lauth (64.)

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