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Darmstadt gewinnt beim KSC : Wildes Spiel im Wildpark

  • -Aktualisiert am

Torfestival in Karlsruhe: Auch Serdar Dursun tritt beim Sieg der „Lilien“. Bild: dpa

Zwei Tore, zwei Vorbereitungen, darunter die Entscheidung mit einem Handelfmeter in der Nachspielzeit. Tobias Kempe führt Darmstadt 98 zum 4:3 beim Karlsruher SC.

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          Marcel Schuhen wusste genau, wen er von seinen Mitspielern nach Schlusspfiff packen und hochleben lassen musste. Und der in die Luft gehobene „Lilien“-Matchwinner konnte bei der Gelegenheit auch Keeper Schuhen ein paar Worte des Danks aussprechen. Denn ohne die starken Paraden des Torhüters wären Kempes vier Glanzmomente des Tages wohl nicht drei Punkte wert gewesen für den SVD.

          2. Bundesliga

          Der 31-jährige Offensivspieler hatte beim 4:3-Erfolg beim Karlsruher SC bei allen „Lilien“-Treffern seine Füße im Spiel – zwei Mal als Vorbereiter, zwei Mal als Torschütze. Zumal im entscheidenden Moment zu seinem spielerischen Sahnetag auch eine Menge Nervenstärke hinzukam. Kempe verwandelte in der Nachspielzeit eines in der zweiten Hälfte wilden Zweitligaspiels einen – glücklich zustande gekommenen – Handelfmeter. Und dieses Mal blieb dem spielerisch limitierten, aber aufopferungsvollen KSC keine Zeit mehr zurückzuschlagen.

          „Was für ein Spiel! Unglaublich“, sagte der Darmstädter Mann des Tages Kempe. „Wir haben immer weiter Gas geben, einer für den anderen. Wir waren effektiv und haben uns belohnt. Das zeigt die Moral der Mannschaft.“ Der Erfolg der Hessen hatte sicher auch mit Glück zu tun. Fortune, was den „Lilien“ zuvor in dieser Saison häufig abging.

          Der Auswärtssieg ausgangs der englischen Woche, die mit zuvor zwei Unentschieden mäßig begonnen hatte, führte die Südhessen nun auf Tabellenplatz acht. Mit nunmehr zwei Saisonsiegen und neun Zählern rangiert der SV 98 nur zwei Punkte hinter den Aufstiegsrängen.

          Die neuen Perspektiven im Ranking waren bis zur 65. Minute bei weitem nicht absehbar. Nach Kempes frühem Gegentor (9. Spielminute) waren die „Lilien“ nämlich aus dem Tritt geraten. Unkonzentriertheiten häuften sich in dem Maße, dass KSC-Angreifer Philipp Hofmann nach zuvor schwachem Zweikampfverhalten von Matthias Bader im Nachschuss der Ausgleich (22.) gelang. Ein kapitaler Aussetzer von Nicolai Rapp ließ Hofmann alleine vor Schuhen auftauchen, der stark parierte (35.). Sieben Minuten später war der KSC-Garant wieder so frei im Strafraumgewühl – Rapps zu hohes Bein zog einen Elfmeterpfiff nach sich. Wanitzek drehte vom Punkt das Spiel zugunsten der Badener (44.).

          Sekunden vor und Sekunden nach dem Pausenpfiff hatten die nun von der Rolle agierenden Darmstädter Glück, dass der Karlsruher Choi seine beiden Großchancen nicht nutzte. „In der Halbzeit ist es dann auch lauter geworden. In der zweiten Halbzeit haben es die Jungs dann ganz anders gemacht und sehr leidenschaftlich Fußball gespielt“, sagte der Darmstädter Markus Anfang.

          4:3-Auswärtssieg: Allerlei Grund zur Freude hatten die orangefarbenen Lilien in Karlsruhe.
          4:3-Auswärtssieg: Allerlei Grund zur Freude hatten die orangefarbenen Lilien in Karlsruhe. : Bild: dpa

          Angetrieben von Kempe und einem Marvin Mehlem, der zuvor in seine düsteren Phasen der Vorsaison zurückgefallen schien, kämpften und spielten sich die Darmstädter zurück in die Partie. Und Victor Palsson erzielte wie schon vier Tage zuvor in Osnabrück ein Tor nach einem Kempe-Eckball – 2:2 (65.). Doch die wilde Fahrt durch den Karlsruher Wildpark wurde noch hochtouriger: SVD-Angreifer Serdar Dursun traf zur 3:2-Führung (77.) – natürlich nach Kempe-Eckball. Und der Karlsruher Sturmhüne Hofmann, gewissermaßen Kempes Widerpart an diesem temporeichen Nachmittag? Ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte in der 81. Minute das 3:3. Doch auf Kempes letzten Streich in der Nachspielzeit hatte der KSC dann keine Antwort mehr.

          2. Bundesliga

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          Dagegen musste Aufstiegs-Mitfavorit Hannover 96 einen weiteren empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak bleibt nach dem deutlichen 1:4 (0:2) bei der SpVgg Greuther Fürth weiter ohne Auswärtspunkt.

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