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Bremen vor dem Abstieg : Werder aus allen Wolken

„Ruck, zuck nach oben“: Otto Rehhagels zweites Meisterstück 1993. Bild: Picture-Alliance

1899 Spiele in der Bundesliga hat der „SV Werder von 1899“ absolviert, mehr als jeder andere Verein. Persönliche Notizen von Sabine Postel, Henning Scherf, Jürgen Flimm, Moritz Rinke und Rudolf Hickel zum Abschied – oder das, was an Hoffnung übrig ist.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Endspurt im Abstiegskampf. In seinem 1900. Bundesliga-Spiel droht Werder Bremen zum zweiten Mal der Sturz in die zweite Liga. Im Fernduell mit Fortuna Düsseldorf ist Bremen auf fremde Hilfe angewiesen. Notizen zum Abschied – oder das, was an Hoffnung übrig ist.

          Träumen von Otto

          Bremen, nach 40 Jahren nur noch zweite Liga? Henning Scherf begegnet dem düsteren Gedanken mit einer Prise Zuversicht: „Nach dem ersten Abstieg 1980 ging es ruck, zuck wieder hoch. Werder hatte Otto und wurde zum Bayern-Jäger. Ich weiß noch, wie ich mich gefreut habe, dass es endlich wieder Konkurrenz für die Bayern gab.“ Beim ersten und bislang einzigen Abstieg Werders aus der Bundesliga war Scherf Senator für Soziales, damals in der Hansestadt für den Sport zuständig: „Die Fans waren sauer auf mich und sagten, als Sportsenator hätte ich den Abstieg verhindern müssen.“ Scherf lacht und seufzt: „Wir träumen heute immer noch von Otto“, sagt er und meint natürlich Rehhagel. Die Zeitreise mit dem früheren Bürgermeister Bremens ist aber weniger nostalgisch als viel mehr sehr heutig. Dass man Max Kruse vor dieser Saison ziehen ließ, hat Scherf nicht verstanden: „Es gab keinen angemessenen Nachfolger, dann verletzte sich Füllkrug.“ Und etwas anderes plagt ihn. Die SPD, Bremen, Werder, dazwischen passte jahrzehntelang kein Blatt Papier. Willi Lemke, Thomas Schaaf, Marco Bode, Klaus-Dieter Fischer: Das seien alles liebe Freunde, sagt Scherf. Zuletzt aber war das Verhältnis Werders ins Rathaus belastet – Stichwort Polizeieinsatz-Kosten. Scherf sagt: „Das hat das Klima sehr verändert. Das war damals anders. Ich habe allerdings auch Glück gehabt und eine tolle Zeit Werders erlebt.“ Der Meisterflieger 2004 aus München, als der Pilot die Flügel wackeln ließ und Thomas Schaaf die Werder-Fahne oben aus dem Cockpit hielt: „So etwas Schönes hatte ich überhaupt noch nie gesehen“, sagt Scherf.

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