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Stärke gezeigt : BVB tankt Selbstvertrauen vor Barça-Duell

Im Schwitzkasten: Marco Reus und die anderen BVB-Profis herzen Torschütze Raphael Guerreiro (Mitte) Bild: AP

Aus heftiger Kritik wird überschwängliches Lob. Der BVB zeigt nach der Niederlage bei Aufsteiger Union Berlin seine bisher beste Saisonleistung. Der deutliche Erfolg gegen Leverkusen macht Hoffnung auf ein „Fußball-Fest“ in der Champions League.

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          2 Min.

          Mutmacher für das Team, Genugtuung für den Trainer. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc umarmten sich erleichtert. Rechtzeitig vor dem kniffligen Champions-League-Start am Dienstag gegen den FC Barcelona (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) schossen sich die Dortmunder Profis den Frust von der Seele. Beim überraschend deutlichen 4:0 (1:0) über Bayer Leverkusen wurde der selbsterklärte Titelaspirant seinen hohen Ansprüchen wieder gerecht und betrieb Wiedergutmachung für die unerwartete Schlappe zwei Wochen zuvor bei Aufsteiger Union Berlin. „Es ist besser Rückenwind zu haben als frontal nur auf die Fresse zu bekommen. Das war genau die richtige Reaktion auf die letzten zwei Wochen“, kommentierte Zugang Julian Brandt.

          Mit beeindruckendem Konterfußball und gnadenloser Effektivität schöpfte die Borussia Mut für das Duell mit dem katalanischen Starensemble. Obwohl die Leverkusener beim Ballbesitz mit über 60 Prozent vorn lagen, setzte sich die Borussia dank der Treffer von Paco Alcácer (28. Minute), Marco Reus (50./90.) und Raphael Guerreiro (83.) nach holprigem Start am Ende verdient durch. Mittelfeldspieler Thomas Delaney, der erstmals in dieser Spielzeit über 90 Minuten zum Einsatz kam und mit seiner Zweikampfstärke der BVB-Elf Sicherheit gab, wertete den ungewöhnlichen Spielverlauf als ideale Übung für Dienstag: „Es war eine gute Generalprobe, auch gegen Barça wird es für uns lange Perioden ohne Ball geben.“

          Bundesliga

          Ähnlich erleichtert wie die Profis wirkte BVB-Coach Favre. Nach der jüngsten Kritik an seiner mitunter risikoarmen Taktik entwarf der Schweizer Fußball-Lehrer im Duell mit der Werkself die richtige Strategie – und stach damit den für mutigeren Offensivfußball bekannten ehemaligen BVB- und heutigen Bayer-Trainer Peter Bosz gekonnt aus. „So viel Ballbesitz für Leverkusen war eigentlich nicht geplant“, bekannte Favre, „aber meine Mannschaft ist ruhig geblieben und hat keine großen Fehler gemacht.“ Heraus stach auch die gnadenlose Effektivität der Borussia.

          Mit dem optischen Übergewicht des Gegners konnte auch Michael Zorc gut leben. „Bayer hatte den Ballbesitz zu 90 Prozent in nicht gefährlichen Zonen. Das gibt unserer Mannschaft Stabilität“, sagte der BVB-Sportdirektor in der Hoffnung auf eine ähnliche konzentrierte Vorstellung des Teams gegen Barcelona.

          Dank des Erfolgs über Leverkusen bleiben den Dortmundern weitere öffentliche Diskussionen über die bedenkliche Mentalität der Mannschaft oder die zögerliche Art des Trainers vorerst erspart. „Es war schon Druck da“, bekannte Zorc, „die Situation war so, dass wir ein gutes Ergebnis brauchten.“

          Erstmals in Führung

          Die erste 1:0-Führung in dieser Saison durch Alcácer, der bisher in jedem seiner acht Saison-Pflichtspiele für den BVB oder die spanische Nationalmannschaft traf, vertrieb die Verunsicherung. Danach rief die Mannschaft ihr großes Potenzial ab und kam nur zu Beginn der zweiten Hälfte kurzzeitig ins Wanken. „Ich hoffe, dass uns dieses Spiel viel Vertrauen gibt. Das hatten wir in den letzten Woche nicht so“, sagte Kapitän Reus.

          Bei aller Freude über den Sieg ließ sich Favre in bekannter Manier nicht zu einer Kampfansage an Barcelona hinreißen: „Wir haben uns nur auf dieses Spiel gegen Leverkusen konzentriert, niemand im Team hat über Barcelona gesprochen. Am Ende ist es immer gut zu gewinnen, auch vor solchen Spielen.“ Sportdirektor Zorc sagte dazu: „Das wird ein Fußball-Fest.“

          Dagegen mussten die Leverkusener nach zuvor saisonübergreifend neun Bundesligapartien ohne Niederlage wieder einen Dämpfer hinnehmen. Und das vor dem ersten Champions-League-Spiel seit gut zweieinhalb Jahren am Mittwoch gegen Lokomotive Moskau. „Wir wissen, dass wir besser spielen können und müssen das jetzt wieder zeigen“, forderte Kapitän Lars Bender. Auch Trainer Bosz sprach Klartext: „Wenn man so viele Fehler macht, verliert man ein Spitzenspiel. Wir waren am Ende keine Mannschaft mehr und viel zu offen.“ Einer, der gleich zwei entscheidende Fehler begann, war Karim Bellarabi. Vor dem Führungstreffer der Borussia gab es ein Missverständnis mit Mitspieler Nadiem Amiri – und vor dem 2:0 von Marco Reus vergab er die beste Chance der Leverkusener in der gesamten Partie (49.). Es wäre der zwischenzeitliche Ausgleich gewesen.

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