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Xabi Alonsos Vergangenheit : Das dunkle Baskenland

Wie die Zeit vergeht: Xabi Alonso (links) für San Sebastian gegen Fernando Torres von Atletico Madrid – im Juni 2003 Bild: picture-alliance / dpa

Der Neu-Münchner Xabi Alonso begründete seinen Weltruf als Fußballprofi bei Real Sociedad San Sebastian. Nach Aussagen eines früheren Klubpräsidenten soll der Verein jahrelang Dopingmittel gekauft haben – bei Eufemiano Fuentes.

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          Ein stolzer Baske, natürlich. Xabi Alonso, der nun im reifen Sportler-Alter von 32 Jahren zu Bayern München wechselt, begründete seinen Ruf als Fußballprofi bei Real Sociedad San Sebastian – er hatte als Neunzehnjähriger sein Erstliga-Debüt in dieser Mannschaft gegeben. Das war 2001.

          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          Mit den Basken wurde Alonso dann 2003 überraschend Meisterschaftszweiter in Spanien, nur um zwei Punkte geschlagen von Real Madrid, dem Team, bei dem er zuletzt aktiv war. Alonso hatte offenbar eine sehr gute Ausbildung in San Sebastian genossen – er startete dort eine Weltkarriere.

          Allerdings gab es bei den Basken offenbar auch eine dunkle Seite, just zu der Zeit, als Alonsos Stern aufzugehen begann. Im Jahr 2013 jedenfalls behauptete der frühere Vereinspräsident Inaki Baldiola, dass Real Sociedad San Sebastian von 2001 bis 2008 Dopingmittel bestellt und bis zu 342.000 Euro im Jahr aus einer schwarzen Kasse dafür bezahlt habe.

          Die Substanzen wurden angeblich beim spanischen Gynäkologen Eufemiano Fuentes geordert, zu dessen Kunden einst auch Radprofis wie Jan Ullrich gehört hatten. Die spanische Zeitung „El Pais“ veröffentlichte Dokumente, die die Verbindungen zwischen San Sebastian und Fuentes belegen sollen. Fuentes soll unter anderem Wachstumshormon und Insulin verkauft haben.

          Schmerzhaftes Duell: Xabi Alonso im WM-Finale 2010 gegen Nigel de Jong (rechts)

          Die Anschuldigungen beziehen sich nicht zuletzt auf José Luis Astiazarán, der in der entsprechenden Zeit die Geschicke des baskischen Klubs leitete. Astiazarán war auch jahrelang Präsident der spanischen Fußballliga und ist Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes. Er dementierte natürlich, „während meiner Amtszeit irgendwelche Kenntnisse oder Verdächtigungen hinsichtlich der Durchführung illegaler Praktiken durch die medizinische Abteilung“ gehabt zu haben.

          Und Alonso, der Neu-Münchner? Er wies alle Anschuldigungen ebenfalls entschieden zurück: „Ich habe niemals Doping bei Sociedad gesehen. Die Vorwürfe sind absolut falsch.“ Fuentes, der wegen seiner illegalen Praktiken eine einjährige Bewährungsstrafe und vier Jahre Berufsverbot als Sportmediziner erhalten hatte, sagte in seinem Prozess, dass er Sportler aus vielen Bereichen betreut habe – auch Fußballer.

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