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„Seppl“ droht Karriereende : Die Eintracht verneigt sich vor Sebastian Rode

  • -Aktualisiert am

Wichtige Stütze in dieser Saison, nun droht eine lange Pause: Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt Bild: dpa

Er brachte den Frankfurtern Struktur und Reife. Bitter, dass der Mittelfeldspieler nicht nur beim Saison-Finale fehlen wird, sondern auch darüber hinaus. Für den Bundesligaklub steht nun vieles auf dem Spiel.

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          Das Lob hätte nicht größer ausfallen können. „Er verkörpert, was uns in dieser Saison auszeichnet“, sagte Trainer Adi Hütter über Sebastian Rode, nachdem der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler den Treffer zum 2:0 über Benfica Lissabon erzielt hatte, der die Frankfurter Eintracht ins Halbfinale der Europa League brachte. Sebastian Rode, der unermüdliche Antreiber, der dynamische Dauerläufer, der verbissene Störenfried gegnerischer Ambitionen, verlässlicher Helfer der Kollegen nicht nur zwischen den Strafräumen, sondern auch in den Strafräumen.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der blonde Südhesse, bei der Eintracht groß geworden und dann fünf Jahre bei den Spitzenklubs Bayern München und Borussia Dortmund unter Vertrag, war im Winter auf Leihbasis vom BVB in die Heimat zurückgekehrt. Eine umstrittene Entscheidung, denn der Hesse war in der Fremde immer wieder durch schwere Verletzungen zurückgeworfen worden. Aber in Frankfurt lief es bestens. Rode brachte der Eintracht die Struktur und Reife, die sie befähigten, auf eine gute Vorrunde und eine noch bessere Rückrunde zu setzen.

          „Moment mal“ statt „Hurra“

          Er war derjenige, der in dieser mit ihrer Wucht und Entschlossenheit ganz Deutschland begeisternden Mannschaft nicht nur immer „hurra“ brüllte, sondern zwischendurch mal ein „Heureka“ oder auch nur ein „Moment mal“ einstreute. Lohn der guten Taten: In der Liga rückte die Eintracht bis auf Rang vier vor, in der Europa League erreichte sie das Halbfinale.

          Am vergangenen Sonntag wiederholte Trainer Hütter seine Verneigung vor „Seppl“, wie sie ihn in Frankfurt liebevoll nennen, aber in einem ganz anderen, einem ganz bitteren Zusammenhang. Dass „Seppl“ für die Eintracht stehe, hatte der Österreicher seiner Bekanntgabe der Diagnose von Rodes Verletzung vorausgeschickt, die er sich im Halbfinal-Rückspiel in London gegen den FC Chelsea zugezogen hatte: Knorpelschaden im Knie. Eine Verletzung, die dessen Karriere beenden könnte, aber zumindest eine Pause von mehr als einem halben Jahr erforderlich macht.

          Wichtiger Mann für die Eintracht: Sebastian Rode (r.), hier im Duell mit Chelsea Londons Ruben Loftus-Cheek
          Wichtiger Mann für die Eintracht: Sebastian Rode (r.), hier im Duell mit Chelsea Londons Ruben Loftus-Cheek : Bild: dpa

          Die Nachricht tat genauso weh wie das unglückliche Scheitern gegen Chelsea im Elfmeterschießen und die anschließende 0:2-Heimniederlage gegen Mainz 05, die die Frankfurter – mit Rode auf der Tribüne statt auf dem Spielfeld – gerade zu verdauen hatten. Der Eintracht könnte es jetzt wie seiner Leitfigur ergehen – dass eine großartige Saison mit einer schmerzhaften Enttäuschung endet.

          Von Platz vier auf Rang sechs sind die Frankfurter am vorletzten Spieltag schon zurückgefallen. Verlieren sie auch noch ihr letztes Bundesligaspiel bei Bayern München am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), könnte nicht nur die Champions League verspielt sein, sondern auch noch die neuerliche Teilnahme an der Europa League. Das wäre ein schon tragisch zu nennendes Ende des glanzvollsten Frankfurter Fußballjahres seit Jahrzehnten. Aber die Eintracht rettete auch schon 2018 ihre Saison im letzten Spiel gegen die Bayern. Damals war es das Pokalfinale. Die Mentalität, sich noch einmal aufzuraffen, hat die Mannschaft, genauso wie Rode. Er will sich auch nach der vierten schweren Knieverletzung seiner Karriere wieder herankämpfen.

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