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Zweite Fußball-Bundesliga : Frankfurt belohnt sich nicht

Enttäuschung kurz vor Weihnachten: Frankfurt verliert in Hamburg bei St. Pauli Bild: dapd

Überlegene Frankfurter verlieren zum Jahresabschluss 0:2 beim FC St. Pauli und verpassen den Sprung an die Spitze. Der Weg zurück in die Bundesliga ist lang und beschwerlich.

          Aus dem Sprung an die Spitze ist es nichts geworden. Trotz zum Teil großer spielerischer Überlegenheit musste sich die Frankfurter Eintracht im letzten Punktspiel des Jahres geschlagen geben. Beim FC St. Pauli gab es am Montagabend eine unnötige 0:2-Niederlage. Die Eintracht verbleibt damit in der Zweiten Fußball-Bundesliga mit 39 Punkten auf Tabellenplatz drei hinter Branchenprimus Fortuna Düsseldorf (42) und der Spielvereinigung Greuther Fürth (40) - und punktgleich wegen der besseren Tordifferenz vor St. Pauli und dem SC Paderborn (beide 39).

          Schützen der beiden Tore für St. Pauli waren Kapitän Fabio Morena (32. Minute) sowie Max Kruse (68.). Eintracht-Trainer Armin Veh sagte nach der zweiten Saisonniederlage: „Wir haben uns leider nicht belohnt. Wir waren 90 Minuten lang die dominierende Mannschaft. Wir waren frisch und spritzig, aber nicht konsequent genug.“ Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler war enttäuscht: „Ich glaube nicht, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat. Aber es hat die Mannschaft gewonnen, die enger zusammengestanden hat.“

          Das Versprechen stand. „Wir wollen ein absolutes Highlight präsentieren und zeigen, was wir spielerisch draufhaben.“ Gesagt hatte dies nicht Veh, sondern André Schubert. Der Trainer des FC St. Pauli wollte die Chance nutzen, im letzten Punktspiel vor der Winterpause mit einem Sieg mit den Frankfurtern gleichzuziehen. Ein Plan, dessen Erfüllung im ausverkauften Millerntorstadion zunächst auf sich warten ließ.

          Die spielerisch gefälligere Mannschaft war nämlich von Beginn an die Eintracht. Schon nach neun Minuten bot sich Alexander Meier eine erste gute Einschussgelegenheit. Doch der mit acht Treffern weiterhin erfolgreichste Frankfurter Torschütze war ebenso glücklos wie in der Folge Gordon Schildenfeld und Sebastian Rode im Doppelpack (15.). Zwischenzeitlich bot sich den kämpferischen Hamburgern die Möglichkeit, überraschend in Führung zu gehen. Doch Fin Bartels verzog (12.).

          Zum zweiten Mal versenkt: St. Pauli erhöhte durch einen Treffer von Max Kruse (l.) auf 2:0

          Nicht Theofanis Gekas, wie gemeinhin angenommen, sondern Karim Matmour durfte in der Startelf der Eintracht spielen. Veh hatte eine taktische Verschiebung mit zwei Abräumern vor der Abwehr und nur einer Sturmspitze - Mohamadou Idrissou - vorgenommen. So fand sich der fleißige Algerier Matmour auf der rechten Außenbahn wieder. Leider nur bis zur 24. Minute, dann musste er nach einem Zusammenprall mit Sebastian Schachten verletzt ausgewechselt werden. Gekas kam. Doch auch der in den vergangenen Spielen dreimal in Folge erfolgreiche Grieche vermochte St. Pauli nicht entscheidend unter Druck zu setzen.

          Im Gegenteil: Der Tabellenfünfte nutzte eine Chance, die eigentlich keine war. Nach einer im Prinzip schon geklärten Ecke reagierte Kapitän Morena handlungsschnell und drückte den Ball aus zwei Metern in das Frankfurter Tor (32.). So überraschend das 1:0 für St. Pauli auch sein mochte: Die Eintracht hatte sechs Minuten später die Möglichkeit zum Ausgleich. Erst aber scheiterte Rode an Schlussmann Philipp Tschauner, dann wurde der Nachschuss von Meier abgeblockt (38.).

          St. Paulis Torschütze Fabio Morena jubelt nach dem Treffer zum 1:0

          Ein Highlight im negativen Sinne war die Szene kurz nach dem Seitenwechsel. Eintracht-Innenverteidiger Bamba Anderson unterlief ein grober Fehler in der Nähe des eigenen Strafraums, Bartels nahm Maß - und Schwegler fiel zu Boden. Getroffen von einer aus dem Publikum geworfenen Kassenrolle (48.). Schiedsrichter Felix Zwayer drohte bei einem nochmaligen Vergehen mit Spielabbruch. „Es war kein harter Schlag, aber ich war überrascht, weil ich nicht damit gerechnet hatte“, so Schwegler. St.-Pauli-Manager Helmut Schulte sagte: „Ich werde langsam müde, immer wieder zu solchen Dingen Stellung nehmen zu müssen. Ich hoffe, dass irgendjemand was gesehen hat und wir den Täter dingfest machen können.“

          Konnte die Eintracht die Wende - und zumindest das Unentschieden schaffen? Vier Minuten nach der Wurfattacke zog Idrissou ab, fand aber seinen Meister in Tschauner. Der Spannungsbogen am Millerntor hielt an. Gekas bot sich die nächste Chance für die Eintracht, doch wieder stand der Pauli-Keeper im Weg (58.).

          Der Hamburger Dennis Daube (links) im Zweikampf mit dem Frankfurter Sebastian Rode

          Das Spiel verlagerte sich nun fast ausschließlich in die Hälfte der Hamburger. Die überlegene Eintracht, angetrieben vom umsichtigen Schwegler, wehrte sich nach Kräften gegen die drohende zweite Saisonniederlage. Das Problem: Ihr gelang kein Tor. Und als es eigentlich fallen musste, stand Morena auf der Linie und köpfte den Kopfball von Gekas aus der Gefahrenzone (66.).

          Besonders bitter für die Eintracht: Am Ende eines Entlastungsangriffs der Hamburger hieß es 2:0 aus Sicht des FC St. Pauli. Einen Konter über die rechte Seite schloss Max Kruse mit einem wuchtigen Schuss in die rechte obere Torecke ab (68.). 0:2 - die Eintracht war geschlagen. Die vage Chance, sich mit einem Sieg noch an Tabellenführer Fortuna Düsseldorf vorbei auf Position eins zu schießen, war vertan. Trainer Veh hat Recht: Der Weg zurück in die Bundesliga ist lang und beschwerlich.

          FC St. Pauli - Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)

          FC St. Pauli: Tschauner - Funk, Morena, Thorandt, Schachten - Daube, Boll - Bartels (78. Hennings), Kruse, Bruns (61. Schindler) - Ebbers (89. Gunesch)
          Eintracht Frankfurt: Nikolov - Jung, Anderson, Schildenfeld, Djakpa (82. Friend) - Schwegler, Rode - Matmour (24. Gekas), Meier, Köhler (77. Caio) - Idrissou
          Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
          Zuschauer: 24 487 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Morena (32.), 2:0 Kruse (67.)
          Gelbe Karten: Bartels (5), Schachten (5) / -

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