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Willi Lemke im Gespräch : „Thomas wird sicher nicht ewig bei Werder bleiben“

  • Aktualisiert am

Roter Background, grün-weißes Herz: Willi Lemke Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Werder Bremen steckt vor dem Spiel in Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr) in Abstiegsgefahr. Aufsichtsratschef Willi Lemke im Gespräch mit Roland Zorn über sein Verhältnis zum Duo Schaaf/Allofs, das Bremer Säulenmodell und den Werder-Weg der Zukunft.

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          Willi Lemke, langjähriger Manager von Werder Bremen, ist heute Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesligaklubs. Seit drei Jahren arbeitet er, in der Position eines Under Secretary, für die Vereinten Nationen als Repräsentant, Anwalt, Förderer und Vermittler des Sports.

          Wie und wo haben Sie in dieser für Werder so schweren Saison mitgelitten?

          Ich leide derzeit quasi weltweit mit Werder. Ich bin als Sonderberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung 260 Tage im Jahr nicht in Bremen. Und auf meinen Reisen will ich überall sofort wissen, wie Werder gerade gespielt hat. Sichergestellt ist immer, dass meine Kinder oder Freunde von Werder mir bei jedem Tor eine Mail oder SMS schicken. Natürlich werde ich derzeit oft gefragt: Was ist mit Werder los?

          Das fragen Sie sich selbst wohl auch.

          Allerdings. Ich werde nachts sogar häufiger von Werder-Albträumen geplagt - wie vor ein paar Tagen, als ich bei einem Bundesligaspiel im Weserstadion mit unseren Geschäftsführern in der Loge stand und beim Rausgucken nur rund 200 Zuschauer sah.

          So weit ist es ja wirklich noch nicht. Gleichwohl steckt Ihr Klub in der schwierigsten Situation seit Jahren. Es droht sogar der Abstieg. Wie empfinden Sie als langjähriger Manager des SV Werder aus der goldenen Ära mit Otto Rehhagel als Trainer das derzeitige Krisenmanagement von Geschäftsführer Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf?

          Ich habe von Rehhagel, dem damaligen Präsidenten Franz Böhmert und dessen Vize, dem jetzigen Präsidenten und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, unheimlich viel gelernt, nämlich wie man einen Klub seriös und verantwortlich führt. Die Ruhe, die wir auch jetzt noch ausstrahlen, hat etwas mit dem Bremer Säulenmodell zu tun. Da ist Thomas Schaaf, seit 1999 unser Trainer, Klaus Allofs, seit 1999 unser Manager, Klaus-Dieter Fischer, seit ewigen Zeiten Werderaner, und da bin ich, der Werder auch schon fast dreißig Jahre dient.

          Als Chefkontrolleur des Klubs müssen Sie unter anderem die Arbeit Ihres Nachfolgers Allofs begutachten oder den Vertrag mit ihm verlängern. Sie sind also eine Art Vorgesetzter des ehemaligen Werder-Profis. Wie gehen Sie miteinander um?

          Mein Verhältnis zu Klaus ist in Ordnung und kollegial, aber nicht ohne Reibung, also das typische Verhältnis zwischen Vorgänger und Nachfolger. Er kommt aus der Welt des Fußballs, ich aus der Welt der Politik. Da gibt es Unterschiede und auch schon mal Spannungen. Die lösen wir aber intern.

          Und wie sind Ihre Beziehungen zu Thomas Schaaf?

          Thomas ist ein toller Mensch, aber wir glucken nicht zusammen und sprechen uns nur selten. In Zukunft aber müssen wir alle mehr miteinander reden, um weniger Fehler zu machen.

          Glauben Sie, dass Schaaf nach dieser Saison von sich aus geht?

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