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Wolfsburgs Edin Dzeko : Ein kommender Weltstar?

  • -Aktualisiert am

Wohin führt sein Weg? Edin Dzeko kann Wolfsburg verlassen - gegen ein wenig Kleingeld Bild: dpa

Einige sehen in ihm den Zlatan Ibrahimovic der Bundesliga, andere einen Marco van Basten. Nun steht Edin Dzeko vor dem nächsten Karriereschritt. Der Stürmer kann Wolfsburg im Sommer verlassen - für 40 Millionen Euro. Doch wer zahlt so viel?

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          Der englische Trainer Roy Hodgson hat nach eigenen Aussagen etwa 1000 Fußballspiele als verantwortlicher Mann an der Seitenlinie gesehen, man kann also davon ausgehen, dass Hodgson etwas vom Spiel versteht. Der Trainer des FC Fulham hatte vor den Europa-League-Spielen gegen den VfL Wolfsburg vor allem vor einem Spieler gewarnt – Edin Dzeko. Der bosnische Stürmer sei ein kommender Weltstar, sagte Hodgson.

          Nachdem Fulham die Wolfsburger zweimal bezwungen und in beiden Partien Fulhams Stürmer Bobby Zamora der bessere Angreifer gewesen war (zwei Tore, eine Vorlage), sagte Hodgson halb im Ernst, halb im Spaß: „Der Preis für Dzeko ist 40 Millionen Euro, habe ich gehört. Wenn man Zamora sieht, sollten wir den Preis für ihn nun wohl etwas höher setzen.“ Zamora spielt bei Fulham eine starke Saison und gilt als Kandidat, der im Sommer für fünf, sechs Millionen Euro zu einem der englischen Topklubs transferiert werden könnte.

          Edin Dzekos Leistungen bei den Spielen gegen die Londoner waren – auch verletzungsbedingt – eher mäßig. Und längst diskutiert man in Fußball-Europa darüber, ob dieser lange, treffsichere Bosnier denn wirklich die 40 Millionen Euro wert ist, die als festgeschriebene Ablösesumme in seinem Vertrag stehen. Wenn bis zum 31. Mai ein Verein kommt, der diesen Betrag zahlt, müsste der VfL seinen besten Spieler im besten Alter (24 Jahre) ziehen lassen.

          „Es wäre bei allem Geld einfach verdammt schade, wenn er geht“

          Die Niedersachsen, die an diesem Sonntag (17.30 Uhr / FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker) in Nürnberg antreten, wollen das natürlich nicht, sie würden ihn am liebsten für immer in Wolfsburg behalten. Aber das erscheint unmöglich. Dzeko ist willens und bereit für den nächsten Karriereschritt. Und es gibt Klubs, die finden, dass ein vergleichsweise junger Stürmer mit diesen Qualitäten diese Summe wert ist. Es gilt als gesichert, dass der AC Mailand, der FC Chelsea und Manchester United ihr Interesse bei Dzekos Beratern hinterlegt haben.

          Das weiß auch der Wolfsburger Manager Dieter Hoeneß: „Es gibt in Europa nicht viele Klubs, die diesen Transfer finanziell stemmen könnten. Deswegen gebe ich die Hoffnung nicht auf. Es wäre bei allem Geld einfach verdammt schade, wenn er geht.“ Man merkt schon an den Vergleichen, in welcher Kategorie sich Edin Dzeko bewegt. Manche sehen in ihm wegen seiner Größe und seiner Beweglichkeit den Ibrahimovic der Bundesliga.

          Andere erinnert Dzeko an Marco van Basten. „Van Basten war groß, beidfüßig, kopfballstark, schnell, technisch gut. So wie Edin. Aber Edin ist sogar noch körperlich robuster“, sagt Hoeneß. Die Kopfballstärke allerdings musste sich Dzeko erst erarbeiten. Als er 2007 nach Wolfsburg kam, hatte er hier deutliche Schwächen. Ein Fortschritt, den der gelehrige Schüler dem großen Meister zuschreibt: „Ich habe unter Felix Magath verstanden, dass es im Fußball um harte Arbeit geht. Ich habe immer wieder an meinem Kopfballspiel gearbeitet. Jetzt klappt das.“

          20 Millionen für den VfL - und Klose und Timoschtschuk als Zugabe?

          Trotz einiger Verletzungen, des Wolfsburger Vorrundentiefs und der anhaltenden Schwäche seines Sturmpartners Grafite hat Dzeko einer großartigen eine gute Saison folgen lassen. Und vielleicht wird es auch noch eine Bundesligasaison mit Dzeko geben. Für alle überraschend sprach er zuletzt davon, sich auch einen Wechsel innerhalb der Liga vorstellen zu können – zum FC Bayern natürlich. In München hält man große Stücke auf Dzeko, den professionellen und geerdeten Profi ohne Starallüren.

          Aber 40 Millionen Euro Ablöse? Allenfalls ein Tauschgeschäft plus Zuzahlung erscheint möglich. Vielleicht so: Der VfL bekäme 20 Millionen Euro – sowie Klose und Timoschtschuk als Zugabe. Oder einer der Enttäuschten aus der Champions League – Manchester United oder der AC Mailand – greift tief ins Portemonnaie. Um Edin Dzeko zu kaufen, der vor drei Jahren noch unbekannt war und damals vier Millionen Euro kostete.

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