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Remis gegen Augsburg : Wolfsburg auch nach neun Spielen ungeschlagen

  • -Aktualisiert am

Erfolgreich gemauert: Wolfsburg bleibt gegen Augsburg ohne Gegentor. Bild: EPA

Gegen den FC Augsburg treffen die Wölfe spät, doch das Tor zählt nicht. So verpasst der VfL den Sprung an die Tabellenspitze, das einzige bislang noch unbesiegte Team der Liga bleibt Wolfsburg dennoch.

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          Das besondere Gütesiegel machte an diesem Abend nur bedingt glücklich. Immer noch in allen Wettbewerben ungeschlagen, immer noch in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga etabliert: Als das Heimspiel des VfL Wolfsburg gegen den FC Augsburg beendet war, mochte niemand so richtig jubeln oder stolz darauf sein. Das 0:0 zwischen zwei bemühten, aber harmlosen Teams verdiente vor 22.530 Zuschauern wenig Applaus. Trotzdem darf über die Erfolgsserie der Wolfsburger weiterhin gestaunt werden. Sie sind seit dem Amtsantritt ihres neuen Cheftrainers Oliver Glasner einfach nicht zu bezwingen. Dass der Sprung an die Tabellenspitze verpasst wurde, mag ärgerlich erscheinen. Angesichts von mittlerweile fünf Unentschieden und vier Siegen ist allerdings auch klar, warum der VfL Wolfsburg noch nicht als echtes Spitzenteam der Liga durchgeht.

          Bundesliga

          Die Rückkehr in den Mehrfachmodus ist auch für den VfL Wolfsburg keine einfache Aufgabe. Vor anderthalb Jahren mussten sich die Niedersachsen noch voll und ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren. Jetzt jonglieren sie mit mehreren Aufgaben, die Spaß und müde zugleich machen. „Es ist das, was wir wollten“, sagt Trainer Glasner. Eben noch auf Dienstreise zum belgischen Klub AAK Gent (2:2), am Mittwoch ein Heimspiel in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen RB Leipzig: Dazwischen lag diese vermeintliche alltäglich und deshalb auch so schwierige Bundesliga-Aufgabe gegen den Tabellenvorletzten aus Augsburg.

          „Wenn du den Gegner auf dem Serviertablett hast“, sagte Glasner vor dem Spiel, „darfst du nicht nachlassen.“ Genau das passierte aber in Form einer kollektiven Erschlaffung. Alle Freunde positiver Statistiken und des offensiven Fußballs hatten an dieser Begegnung wenig Freude. Eine Halbzeit lang war das Spielgerät wie beim Flippern meistens unkontrolliert durch das Stadion geflogen. Dem Wolfsburger Angreifer Felix Klaus fehlt es bei den wenigen Torschüssen des Heimteams an der nötigen Präzision oder Übersicht. Auf der Gegenseite ließ Ruben Vargas die größte Gelegenheit der Augsburger ungenutzt und scheiterte an Torhüter Pavao Pervan.

          Wirksame Werbung für die Sonntagsspiele der Liga wollte beiden Seiten nicht gelingen. Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben dafür, dass der VfL mit Schwung die Tabellenführung übernehmen möchte, kam auch nicht in Sicht. Und der Jubel darüber, dass der eingewechselte Joao Victor den vermeintlichen Siegtreffer erzielt haben könnte, verstummte in der 84. Minute nach Ansicht von Fernsehbildern – wegen einer Abseitsstellung.

          Für viel Aufregung sorgte die Szene sechs Minuten vor dem Ende, als ein Treffer des eingewechselten Joao Victor von Schiedsrichter Tobias Stieler nach Videobeweis wegen Abseits nicht anerkannt wurde. „Ich kann das nachvollziehen“, räumte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke bei Sky ein. „Andererseits kann man darüber streiten, ob es später nicht eine neue Spielsituation war. Da verstehe ich nicht, warum es keinen Elfmeter für uns gab, weil Tin Jedvaj den Ball ganz klar mit der Hand gespielt hat“, sagte er.

          Der Rest der Liga darf weiter grübeln. Warum sind diese Wolfsburger, deren Team es streng genommen an herausragenden Könnern fehlt, eigentlich so schwer zu bezwingen? Weil unter der Regie von Glasner extrem diszipliniert agiert und reagiert werden muss. Das Aufbauspiel bleibt auf Sicherheit bedacht. Wenn es darum geht, den Ball zu erobern oder Angriffe zu unterbinden, arbeitet die gesamte Belegschaft mit. Keiner genehmigt sich eine künstlerische Pause, die zu Lasten des Kollektivs gehen würde. In der Summe führt das zu einer beeindruckenden Statistik. Fünf Gegentore nach neun Spieltagen sind Ligabestwert.

          Und wie man den VfL Wolfsburg nun gar nicht in Verlegenheit bringen kann, machte die Offensive des FC Augsburg mehrfach vor. Ein hünenhaftes Bollwerk mit Jeffrey Bruma, Marcel Tisserand und John Anthony Brooks ausgerechnet mit hohen Hereingaben überlisten zu wollen, gleicht der Quadratur des Kreises. Trotzdem bleibt den Augsburgern eine couragierte Leistung zu bescheinigen. An jenem Ort, an dem es zum Ende der vergangenen Saison eine bittere 1:8-Niederlage gesetzt hatte, gelang ein verdienter Punktgewinn. In der zweiten Halbzeit durfte die Augsburger Mannschaft unter der Obhut des früheren Wolfsburger Trainers Martin Schmidt sogar für sich in Anspruch nehmen, den hohen Favoriten mehrfach in Verlegenheit gebracht zu haben.

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