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WM-Held zur Eintracht : Götze ist kein fauler Apfel

  • -Aktualisiert am

Der goldene Moment: Mario Götze im WM-Finale 2014 in Brasilien Bild: dpa

Können ein absteigender und ein aufsteigender Ast gedeihlich an einem Baum wachsen? Im Fall der Zusammenarbeit von Eintracht Frankfurt mit Fußballprofi Mario Götze ist der Fall klar.

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          Vor sechs Jahren rettete sich die Eintracht erst in der Relegation vor dem Bundesliga-Abstieg. Mario Götze wurde mit den Bayern Meister, nachdem er schon in Dortmund den Titel geholt und 2014 Deutschland mit seinem Final-Tor zum Weltmeister gemacht hatte. Dass sich nun die Wege von Klub und Spieler kreuzen, gehört zu den wahnwitzigen Entwicklungen, die den Fußball würzen.

          Können jedoch ein absteigender und ein aufsteigender Ast gedeihlich an einem Baum wachsen? Nun: Warum nicht?

          Große Chancen bei geringen Risiken

          Die Kollaboration bietet für beide Seiten große Chancen bei vergleichsweise geringen Risiken. Götze hat ohnehin nicht mehr viel zu verlieren und kommt in den Genuss, mit einem der emotionalsten Vereine noch einmal in der Königsklasse anzutreten. Die Frankfurter erhalten mit Götze die ballsichere, konstruktive und schlaue Offensivkraft, die sie für eine bessere Balance und größere Variabilität in ihrem Spiel dringend brauchen. Die Kernfrage lautet: Kann der offensive Mittelfeldspieler im Alter von 30 Jahren seine Fähigkeiten noch auf den Platz bringen?

          Die Antwort lautet: Höchstwahrscheinlich schon, außer man erwartet von ihm die Weltklasseleistungen, die er letztmals 2014 gezeigt hat. Aber für die Ansprüche der Eintracht genügt schon der Götze, der in den vergangenen zwei Jahren die Erwartungen der PSV Eindhoven erfüllte. Götze hat sich in der Abgeschiedenheit der Eredivisie stabilisiert, seriös gearbeitet und eine Fitness und Robustheit entwickelt, die ihm gefehlt haben, um bei den Bayern erfolgreich zu sein. Mit einer Ablöse von drei Millionen Euro und einem Grundgehalt von unter drei Millionen Euro passt der einstige Welt-Star zudem ins finanzielle Gefüge der Hessen.

          Dass er zu diesen Konditionen zu haben ist, spricht gegen die Befürchtung, ein satter Götze könnte als fauler Apfel im Frankfurter Korb die Gemeinschaft der Mentalitätsspieler vergiften. Wären Zweifel an Götzes Motivation angebracht, die Eintracht wüsste es. Sportvorstand Krösche und Trainer Glasner waren Assistenztrainer von Roger Schmidt, Götzes Coach in Eindhoven. Götze und die Eintracht: das ist den Versuch wert.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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