https://www.faz.net/-gtm-8ku35

Der besondere Aufsteiger : Wie Leipzig die Bundesliga erobern will

Zudem verweist der Klub auf Studien, wonach sich das Image von RB Leipzig zuletzt positiv entwickelt habe. Tatsächlich wünschen nach einer aktuellen Untersuchung eines Marktforschungsinstituts die meisten Fans dem FC Bayern den Abstieg (23,2 Prozent), dicht gefolgt von Leipzig (21,6) - dahinter klafft dann aber eine große Lücke bis zum HSV (11,2).

Unbenanntes Dokument

Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

Aber trotz des Boykottaufrufs von Teilen der BVB-Fanszene war das Kontingent an Gästekarten für das Spiel in Leipzig nach einer halben Stunde ausverkauft. In dem Aufruf der BVB-Fans drückt sich jedoch eine verbreitete Stimmung in den Kurven aus: „Immer mehr große Firmen drängen in den Fußball, übernehmen Vereine und damit Startplätze und sorgen dafür, dass der traditionelle Fußball bedroht ist.“ Am Ende, so die Fans, seien sie selbst nur noch schmückendes Beiwerk. Ein Teil der Show. Folklore. Ausgeblendet haben die Dortmunder Anhänger offenbar, dass sie jede Woche dem einzigen börsennotierten Klub des Landes zujubeln.

Rangnick wird nicht müde, seit Jahren auf die unterschiedlichen Maßstäbe hinzuweisen, die an einen Sport angelegt werden, der sich in seiner Spitze nahezu unterschiedslos dem großen Geld verschrieben hat. „Andere Vereine wie Wolfsburg oder Leverkusen sind Werksklubs, einer davon ist sogar mit dem Namen des Unternehmens auf dem Trikot in die Bundesliga aufgestiegen. Aber diese Klubs sind schon so lange im Profifußball, dass sie zum Inventar gehören. Hoffenheim hat jetzt schon acht Jahre in der Bundesliga hinter sich. Auch dieser Klub wird mittlerweile als normaler Bestandteil der Bundesliga angesehen.“ Dazu fehlten Leipzig noch „ein paar Jährchen“.

„Für uns gibt es nur zwei Möglichkeiten“

Neben dem Erfolg zeigt sich die Konkurrenz mittlerweile auch beeindruckt von der Entwicklung einzelner Spieler. Der kometenhafte Aufstieg von Joshua Kimmich beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft, der bis zum vergangenen Sommer noch in Leipzig spielte, hat auch die Reputation des Aufsteigers gesteigert. „Wir spüren ganz deutlich, dass wir immer mehr Anerkennung und Respekt für unsere Arbeit und unseren nachhaltigen Weg entgegengebracht bekommen“, sagt Rangnick. Auch die starken Auftritte bei den Olympischen Spielen des 20 Jahre alten Lukas Klostermann, der zuvor vielen Fußballanhängern weitgehend unbekannt gewesen war, hat Eindruck hinterlassen. Klostermann kam vor zwei Jahren aus Bochum nach Leipzig und verkörpert die Idee, auf die RB Leipzig setzt, derzeit wie kaum ein anderer Spieler: hohe Motivation, Gewinnermentalität und große Lernbereitschaft.

Mit genau dieser Einstellung will RB Leipzig mit dem jüngsten aller Teams in der Bundesliga bestehen - und sie irgendwann erobern. Bis dahin gilt, so Rangnick, das Motto, das Coach Hasenhüttl für das erste Jahr vorgegeben hat: „Unser Trainer hat schon in der Vorbereitung gesagt: Für uns gibt es nur zwei Möglichkeiten - entweder wir gewinnen, oder wir lernen.“ Mit anderen Worten: Leipzig kann nur gewinnen.

Weitere Themen

Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests Video-Seite öffnen

Olympische-Spiele in China : Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele versucht China die Ausbreitung von Corona-Fällen mit strikten Maßnahmen zu verhindern. 72 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit den Spielen wurden bereits bestätigt. Die breite chinesische Öffentlichkeit wurden vom Kauf der Tickets ausgeschlossen.

Topmeldungen

Der russische Präsident Wladimir Putin beobachtet im September 2019 eine Militärübung.

Ukraine-Konflikt : Was will Putin wirklich?

Mit seinem Truppenaufmarsch befördert Russland, was es angeblich verhindern will: dass die NATO ihre Ostflanke verstärkt und der Westen Waffen an die Ukraine liefert.
Am Tatort: Spurensicherung

Amoklauf in Heidelberg : Im Hörsaal getötet

Ein Student dringt mit mehreren Waffen in einen Hörsaal ein, und eröffnet das Feuer. Eine Frau stirbt nach einem Kopfschuss. Hinter dem Angriff soll eine Beziehungstat stecken.
Hauptsache dagegen: Mehr als Zweitausend Impfgegner, Coronaleugner und Querdenker demonstrieren in der Innenstadt von Frankfurt am Main gegen die Corona-Maßnahmen.

Corona-Proteste : Wo bleibt der Widerspruch?

Seit Wochen bestimmen die Aufmärsche der „Querdenker“ die Bilder und Nachrichten. Dabei kann die große Mehrheit mit der Radikalopposition der Bewegung nichts anfangen. Warum sind die Besonnenen und Vernünftigen im Moment so still?