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Fußball-Bundesliga : Wie attraktiv ist Dortmund noch für Stars?

  • -Aktualisiert am

Bisher trägt Mats Hummels das Shirt von Real Madrid nur nach dem Trikottausch Bild: firo Sportphoto

Die Wechselgedanken von Mats Hummels lassen in Dortmund vor dem Duell mit den Bayern am Samstag (18.30 Uhr) aufhorchen. Die Klub-Bosse sind gefordert. Dabei geht es um mehr als nur den Verbleib eines wichtigen Spielers.

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          Zu schön war die Vorstellung gewesen, dem FC Bayern München könnte in Borussia Dortmund ein Konkurrent erwachsen sein, der den Kampf um die deutsche Fußballmeisterschaft für lange Zeit spannend machen würde. Mit seiner großen Tradition und der „echten Liebe“ seiner Fans erschien der BVB wie geschaffen als Gegengewicht zur bajuwarischen Macht, ja als „zweiter Leuchtturm des deutschen Fußballs“, wie Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung, es ausdrückte.

          Eine Weile hielt sich diese Illusion; sie wurde sogar unterlegt von Ergebnissen, von Erlebnissen und sogar von Titeln. Der Wettbewerb zwischen den zeitweise gleichwertigen Gegnern rief Emotionen hervor und elektrisierte das ganze Land, besonders wenn die beiden Klubs im unmittelbaren Vergleich aufeinandertrafen.

          Doch längst haben sie sich wieder voneinander entfernt; viel schneller und weiter, als zu erwarten war. Schon in den vergangenen beiden Jahren mussten die Borussen – als Zweiter der Tabelle – wieder zu den Bayern aufschauen, dennoch war die Perspektive eine grundlegend andere als in dieser Saison mit ihrem für Dortmund unerquicklichen Verlauf.

          Also will Cheftrainer Jürgen Klopp vor dem Heimspiel gegen deutschen Rekordmeister an diesem Samstag (18.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) „keine dicke Lippe riskieren“. Das war vor gut einem Jahr noch anders, als er sinngemäß sagte, der Münchner Sportvorstand Matthias Sammer solle „jeden Morgen Gott dafür danken“, dass sie ihn beim FC Bayern überhaupt mitmachen ließen.

          Dortmund lässt Abstiegskampf hinter sich

          Inzwischen, als Trainer des Bundesliga-Zehnten, klingt Klopp anders. „Ich schlage vor, wir quatschen nicht viel, sondern versuchen ein ordentliches Spiel zu machen, und nehmen das mit, was wir uns dann verdient haben.“ Von einem Zusammentreffen auf Augenhöhe könne keine Rede sein, sagt der Fußball-Lehrer, fügt aber hinzu, seine Mannschaft sei „auch diesmal nicht chancenlos, obwohl der Punkteabstand riesig ist, obwohl vieles anders ist als in der Vergangenheit“.

          Aus der Gefahrenzone ins Mittelfeld vorgerückt, haben die Dortmunder den Abstiegskampf hinter sich gelassen, ehe er sich richtig zuspitzen konnte (sie sind Vierter der Rückrundentabelle). Das gibt ihnen Sicherheit, verdeckt aber nicht, was für ein starker Abschwung dem Konsolidierungsprozess vorausgegangen ist.

          In seiner aktuellen Verfassung wirkt der Standort Dortmund weit weniger attraktiv als noch vor einem Jahr, jedenfalls für Fußballprofis von außergewöhnlicher Klasse und Strahlkraft. Zu dieser Kategorie gehört Mats Hummels. Der Mannschaftskapitän des BVB denkt darüber nach, ob es demnächst an der Zeit sein könnte, sich beruflich zu verändern. Die Unruhe, die sein Interview mit dem „Kicker“ erzeugt hat, mag übertrieben sein. Noch hat der Sechsundzwanzigjährige seinen Abschied nicht angekündigt, ihn vielleicht nicht einmal beschlossen.

          „Oft denke ich, dass ich auf jeden Fall mal ins Ausland möchte. Dann gibt es aber auch Tage, an denen ich sage, dass ich das nicht brauche.“ So oder so stellt sich die Frage, ob Hummels einen Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt auch dann in Betracht zöge, wenn Dortmund in der Bundesliga weiter eine führende Rolle, als zweite oder auch dritte Kraft, spielte. Im besten Fußballer-Alter strebt der Weltmeister dem Zenit seiner Karriere entgegen.

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