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1:1 in Leipzig : Wolfsburg bleibt ohne Niederlage

  • -Aktualisiert am

Immer wieder Weghorst: Auch in Leipzig trifft der Niederländer für den VfL. Bild: dpa

Der VfL Wolfsburg gewinnt nicht immer. Aber er verliert nie. Auch in Leipzig wenden die Niedersachsen die erste Saisonniederlage ab. RB sucht weiter nach der Form.

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          Auch RB Leipzig hat es nicht geschafft, den VfL Wolfsburg zu besiegen. In einem intensiven Bundesliga-Spitzenspiel kamen die Sachsen nicht über ein 1:1 gegen den noch immer ungeschlagenen Tabellenzweiten hinaus. Werner hatte den Tabellenvierten kurz nach der Pause in Führung gebracht (54. Minute), Weghorst glich mit seinem fünften Saisontor kurz vor Schluss (82.) aus. Ein gerechtes Ergebnis nach einem Spiel, über das die Sachsen nicht froh sein konnten, verlängerte sich doch die Serie ihrer sieglosen Auftritte auf nun vier Spiele ohne vollen Gewinn. Der VfL dagegen durfte sich schließlich wie ein Sieger fühlen, nachdem er auch diese schwere Auswärtsprüfung gemeistert hatte.

          Bundesliga

          Es war auch so etwas wie ein Spiel unter Verwandten. Die Leipziger, geprägt von Ralf Rangnick, dem deutschen Trainervater des zeitgemäßen Umschaltspiels, und die Wolfsburger, angeleitet vom früheren Salzburger RB-Jugendtrainer Oliver Glasner, werden gern miteinander verglichen. Auch von Julian Nagelsmann, der Rangnicks Leipziger Erbe um mehr Ballbesitzelemente angereichert hat. „Bei Wolfsburg sieht man den RB-Stil“, sagte der frühere Hoffenheimer Fußballlehrer über den Gegner vom Samstag, „sie verteidigen sehr mutig und haben eine proaktive Spielweise.“ Worte, in denen der große Respekt vor den Niedersachsen mitschwang, die als einzig ungeschlagene Mannschaft der Bundesliga nach Sachsen gereist waren.

          Kollege Glasner, stets freundlich und immer bestimmt, ließ sich durch solche Komplimente nicht aus der Reserve locken. „Ich denke, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht die klügste Variante wäre, sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen“, kündigte er eine eher vorsichtige und behutsame Herangehensweise für dieses Duell zweier Ligaspitzenmannschaften an. Verständlicherweise, da sich die Wolfsburger an den ersten sieben Spieltagen bei gerade einmal vier Gegentreffern auf die beste Abwehr aller 18 Klubs verlassen konnten.

          Leipzig fehlt der öffnende Pass

          So auch in Leipzig, wo sich das VfL-Bollwerk, angeführt vom Niederländer Bruma, vor der Pause nicht auseinanderdividieren ließ. Leipzig mühte sich zwar ständig, seine Tempovorteile auszunutzen, doch am Ende fehlte stets der öffnende Pass oder eine andere befreiende Tat. Die größeren Gelegenheiten in diesem von Nagelsmanns Team bestimmten, aber von Glasners Mannschaft kontrollierten Spiel hatte sogar Wolfsburg.

          Zunächst nach einem völlig sinnfreien Rückpass von Upamécano auf Torhüter Gulacsi, den der Ungar, um Schlimmeres zu vermeiden, mit der Hand abwehren musste. Beim anschließenden indirekten Freistoß nahe des Elfmeterpunkts scheiterte Arnold am Keeper von RB (18.). Der Schlussmann war kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal zur Stelle, als er Brekalos Schuss parierte (45.). Die Leipziger, bei denen Timo Werner immer wieder zu seinen Sprints und Dribblings ansetzte, besaßen dagegen nur Halbchancen. Ihrem Spiel fehlte es 45 Minuten lang an der letzten Konsequenz und Klarheit.

          Schaut her: Timo Werner bringt Wolfsburg in Führung.

          Kurz nach dem Wechsel jedoch belohnte sich Werner für seinen engagierten Auftritt. Wieder einmal spielte er seine enorme Geschwindigkeit aus, nachdem zuvor Bruma im Duell mit Poulsen nicht an den Ball gekommen war. Die Kugel landete beim deutschen Nationalspieler, der seinen Gegenspieler Mbabu abhängte und an Torhüter Pervan vorbeizog, ehe er den Ball ins leere Tor schob. Es war sein erster Treffer für Leipzig nach zuvor drei torlosen Ligaspielen – und sein sechster insgesamt in dieser Spielzeit.

          Danach schaltete Wolfsburg beim Blick auf die drohende erste Saisonniederlage vermehrt in den Vorwärtsgang, ohne die Defensive allzu großer Gefahr auszusetzen. Und nun zeigten die Niedersachsen auch, dass sie offensiv durchaus Spitzenformat besitzen. Nach einigen knapp verfehlten Gelegenheiten schlug schließlich der niederländische Torjäger Wout Weghorst zu, als er aus kurzer Distanz Williams Vorlage zum 1:1-Ausgleich und damit zum gerechten Endstand in einem sehenswerten, wenn auch nicht hochklassigen Spitzenspiel verwertete.

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