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Doch keine Vorentscheidung? : BVB-Chefs widersprechen Favre beim Thema Titelkampf

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Nicht einer Meinung mit seinem Trainer: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Bild: AP

Den Dortmundern wird das spektakuläre Revierderby lange in schmerzlicher Erinnerung bleiben. Der Trainer hakt danach die Meisterschaft ab – doch zwei Bosse sind da ganz anderer Meinung.

          Dem Derby-Desaster folgte die voreilige Kapitulation. In erster Enttäuschung über das demütigende 2:4 (1:2) gegen den Erzrivalen FC Schalke redete der ansonsten als zurückhaltend bekannte Lucien Favre Klartext. „Der Titel ist verspielt“, bekannte der Dortmunder Trainer und erklärte den FC Bayern im Fernduell um die Meisterschaft vorzeitig zum Sieger.

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          Die denkwürdige Partie mit vier königsblauen Wirkungstreffern, einer diskussionswürdigen Elfmeterentscheidung und zwei Roten Karten wertete der Schweizer als einen Tiefpunkt seiner bisherigen Trainerkarriere: „Das habe ich noch nie erlebt. Vor allem die Art und Weise, wie es passiert ist. Das ist sehr schwer zu verdauen.“

          „Wir schenken keinesfalls etwas ab“

          Doch dieses Signal des Schweizers, bereits vor dem drittletzten Spieltag die weiße Fahne zu hissen, kam bei den BVB-Bossen gar nicht gut an. Bereits am nächsten Tag legten sie vehement Einspruch ein. „Wir geben erst dann auf, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist. Das ist unsere Verpflichtung den Fans gegenüber“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem „Kicker“. Auch Michael Zorc fand Favres Aussage eher unglücklich. „Natürlich sind die Bayern jetzt in der Pole Position, aber wir schenken keinesfalls etwas ab. Das wäre das falsche Signal“, befand der Sportdirektor in den „Ruhr Nachrichten“.

          Schon wenige Stunden später wurden die BVB-Bosse in ihrer Einschätzung bestätigt. Denn auch der FC Bayern zeigte Nerven und konnte die Gunst der Stunden nur bedingt nutzen. Nach dem dürftigen 1:1 der Münchner beim Vorletzten Nürnberg liegt der BVB bei nur zwei Punkten Rückstand nach wie vor in Schlagweite zum Spitzenreiter.

          Doch der unerwartete Rückschlag gegen den zuletzt verunsicherten Viertletzten aus Gelsenkirchen traf nicht nur den Fußball-Lehrer bis ins Mark. Dass ausgerechnet im prestigeträchtigen Kräftemessen mit den ungeliebten Schalkern die Titelträume einen gewaltigen Dämpfer erhielten, wird die Borussen noch lange verfolgen. „Derby-Niederlagen sind immer sehr bitter – heute noch ein bisschen mehr. Das tut sehr, sehr weh“, bekannte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl.

          Nicht nur die Gegentore von Daniel Caligiuri (18./Handelfmeter/62.), Salif Sané (28.) und Breel Embolo (86.), sondern auch die beiden Platzverweise für Marco Reus (60.) und Marius Wolf (65.) schlugen den Dortmundern mächtig aufs Gemüt. Als beim Stand von 1:2 eigentlich ein kühler Kopf gefragt war, verloren der Nationalspieler und der Außenverteidiger die Nerven. Ihre Fouls jeweils an Suat Serdar binnen fünf Minuten besiegelten die erste Heimniederlage der Saison.

          Erstmals in der Ligageschichte sahen zwei Dortmunder in einer Partie glatt Rot. „Mit elf Mann hätten wir dieses Spiel gewonnen. Oder zumindest unentschieden gespielt“, kommentierte Torhüter Roman Bürki. Zudem werden Reus und Wolf ihrer Mannschaft mindestens beim schweren Spiel am Samstag in Bremen und wohl auch noch weitere Partien fehlen. Kapitän Reus gab sich reumütig: „In erster Linie brauchen wir nicht darüber reden, dass es eine Rote Karte war. Ich komme einen Schritt zu spät.“

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