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Zweite Bundesliga : Die „Roten Teufel“ leben noch - Hoffenheim hofft auf Liga eins

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Hoffenheim und Jochen Seitz ringen auch 1860 München nieder Bild: dpa

Der Aufsteiger aus Hoffenheim pirscht sich nach einem turbulenten Sieg mit drei Platzverweisen bei 1860 an die Aufstiegsplätze in der zweiten Liga heran. Auch Freiburg siegte. Wichtige Erfolge im Abstiegskampf verbuchten Osnabrück und Kaiserslautern.

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          Herber Dämpfer für Greuther Fürth, neue Hoffnung in Kaiserslautern: Der als „Retter“ verpflichtete Kroate Milan Sasic hat dem viermaligen deutschen Fußball-Meister aus der Pfalz bei seinem Einstand als Trainer mit einem überraschenden 1:0 (0:0)-Erfolg bei den Franken auf Anhieb neuen Mut im Abstiegskampf gemacht.

          Die geschockten Fürther verpassten dagegen am Sonntag mit der zweiten Heimniederlage der Saison die große Chance, erstmals seit Dezember 2005 wieder die Tabellenspitze der Zweiten Fußball-Bundesliga zu erobern. „Mehr als die verpasste Tabellenführung schmerzt, dass wir die drei Punkte nicht geholt haben“, kommentierte Fürths Coach Bruno Labbadia. Die Fürther behaupteten mit 35 Punkten trotzdem Platz zwei hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach (37), der am Montagabend im Top-Spiel den Verfolger FSV Mainz 05 (32) empfängt.

          Sasic: „In unserer Situation zählen nur Siege“

          Die Gewinner des 20. Spieltags waren im Aufstiegskampf der SC Freiburg, der 1. FC Köln (beide 34) und Aufsteiger 1899 Hoffenheim (31). Die Freiburger korrigierten ihren Fehlstart in die Rückrunde mit einem 1:0-Heimsieg gegen den FC Augsburg. Hoffenheim gewann ebenfalls mit 1:0 das von drei Platzverweisen geprägte Verfolger-Duell beim TSV 1860 München. Die Kölner hatten schon am Freitag in Jena ein 3:1 vorgelegt.

          Schiedsrichter Michael Weiner hatte in München alle Hände voll zu tun

          Kaiserslauterns neuer Trainer Sasic hatte als Nachfolger des entlassenen Kjetil Rekdal eine „ängstliche und unsichere“ Mannschaft vorgefunden - in Fürth war davon nichts mehr zu sehen. Ein kapitaler Torwartfehler von Sascha Kirschstein, der den Ball nach einem Lauterer Eckstoß aus den Händen gleiten ließ, nützte der abstaubende Axel Bellinghausen zum Tor des Tages (62. Minute). „In unserer Situation zählen nur Siege. Die Jungs haben fast alle Anweisungen angenommen in der kurzen Zeit, das zählt. Wir haben gut gearbeitet und verdient gewonnen“, kommentierte ein glücklicher Sasic.

          Copado zeigt nach dem Zoff eine Top-Reaktion

          Beim ersten Rückrundensieg des SC Freiburg fiel der Siegtreffer schon in der 10. Spielminute durch Karim Matmour. Nach der Pause kam Farbe ins Spiel: Augsburgs Abwehrspieler Ingo Hertzsch sah nach einer Notbremse die Rote Karte (51.), SC-Profi Amir Ahrout musste mit Gelb- Rot vom Platz (67.). „Unsere Ziele sind seit Saisonbeginn immer die gleichen - nur wir verraten sie nicht“, bemerkte Freiburgs Trainer Robin Dutt zum Thema Aufstieg.

          Nach dem Zoff mit Trainer Ralf Rangnick und der Absetzung als Kapitän zeigte Francisco Copado beim Auswärtssieg der Hoffenheimer in München eine Top-Reaktion. Der agile Spanier erzielte in der 20. Minute per Kopf sein neuntes Saisontor. „Wir haben wieder drei Punkte eingefahren, alle freuen sich“, kommentierte Copado. Nach der Pause wurde es in der Münchner Arena zunehmend leerer auf dem Platz.

          Gleich drei „Ampelkarten“ in der Münchner Arena

          Zunächst sah „Löwen“-Abwehrchef Gregg Berhalter nach einem Foulspiel an Copado die Gelb-Rote Karte (50.), dann erhielten die Hoffenheimer Jochen Seitz (67.) und Radek Spilacek (71.) die „Ampelkarte“. Die in der Offensive einfalls- und harmlosen „Löwen“ verloren trotz Überzahl auch ihr zweites Heimspiel in der Rückrunde.

          Unter Trainer Jürgen Seeberger zeigt die Formkurve der Aachener weiter nach oben, aber das 500. Saisontor der zweiten Liga durch Emmanuel Krontiris (19.) reichte der Alemannia in Offenbach trotzdem nicht zum dritten Sieg nach der Winterpause. OFC-Torjäger Suat Türkei (41.) sorgte mit Saisontreffer Nummer sieben für den Ausgleich.

          Sturmduo als Kölner „Aufstiegsversicherung“

          Immer düsterer wird es im Abstiegskampf für den SC Paderborn nach der 1:3-Heimniederlage gegen den VfL Osnabrück. „Wenn ich nicht gut Fußball spielen kann, muss ich zumindest in der Lage sein zu kämpfen“, kritisierte Trainer Pawel Dotschew. Schon sieben Punkte beträgt der Rückstand der Ostwestfalen auf einen Nichtabstiegsplatz. Noch schlechter steht nur der Tabellenletzte Carl Zeiss Jena da.

          Die Kölner Aufstiegs-Hoffnungen Köln verkörpert das Angriffsduo Milivoje Novakovic und Patrick Helmes, das zusammen für 25 der 38 Saiontore des FC verantwortlich zeichnet. Beim 3:1 in Jena erzielten der führende Zweitliga-Torschütze Novakovic seine Treffer 15 und 16, Nationalspieler Helmes traf zum neunten Mal. „Dieser Sieg gibt uns Auftrieb, weil er nicht so einfach war“, erklärte Trainer Christoph Daum. Das Sturmduo bezeichnet er als „unsere Aufstiegsversicherung“.

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