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Zweite Fußball-Bundesliga : Aufstiegshoffnung in Freiburg - Abstiegsangst in Rostock

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Durchgesetzt: Freiburg und Topralk (r.) siegten gegen München und Rösler - und sind Erster Bild: dpa

Famoser Start in die Rückrunde der zweiten Liga: Die Kellerkinder Wehen Wiesbaden und Frankfurt siegten. Rostock indes rutscht immer tiefer ab. Fürth fertigte Ingolstadt schon in der ersten Hälfte ab. Und Freiburg eroberte die Tabellenspitze in München.

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          Freiburg ist vorne, Fürth feiert - mit einer glanzvollen Toregala beim Rückrundenauftakt in der zweiten Fußball-Bundesliga ist die Spielvereinigung Greuther Fürth ins Aufstiegsrennen zurückgekehrt. Die Tabellenführung mussten die als unaufsteigbar geltenden Franken trotz des 6:1-Derby-Schützenfestes am Sonntag gegen den FC Ingolstadt aber dem SC Freiburg überlassen. Mit dem ungefährdeten 2:0 beim TSV 1860 München übernahmen die Breisgauer zumindest für 30 Stunden die Tabellenspitze (siehe auch: Die aktuelle Tabelle der zweiten Fußball-Bundesliga).

          „Das war ein gutes Spiel von uns. Es ist schön, als Tabellenführer heim zu fahren“, stellte Freiburgs Trainer Robin Dutt entspannt fest. „Löwen“-Coach Marco Kurz war restlos bedient: „Das war erbärmlich.“ Allerdings können der 1. FC Kaiserslautern und der FSV Mainz 05, die sich an diesem Montag (20.15 Uhr / Live bei Premiere, im DSF und im FAZ.NET-2. Bundesliga-Liveticker) im Gipfeltreffen des 18. Spieltags gegenüberstehen, die Rangfolge auf den Aufstiegsplätzen wieder durcheinander wirbeln.

          Alemannia Aachen verpasste mit der 0:1-Niederlage bei Pokalschreck SV Wehen Wiesbaden ebenso den Anschluss an die Spitzengruppe wie der 1. FC Nürnberg und der FC Augsburg, die sich am Freitag mit einem torlosen Remis getrennt hatten, und der FC St. Pauli, der im Nordderby am Freitag in Osnabrück 2:2 spielte (siehe auch: Zweite Bundesliga: Zwei Nullnummern und dramatische vier Minuten).

          Stürmische Fünferkette: Wehen Wiesbaden feiert das 1:0 gegen Aachen durch Torschütze Ziemer
          Stürmische Fünferkette: Wehen Wiesbaden feiert das 1:0 gegen Aachen durch Torschütze Ziemer : Bild: dpa

          Im Tabellenkeller war neben Wehen der FSV Frankfurt der große Gewinner. Mit dem 4:0 gegen Rot Weiss Ahlen reichte der FSV den letzten Platz an TuS Koblenz (0:0 am Freitag in Oberhausen) weiter. Hansa Rostock steckt nach der bittere 0:1-Pleite im Duell der Bundesliga-Absteiger mit dem MSV Duisburg in immer größerer Abstiegsnot. „Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden, einfache Abspielfehler gemacht und keine Ordnung gehabt“, sagte der maßlos enttäuschte Hansa-Coach Dieter Eilts.

          Im Fürther Ronhof kamen die 6600 Zuschauer nicht aus dem Staunen heraus. Torjäger Sami Allagui mit seinen Saisontreffern zwölf und 13, Stefan Reisinger (2), Leo Haas und Charles Takyi führten das Team von Trainer Benno Möhlmann zum höchsten Saisonsieg und erstmals seit über vier Jahren wieder an die Tabellenspitze. Einziger Schönheitsfehler bei der Fürther Party war das Gegentor von Valdet Rama. „Das war ein super Einstand, aber es ist noch langer Weg, bis man es wirklich geschafft hat“, sagte in der Winterpause aus Rostock gewechselte frühere Nationalspieler Christian Rahn. „Die Fürther waren in allen Belangen besser und haben gezeigt, dass sie ganz oben mitspielen wollen“, stellte Ingolstadts Trainer Thorsten Fink anerkennend fest.

          Auch Freiburg unterstrich seine Aufstiegsambitionen. Ömer Toprak (27.) und Julian Schuster (62.) trafen vor 21.800 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena, wo die „Löwen“ mit dem enttäuschenden Neuzugang Sascha Rösler seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen haben. „Die zweite Halbzeit war beschämend. So kann es nicht weiter gehen“, wetterte 1860-Torwart Philipp Tschauner. Im Tabellenkeller landeten der Frankfurt und Wehen Wiesbaden wichtige Siege. Der FSV holte im Aufsteigerduell mit Ahlen nach Treffern von Youssef Mokhtari, Matias Esteban Cenci, Neuzugang Gennadi Blisnjuk und David Ulm den höchsten Saisonsieg.

          Hansa Rostock verliert und steckt im Tabellenkeller fest

          In Wiesbaden feierte Trainer Wolfgang Frank nach dem Pokalsieg gegen den Karlsruher SC ein erfolgreiches Zweitliga-Comeback. Der in der Winterpause aus Kaiserslautern gekommene Marcel Ziemer (45.) schoss das Tor des Tages. Im Rostock bejubelte der noch ungeschlagene Trainer Peter Neururer seinen Torschützen Markus Brzenska, der zehn Minuten vor Spielende den verdienten MSV-Sieg perfekt machte. Bei Hansa lief alles schief - in der 33. Minute vergab Martin Retov sogar einen Foulelfmeter.

          Der 1. FC Nürnberg setzt unterdessen seinen Jugendstil fort. Einen Tag nach dem torlosen Remis am Freitag beim FC Augsburg erledigte der „Club“ gleich zwei zukunftsweisende Personalien. Der am Saisonende auslaufende Vertrag mit dem 43-jährigen Trainer Michael Oenning wurde um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2011 verlängert. FCN Präsident Michael A. Roth freute sich über die weitere Zusammenarbeit mit einem „Trainer aus der jungen Garde.“ Ein weiteres Zeichen für die Zukunft setzten die Franken mit der Vertragsverlängerung des 22 Jahre alten Mike Frantz, der seinen noch bis Sommer 2010 gültigen Kontrakt vorzeitig bis Saisonende 2013 verlängerte.

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