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Frankfurter Finanzbericht : Plus und Minus bei der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Trotz finanzieller Sorgen noch optimistisch: Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach Bild: Jan Huebner

Mit einem blauen Auge sei der Klub durch die Pandemie gekommen, sagt Finanzvorstand Frankenbach. Die Teilnahme an der Königsklasse soll die Kasse füllen. Nur eines kann nicht ausgeschlossen werden.

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          Hohe Verluste, aber auch hohe Umsätze – Oliver Frankenbach, Finanzvorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG, hatte in seinem Finanzbericht gute und schlechte Nachrichten zu verkünden. Die Corona-Pandemie belastet weiterhin den Haushalt der Eintracht. Frankenbach meldete am Dienstag einen neuerlichen Verlust von 31,9 Millionen Euro (Vorjahr: 36,1 Millionen).

          Bundesliga
          Julia Basic
          Sportredakteurin.

          Dennoch steigerte der Bundesliga-Klub seinen Umsatz deutlich. Mit 248,4 Millionen Euro erzielte die Eintracht den zweithöchsten Umsatz ihrer Geschichte. Im Vorjahr lag dieser bei 160,4 Millionen, im Rekordjahr 2019/2020 bei 278,1 Millionen Euro.

          Die Eintracht sei mit einem blauen Auge durch die Pandemie gekommen, ein internationaler Titel und die Champions-League-Teilnahme seien herausragend, „aber das kann man nicht planen“, sagte Frankenbach. Als Grund für die Verluste nannte Frankenbach die weiteren Einschränkungen im Zuschauerbereich aufgrund der Pandemie. „In der Bundesliga haben wir 13 von 17 Heimspielen mit Einschränkungen gespielt, und in der Europa League waren vier von sechs Heimspielen nicht vollständig zu verkaufen“, sagte er.

          Kredite aufgenommen

          Besonders deutlich ist auch der Verlust des Eigenkapitals. Lag dieses im Vorjahr noch bei 39 Millionen Euro, schrumpfte es nun auf 5,9 Millionen. Damit einher gehen auch höhere Schulden. Diese stiegen von 46,3 Millionen auf 62,9 Millionen Euro. „Der größte Anteil ist natürlich die langfristige Verschuldung bezüglich des Profi-Camps“, erklärte Frankenbach. „Wir haben aber auch dort schon wieder einiges zurückgeführt.“

          Um die Liquidität zu erhalten, seien Kredite in Höhe von 30,1 Millionen Euro aufgenommen worden. „Wir haben uns natürlich in der Pandemie verschuldet“, sagte Frankenbach. „Wir werden aber versuchen, diese Verschuldung zurückzuführen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital herzustellen.“

          Zum Schuldenabbau soll die Champions-League-Teilnahme beitragen. „Die Höhe der Erlöse hängt natürlich davon ab, wie erfolgreich wir sind“, sagte Frankenbach. Mit circa 30 Millionen Euro aus der TV-Vermarktung sei aber zu rechnen. Ein weiteres Zauberwort lautet „Eigenkapitalmaßnahme“. 2018 und 2021 hatte die AG ihren Aktionärskreis erweitert und allein im vergangenen April der Gesellschaft Eigenkapital in Höhe von knapp 22 Millionen Euro zugeführt.

          „Das hat dazu geführt, dass das Eigenkapital nicht vollständig verloren gegangen ist, wir aber trotzdem Investitionen in den Spielerkader und in andere Bereiche tätigen konnten, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, blickte Frankenbach zurück. Das habe auch den Triumph von Sevilla ermöglicht. Derzeit werde daran gearbeitet, das Eigenkapital noch in diesem Kalenderjahr abermals zu erhöhen. Konkreter wollte der Finanzvorstand aber nicht werden.

          Umsatzsteigerung möglich

          Als größten Umsatzposten nannte Frankenbach die Erlöse aus Medienrechten, die von 80,8 Millionen auf 106,2 Millionen Euro stiegen. Daran habe die Europa League mit 36,8 Millionen Euro erheblichen Anteil. Das größte Wachstum verzeichnete der Zuschauerbereich, der von einer halben Million im vergangenen Jahr auf nunmehr 31,2 Prozent anwuchs, und das trotz mitunter noch immer bestehender Pandemie-Einschränkungen. Ein dickes Plus gab es auch beim Merchandising: Hier stieg der Umsatz von 11,1 Millionen auf 17,6 Millionen – ein Rekord. Allein im Mai habe das Merchandising vier Millionen Euro Umsatz gemacht.

          Frankenbach ist zuversichtlich, dass die Umsätze noch deutlich gesteigert werden könnten, auch über die 250-Millionen-Marke hinaus. „Natürlich werden auch die Aufwendungen steigen, aber nicht mehr in dem Maße, wie wir sie jetzt hatten.“ Der Europa-League-Sieg habe durch fällige Prämien viel Geld gekostet. Künftig würden aber steigende Umsätze und sinkende Kosten in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses oder in die leichte Gewinnzone führen.

          Trotz des Verlusts und der Schulden sieht Frankenbach aktuell keine Notwendigkeit, Spieler zu verkaufen: „Wir müssen keinen Transfer tätigen, sonst hätten wir die Lizenz vor der Saison nicht bekommen.“ Die finanzielle Situation sei abgesichert, der wirtschaftliche Druck nicht so hoch. Dennoch: „Wenn wir Angebote bekommen sollten, für wen auch immer, in Größenordnungen, die für uns wirtschaftlich sinnvoll sind, dann müssen wir darüber nachdenken.“

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