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Remis gegen Mönchengladbach : Werder voller Elan und ohne Glück

Punkterfolg gegen Mönchengladbach: Christian Groß und Werder Bremen in der Bundesliga Bild: Reuters

Die Bremer setzen ihren Aufwärtstrend fort. Sogar ein Sieg ist gegen den Champions-League-Aspiranten Borussia Mönchengladbach drin. Doch Werder lässt zu viele Chancen liegen.

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          Nach etwas mehr als zehn Minuten machte Christian Groß den Zidane. Das Stückchen Kleinkunst im Mittelfeld brachte dem sonst nicht für Filigranes bekannten Werder-Verteidiger stürmischen Applaus von den Kollegen auf der Tribüne. Wie es überhaupt laut zuging auf Bremer Seite, als hätten Team und Verantwortliche beschlossen, unter Geister-Bedingungen den alten Werder-Spirit aus vergangenen Krisenzeiten zu beschwören – mit einem Trainer Florian Kohfeldt, der den Wettstreit um das dröhnendste Organ im Weserstadion mit Vorsprung gewann.

          Bundesliga
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Das fiel umso mehr auf, als die Mönchengladbacher am Dienstagabend die Kraft eher in der Ruhe zu suchen schienen. Das konnte man als stilles Vertrauen in die eigene Klasse deuten, gegen einen Außenseiter, der sich in eine Art von Ausnahmezustand versetzen musste, um die qualitativen Unterschiede zu kompensieren. Doch es wurde für die Gladbacher zu einem unangenehmen Geduldsspiel, in dem sie gegen äußerst griffige Bremer erst keine Lücke fanden – und sich dann mehr und mehr den Schneid abkaufen ließen.

          Das 0:0 war am Ende glücklich für die Borussen, die sich zumindest mit dem Leverkusener Ausrutscher gegen Wolfsburg trösten konnten. Werder hätte den Sieg verdient gehabt, doch auch wenn es im elften Anlauf wieder nichts wurde – dieser Auftritt machte Mut: So geht der Kampf um den Klassenverbleib. „Es ist hinten raus ein bisschen enttäuschend, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Schon bitter", meinte der eigentlich in der zweiten Mannschaft spielende Groß dennoch anschließend.

          Die Bremer waren vom Anpfiff weg bemüht, ein Zeichen zu setzen, um den Sieg in Freiburg nicht wieder wirkungslos verpuffen zu lassen. Kohfeldt hatte den angeschlagenen Friedl dabei, musste allerdings auf Vogt verzichten. Neu in der Startelf waren, etwas überraschend, Groß und Osako. Marco Rose wechselte im Vergleich zum 1:3 gegen Leverkusen gleich vier Mal. Für Strobl, Embolo (beide verletzt), Hofmann und Bensebaini spielten Jantschke, Kramer, Wendt und Stindl.

          Ein leichtes optisches Übergewicht, das hatten die Borussen, aber für Torchancen fehlte es an Inspiration und Raum. Was auch daran lag, dass die Bremer alles taten, um ihnen das Leben schwer zu machen. Nach fehlendem Selbstbewusstsein und Überforderung wie noch gegen Leverkusen sah das nicht aus. Ein Schuss von Neuhaus hier (4. Minute), einer von Klaassen da (12.) – konkreter wurde es in der ersten Hälfte nicht, wenn man von einer Szene absah, die Kohfeldts Gemüt erhitzte: er hätte nach einer Aktion von Kramer gegen Klaassen gerne einen Elfmeter gehabt.

          Nach der Pause setzte Werder die ersten Zeichen, doch sowohl einen Freistoß von Rashica als auch den Nachschuss von Friedl parierte Torwart Sommer, ein Schuss von Klaassen rauschte drüber. Auf der anderen Seite ging Thuram zwei Mal ins Tempo, fand aber keinen Abnehmer. Es ging in die Crunchtime, Bittencourt zielte knapp drüber (77.), Neuhaus nicht minder knapp vorbei (78.). Werder wollte nun mit Pressing und Powerfußball den Sieg. Es war eine Wucht fast wie in besten Tagen. In der 89. Minute hatte Selke das Siegtor auf dem Fuß, doch sein Schuss geriet nicht druckvoll genug.

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