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Eintracht Frankfurt : „Wir sind einer der gesündesten Bundesligaklubs“

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Welche Argumente hat die Eintracht noch für die Sponsoren, außer dem Pokaltitel?

Unsere Solidität. Das gilt für die Führungsstruktur – nie hat es, solange ich bei der Eintracht bin, so gut gepasst wie in den vergangenen zwei Jahren – und bei den Finanzen. 28 Millionen Euro Eigenkapital sind eine Hausnummer. Und wir haben keine Vermarktungsrechte verpfändet, alle Einnahmen gehen auch an uns. Dazu können wir eine positive Entwicklung nachweisen. Wir sind im Ranking der TV-Einnahmen um vier Plätze nach vorne gerückt und werden bei 60 Millionen Euro liegen. Auch dadurch werden wir in der nächsten Saison erstmals die 150-Millionen-Umsatzgrenze durchbrechen. Wir sind sicher einer der gesündesten Vereine der Bundesliga.

Präsident Peter Fischer allerdings gilt nicht jedem als ein Vorbild an Seriosität.

Er bringt 54 000 Mitglieder unter einen Hut und wird mit 99,2 Prozent der Stimmen gewählt. Irgendetwas muss er also haben. Ich bewundere ihn für seine Arbeit in den vergangenen 18 Jahren. Die Vielfalt unserer Eintracht-Mitglieder ist sprichwörtlich, und all die unterschiedlichen Menschen wollen genau diesen Präsidenten. Das spricht für ihn. Genauso sein Kommentar zur Eintracht und der AfD. Das war sehr mutig. Da kann er noch drei Orden verliehen bekommen, aber den Ärger, den er sich damit eingehandelt hat, den muss jemand erst einmal aushalten.

Wie groß ist der Anteil von Fredi Bobic an dem Aufschwung der Eintracht? Was hat Bobic bei der Eintracht verändert und bewirkt?

Mit ihm haben wir unter anderem eine Scouting-Abteilung bekommen, die den Namen verdient. Wenn die Transferquote bei 50:50 liegt, ist das schon o. K., wir haben zuletzt aber 80 Prozent und plus. Nicht jede Neuverpflichtung hat zu 100 Prozent eingeschlagen, aber fast jeder hat über die Saison seinen Wert gehabt und seinen Beitrag zum Erfolg geleistet. Im Vergleich zu den Bayern oder zwei, drei anderen Top-Klubs in der Bundesliga sind wir ein Ausbildungsverein. Wenn Millionen-Offerten ins Haus flattern, werden weder der Klub noch die betroffenen Spieler nein sagen können. Aber wir arbeiten daran, auch hier in die Oberstufe versetzt zu werden. Insgesamt ist die Transferpolitik eine erfolgreiche.

Wieso rufen Sie Bobic schon mal um 2 Uhr morgens an?

Weil ich schon um 21 Uhr ins Bett gegangen bin, dann aufwache und mir etwas durch den Kopf geht, was ich unbedingt mit Fredi Bobic besprechen will.

Das spricht für ein gutes Verhältnis, die meisten wären verärgert, um diese Zeit angerufen zu werden.

Vor allem haben wir ein vertrauensvolles Verhältnis, das ist bei Fredi nicht so leicht zu erlangen. Er will Beweise, dass das, was man sagt, auch stimmt und nachhaltig gilt. Das ist bei uns der Fall gewesen. Bisher ist nichts geschehen, wofür wir uns beim anderen hätten entschuldigen müssen. In einer Branche, in der so viel geschwätzt wird, ist es wertvoll, zu wissen, dass es stimmt, was der andere sagt.

Auch zu Niko Kovac hatten Sie ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Hat es sehr durch die Begleitumstände des Wechsels zu den Bayern gelitten?

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