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Zweite Bundesliga : Eintracht im Glück – Idrissou trifft spät

Frankfurts Erwin Hoffer (rechts) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 mit Benjamin Köhler und Mohamadou Idrissou Bild: dpa

Der Stürmer erzielt den Siegtreffer zum mühevollen 2:1 in Aue. Die Frankfurter Zweitligaprofis bleiben ungeschlagen und kehren auf Platz zwei zurück.

          2 Min.

          Es bleibt dabei: Die Erfolgsserie der Eintracht in der Zweiten Fußball-Bundesliga hat auch nach dem 14. Spieltag Bestand. Die Frankfurter kamen am Montag zu einem schmeichelhaften 2:1 beim FC Erzgebirge Aue und kehrten durch den Sieg auf den zweiten Tabellenplatz zurück, der zum Ende der Runde zum direkten Wiederaufstieg, dem erklärten Ziel, genügen würde.

          Die Entscheidung fiel durch Mohamadou Idrissou, der in abseitsverdächtiger Position stand, in der 86. Minute. „Wenn du so ein Spiel gewinnt, bist du oben dabei“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh, der das Defensivverhalten seiner Spieler kritisierte und von einem „sehr glücklichen Sieg“ sprach.

          Die Partie war anfangs ein Spiegelbild aller vorigen Auswärtsauftritte der Hessen. Auch in Aue traf sie auf einen Gegner, der, angetrieben vom eigenen Publikum, vom Anpfiff weg sein Heil im Vorwärtsgang suchte, während die Eintracht reagierte, sich nach anfänglichen Unstimmigkeiten zunächst einigermaßen vernünftig sortierte und die mit viel Kraft, aber wenig Konzept vorgetragenen Angriff vorerst kontrolliert ins Leere laufen ließ. Das Frankfurter Mittelfeld um die erfahrenen Alexander Meier oder Benjamin Köhler besitzt mittlerweile ein gutes Gespür, wie es einem von großem Willen beflügelten Konkurrenten begegnen muss.

          Kein Strafstoß für Aue

          Nach vorne glückte freilich wenig, so dass sich das Geschehen weitestgehend rund um den Anstoßkreis abspielte und frei von ansehnlichen Höhepunkten war. Was auch daran lag, dass auf Kapitän Pirmin Schwegler, der sonst bislang so umsichtig Regie führte, nicht wie gewohnt Verlass war. Ein ums andere Mal verlor der Schweizer nach der Balleroberung die Kugel und unterband damit so manche Offensivaktion im Ansatz. Im Sturm konnte Trainer Veh auf Idrissou bauen, der von seiner Knöchelverletzung genauso rechtzeitig genesen war wie Meier, den bis zum Wochenende noch eine Oberschenkelzerrung geplagt hatte.

          Glückliche Sieger: Idrissous später Treffer zum 1:2

          Nach knapp einer halben Stunde besaß die Begegnung des Abstiegskandidaten mit dem Aufstiegsaspiranten ihren ersten großen Aufreger: Gordon Schildenfeld hatte sich in einem Laufduell verschätzt und musste die Hände zu Hilfe nehmen, um den mit schnellen Schritten in den Frankfurter Strafraum eingedrungenen Jan Hochscheidt noch auszubremsen; Schiedsrichter Felix Brych ahndete das strafstoßwürdiges Vergehen, sehr zum Verdruss der Zuschauermehrheit in dem mit 8600 Besuchern besetzten Erzgebirgsstadion, allerdings nicht. Wenn die Eintracht gefährlich vorstieß, tat sie dies über ihre Flügelflitzer Constant Djakpa auf links oder Sebastian Rode auf rechts, wobei die erste wirklich durchdachte Kombination sofort die Führung zur Folge hatte.

          Sebastian Jung entschied einen Zweikampf knapp hinter der Mittellinie zu seinen Gunsten, setzte Rode mit einem schnellen, flachen Zuspiel in Szene, der wiederum die nötige Übersicht besaß, den noch günstiger postierten Erwin Hoffer zu bedienen. Der kleine Österreicher vollendete den Konter im Fallen mit seinem vierten Saisontor zum 1:0 für die Frankfurter (40. Minute). Doch die Freude über den Vorsprung währte nur ganz kurz. Noch vor der Halbzeitpause erzielte Ronny König den Ausgleich. Der Stürmer entwischte seinem Bewacher Bamba Anderson und ließ Oka Nikolov aus kurzer Distanz keine Abwehrmöglichkeit (45.).

          Aues Ronny König und Frankfurts Anderson kämpfen um den Ball.

          Rote Karte für Lachheb

          Auch nach dem Seitenwechsel zog sich der Außenseiter dank seines Kampfgeistes gegen die individuell überlegenen Frankfurter passabel aus der Affäre. Ein kapitaler Fehlpass von Schildenfeld hätte den Auern beinahe den zweiten Treffer ermöglicht, doch der überraschte König lupfte das Spielgerät über die Latte (51.). Glück für die in dieser Phase zu unkonzentriert verteidigende Eintracht, dass Nikolov anschließend noch mit den Fingerspitzen an einen Schuss von König kam und Hochscheidt Sekunden später nur den Außenpfosten traf (59.).

          Mit der Einwechslung von Matthias Lehmann (für den ermatteten Meier) als zweitem Sechser stärkte Veh die Abwehrkraft seiner Elf für den Endspurt, in dem die Sachen nur noch zu zehnt auf dem Platz standen. Adli Lachheb sah nach einer sogenannten „Notbremse“ an Rode die Rote Karte (75.). Den numerischen Vorteil nutzte Idrissou, um mit seiner nächsten Last-Minute-Schlusspointe weitere drei Punkte zu sichern. „Am Schluss haben wir Glück gehabt“, sagte Hoffer, „wir können froh sein, dass wir die drei Punkte mitnehmen. Das ist wichtig für den Aufstieg.

          Erzgebirge Aue - Eintracht Frankfurt 1:2

          Tore: 0:1 Hoffer (40.), 1:1 König (45.),

          1:2 Idrissou (86.).

          Schiedsrichter: Brych (München)

          Zuschauer: 8600.

          Bes. Vorkommnis: Rote Karte gegen

          Lachheb (Aue) wegen Notbremse (74.).

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