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Mainzer Exzellenz : Wie der FSV Mainz 05 die Bayern schlug

  • -Aktualisiert am

Da kommt Freude auf: Hack, Zentner und Niakhaté schlagen die Bayern. Bild: AP

Bo Svenssons Mainzer verschoben die Meisterfeier des Bayern. Ein Sieg für die Fußball-Lokalgeschichtsbücher – und der nächste große Schritt in Richtung Klassenverbleib.

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          Wer den FSV Mainz 05 in den vergangenen Wochen und Monaten erlebt hat, konnte wissen, dass die Mannschaft am Samstag nicht auf den Platz ging, um bei der vorzeitigen Meisterfeier des FC Bayern München Spalier zu stehen. Mit welcher Vehemenz Bo Svenssons Mannschaft aber vom Anpfiff weg zu Werke ging, wie sie den großen Favoriten nicht nur bearbeitete, sondern vor allem in der ersten Halbzeit auch bespielte, das war exzellent – und mündete in einem hochverdienten 2:1 (2:0)-Sieg, der den nächsten großen Schritt in Richtung Klassenverbleib bedeutete.

          Bundesliga

          „Eine spielerisch und kämpferisch sehr gute erste Halbzeit, danach eine solide Defensive und unbändiger Wille“, fasste Sportdirektor Martin Schmidt die Elemente zusammen, die diesen Erfolg möglich gemacht hatten. „Die Mannschaft wollte in die Geschichtsbücher. Es wird immer darüber geredet, dass Thomas Tuchel die Bayern dreimal geschlagen hat, ich habe es auch mal geschafft, und jetzt Bo Svensson.“

          Der Trainer hatte diesmal so heftig rotieren lassen wie in noch keinem seiner Spiele als Mainzer Cheftrainer. Gleich fünf personelle Veränderungen nahm der Däne im Vergleich zur Partie bei Werder Bremen vor: Danny da Costa, Alexander Hack, Danny Latza, Robin Quaison und Jonathan Burkardt rückten anstelle von Brosinski, Bell, Kohr, Boëtius und dem Siegtorschützen vom Mittwochabend, Szalai, in die Anfangsformation. Dem Trainer ging es um ein Höchstmaß an Frische auf dem Platz.

          Gut möglich, dass die Gäste zunächst nicht die Notwendigkeit erkannten, mit 100-prozentigem Engagement aufzutreten. Als es ihnen dämmerte, stand es 1:0: Moussa Niakhaté hatte auf dem linken Flügel Phillipp Mwene geschickt, dessen Flanke bekam David Alaba nicht weg, an der Strafraumgrenze zog Jonathan Burkardt aus der Drehung ab. Bayern-Torwart Manuel Neuer, vermutlich von der Sonne geblendet, reagierte falsch – und nach zweieinhalb Minuten lagen die Mainzer vorne.

          Kein Mittel gegen Aggressivität

          Bevor Robin Quaison nach einem scharfen, mit rechts aus halblinker Position getretenen Freistoß von Mwene das 2:0 köpfte, hatte es mehrere Szenen gegeben, in denen sie nur um Haaresbreite an einem Treffer vorbeigeschrammt waren. Einen Latza-Kopfball aus 16 (!) Metern Torentfernung lenkte Neuer mit Mühe an seinen rechten Pfosten, ein Schuss von da Costa, den der Nationaltorwart als Flanke erwartet hatte, landete am linken, Neuer holte einen Quaison-Schuss reflexartig mit dem rechten Oberarm von der Linie, hinzu kamen zwei, drei Angriffe.

          Und die Bayern? Fanden bis zur Pause kein Mittel gegen die Mainzer Aggressivität im Mittelfeld, taten sich im Spielaufbau schwer, wenn die 05er offensiv pressten. Und freie Räume taten sich ihnen nicht auf. Mit einer Ausnahme: In der 15. Minute landete ein Ball eher zufällig bei Robert Lewandowski, der aus 16 Metern freie Schussbahn hatte, aber hoch übers Tor zielte.

          Nach dem Seitenwechsel kamen die Mainzer offensiv kaum noch zur Entfaltung. Das Spiel trug sich jetzt weitgehend in ihrer Hälfte zu, doch dank ihrer leidenschaftlichen Arbeit gegen den Ball blieben Münchener Chancen nach wie vor aus. Der Anschlusstreffer gelang Lewandowski erst in der vierten und letzten Minute der Nachspielzeit. Der Sieg für die Fußball-Lokalgeschichtsbücher war perfekt. Und, wichtiger noch, die nächsten drei Punkte für den Klassenverbleib.

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