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Zweite Bundesliga : Mainz und 1860 München furios

  • Aktualisiert am

Mainzer Muntermacher: Markus Feulner Bild: dpa

Mainz 05 ist erfolgreich in die Saison der Zweiten Fußball-Bundesliga gestartet. Der Erstliga-Absteiger gewann gegen Koblenz 4:1. Vorläufiger Tabellenführer ist der TSV 1860 München nach dem 6:2 im Derby gegen Augsburg.

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          Erleichterung in Mainz, Köln und München, Enttäuschung in Aachen und Freiburg - beim Auftakt in die 34. Saison der Zweiten Fußball-Bundesliga waren nicht alle Spitzenklubs wunschlos glücklich.

          Absteiger FSV Mainz 05 erwischte am Sonntag mit dem 4:1 gegen den TuS Koblenz einen Start nach Maß, der 1. FC Köln rechtfertigte mit dem 2:0 beim FC St. Pauli seine Rolle als Aufstiegsfavorit, und der TSV 1860 München stürmte mit dem 6:2-Derbysieg über den FC Augsburg zunächst an die Tabellenspitze. Dagegen leisteten sich Alemannia Aachen (2:2 gegen Jena) mit Weltmeister Guido Buchwald auf der Trainerbank und der SC Freiburg (1:2 in Osnabrück) einen Fehlstart.

          Erstliga-Absteiger Borussia Mönchengladbach geht am Montag (20.15 Uhr, im FAZ.NET-Liveticker) mit dem Klassiker in Kaiserslautern in das Unternehmen Wiederaufstieg und hofft auf den Einsatz des lange verletzten Nationalspielers Oliver Neuville.

          Neulinge trumpfen auf

          Von den Klassenneulingen gelang neben dem VfL Osnabrück auch dem SV Wehen-Wiesbaden ein Drei-Punkte-Start. Den 3:2-Siegtreffer im Dorfklub-Duell mit 1899 Hoffenheim köpfte Patrick Bick in der Nachspielzeit. „Da ist noch ein Schuß Naivität dabei gewesen“, kritisierte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick das Verhalten seiner Mannschaft bei den Gegentoren.

          Mit einem Punkt musste sich Fürths Trainerneuling Bruno Labbadia beim 1:1 in Aue begnügen. Beim 2:0 von Kickers Offenbach in Paderborn trafen Moses Sichone und Christian Müller (Siehe auch: 2. Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

          Petr Ruman (55.) und Markus Feulner (56.) mit einem Doppelschlag sowie Damir Vrancic (72.) machten vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Mainzer Bruchweg den Sieg für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp perfekt. Feulner (5.) hatte Mainz früh in Führung geköpft, Anel Dzaka (43.) gelang kurz vor der Pause der Ausgleich für die von Uwe Rappolder und Mario Basler betreuten Koblenzer. „Das war großer Sport, es hat richtig Spaß gemacht. Meine Jungs haben unglaublich leidenschaftlich gekämpft“, freute sich Klopp.

          Eklat in Augsburg

          Nach zwei 0:3-Pleiten gegen Augsburg in der Vorsaison nahmen die Münchner „Löwen“ mit ihrem höchsten Auswärtssieg im Profifußball erfolgreich Revanche in einem turbulenten bayerischen Derby, in dem sich Antoni di Salvo als dreifacher Torschütze hervortat. Das irreguläre Führungstor von 1860 durch Berkant Göktan (16.) und eine umstrittene Rote Karte für FCA- Verteidiger Roland Benschneider brachten den FCA mächtig in Rage. Nach Spielende hatten sich die erhitzten schwäbischen Gemüter beruhigt. „Ich gratuliere München. Sechs Tore auswärts, das muss man erst einmal schaffen“, sagte FCA- Manager Andreas Rettig.

          Für einen Eklat sorgte FCA-Stadionsprecher Rolf Störmann, der zur Pause über Mikrofon verkündete, das Münchner Führungstor sei irregulär gewesen. Die TV-Bilder bestätigten, dass nach Göktans Freistoß der Ball nicht komplett die Torlinie passiert hatte. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hielt Störmanns Fauxpas allerdings in seinem Bericht an den DFB-Kontrollausschuss fest. FCA-Manager Andreas Rettig entschuldigte sich nach dem Spiel „in aller Form. Der Verein hat sich nicht mit Ruhm bekleckert“ (Siehe auch: Ärger um Stadionsprecher - FC Augsburg entschuldigt sich).

          Spielerisch enttäuschte das Kölner Starensemble am Freitag am Hamburger Millerntor, doch die Erleichterung nach dem gelungenen Saisonauftakt war groß. „Bei dem Umfeld wäre alles gleich wieder in Frage gestellt worden“, sagte FC-Trainer Christoph Daum nach dem „eminent wichtigen Sieg“ durch die Tore der Starstürmer Patrick Helmes und Milivoje Novakovic. Im Westschlager am kommenden Montag gegen Aachen erwartet Daum schon eine bessere FC-Elf, „aber um zusammenzuwachsen, brauchen wir fünf, sechs Spiele.“

          Buchwald: „Das tut weh“

          Aachen und Freiburg mussten feststellen, dass der Aufstieg kein Selbstgänger wird. „Wir haben unnötig zwei Punkte verloren. Das tut weh“, sagte Alemannen-Coach Guido Buchwald. Nach einer 2:0-Führung gegen Jena musste sich der Weltmeister von 1990 am Ende mit einem enttäuschenden 2:2 begnügen. Freiburgs neuer Trainer Robin Dutt stellte nach seinem völlig missratenen Einstand lapidar fest: „Das erste Spiel haben wir uns natürlich anders vorgestellt.“

          Der siegreiche Neuling freute sich dagegen mächtig über drei nicht unbedingt einkalkulierte Punkte. „Wir sind über die Leidenschaft gekommen“, nannte VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz das Erfolgsrezept des Aufsteigers, dessen famoser Saisonstart im Stadion an der Bremer Brücke eine Begeisterung wie selten zuvor auslöste. „Seit ich hier bin, habe ich die Kurve noch nie so laut gehört“, sagte Wollitz.

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