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Guerilla-Plakate in Dortmund : „Was homosexuelle Spieler unter der Dusche machen?“

Dieses Plakat twitterte User „314Felix“ aus Dortmund. Bild: Screenshot Twitter.com/314felix

Schon im Mai gab es in Dortmund Plakate gegen Rechtsextremismus, die aussahen, als kämen sie vom BVB. Doch der Klub war daran nicht beteiligt. Nun tauchen neue Plakate auf. Die Borussia reagiert schnell.

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          Es war am 11. Mai, als im Dortmunder Stadtgebiet auf einmal Plakate auftauchten. „Lieber die Meisterschaft an Bayern verlieren als Dorstfeld an die Nazis“, stand auf einem. Angeblich stammten diese Worte von Mario Götze. Auch ähnliche Zitate, die sich gegen Rechtsextreme richteten, von Marco Reus, Łukasz Piszczek und Lucien Favre waren zu lesen.

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.
          Simon Hüsgen
          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Die Plakate am Tag des Spiels Dortmund gegen Düsseldorf trugen seinerzeit die Logos des Familienministeriums, von Exit Deutschland, einer Initiative für Aussteiger aus der rechten Szene, sowie des BVB, dazu waren sie in den Vereinsfarben Schwarz und Gelb gehalten. Erst beim genauen Hinsehen fielen einige Unstimmigkeiten auf. Die vermeintlichen Urheber erklärten schnell, dass sie mit der Aktion nichts zu tun hätten.

          An diesem Samstag spielte die Borussia wieder gegen Düsseldorf (5:0) – und am Morgen hingen abermals Plakate in Dortmund. Diesmal richten sie sich gegen Homophobie. Unter anderem ist der Spruch „Was homosexuelle Spieler unter der Duschen machen? Duschen.“ zu lesen. Das Motto aller Aushänge ist: „JEDE LIEBE ist Echte Liebe“ und bezieht sich auf den Marketingslogan der Borussia, der „Echte Liebe“ heißt.

          Weitere Slogans sind, wie die Ruhr Nachrichten auf ihrer Website zeigen: „Wie schwule Stürmer den Zweikampf gewinnen? Mit vollem Einsatz“ und „Eier, wir brauchen Eier! Wanted: Deutschlands erster aktiver homosexueller Profifußballer“. Logos von Vereinigungen oder anderen angeblich Beteiligten sind diesmal nicht zu sehen. Alleine das BVB-Logo ist plaziert. Dazu gibt es den Hashtag #gemeinsamgegenhomophobie

          Der Klub reagierte schnell und schrieb auf seinem offiziellen Twitter-Account: „In der Stadt Dortmund sind viele Plakate gegen Homophobie im BVB-Design aufgetaucht. Die Plakate sind nicht von uns. Die Botschaften unterstützen wir aber voll und ganz.“ Dazu stellten die Dortmunder ein gut 40 Sekunden langes Video, in dem sie die Botschaft unterstreichen. Später twitterte der Klub auf die Reaktionen der Follower: „Danke für Euer positives Feedback. Homophobe Kommentare lehnen wir ab. Wer diese Meinung nicht mitträgt, hat auf unseren Kanälen nichts zu suchen und wird blockiert.“

          Das Thema ist aktuell. Fast sechs Jahre nach seinem Coming-out hält der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger den Umgang mit Homosexualität im Profifußball mittlerweile für besser. „Homosexualität ist zwar immer noch nicht enttabuisiert, aber dennoch stelle ich Verbesserungen fest“, sagte der Vorstandschef des Zweitligavereins VfB Stuttgart jüngst im Interview des Magazins der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Es war und ist möglich, im Profifußball einen Platz zu haben, auch wenn man nicht zum Mainstream zählt. Das hat mir auch auf meinem weiteren Berufsweg Selbstvertrauen gegeben.“ Der 37-Jährige hatte sich Anfang 2014 geoutet. Hitzlsperger ist seit Mitte Oktober Vorstandsvorsitzender des VfB.

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