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2:2 gegen Darmstadt : Werder verhindert die totale Düsternis

Glück gehabt: Werder-Torhüter Wiedwald spielte unglücklich, durfte aber doch noch einen Punkt mitnehmen. Bild: dpa

Wenn nichts mehr hilft, hilft immer noch Claudio Pizarro: Ein später Treffer des Peruaners rettet den notorisch heimschwachen Bremern noch ein Remis gegen Darmstadt 98. Werder-Geschäftsführer Eichin denkt nicht über Trainer Skripnik nach.

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          In Bremen spricht man gern vom „Werder-Weg“, insbesondere, seitdem Viktor Skripnik zum Cheftrainer befördert worden ist. Wohin dieser im besten Fall führen kann, ist an manchen Tagen ja durchaus zu sehen. Nur: Im Kalender häufen sich inzwischen eher jene Einträge, an denen Werder die Orientierung verlorengegangen zu sein scheint. Am Samstag, als es gegen Darmstadt 98 um sehr viel ging im Abstiegskampf, wogten Spiel und auch Emotionen hin und her.

          Am Ende aber war das 2:2 natürlich zu wenig für Skripniks Mannschaft – selbst wenn sie den Schlusspunkt durch Claudio Pizarro (89. Minute) für sich hatte. Anthony Ujah machte in der 33. Minute Hoffnung auf einen Befreiungsschlag, doch ein Foulelfmeter von Sandro Wagner (44.) und ein Kopfballtor von Aytac Sulu (82.) schienen das Blatt gar zugunsten der Darmstädter zu wenden. Die Signale, die von Werder ausgehen, sind wie das Spiel: wechselhaft – engagiert zwar, aber eben auch nicht so, dass eine Abzweigung des „Werder-Wegs“ in Richtung zweite Liga als unwahrscheinlich gelten könnte.

          Erzielt das 1:0: Anthony Ujah (r.) brachte Werder im ersten Durchgang in Führung Bilderstrecke
          Erzielt das 1:0: Anthony Ujah (r.) brachte Werder im ersten Durchgang in Führung :

          Nach dem Fehlschlag von Ingolstadt, als Skripniks defensive Ausrichtung zu einem verstörend verzagten Auftritt führte, bot der Trainer diesmal so ziemlich alles auf, was in diesem Kader für Angriffslust und Spielstärke steht. Pizarro, Ujah, Grillitsch, aber auch Junuzoviv und Bartels. Die gewünschte Wirkung allerdings blieb zunächst aus. Die Bremer wirkten verunsichert und letztlich ohne Mittel gegen die gewohnt griffige Darmstädter Defensivarbeit.

          Torgefahr ging allein von Dirk Schusters Teams aus, gleich drei Mal hätte es in der ersten halben Stunde 1:0 für Darmstadt stehen können. Wagner (14.) und Gondorf (25.) zielten knapp vorbei, Rauschs Versuch parierte Wiedwald (22.). Dann aber schlug Werder aus seiner ersten Chance Kapital. Yatabaré legte zurück auf Ujah, der nach langer Durststrecke mal wieder traf. Die Erleichterung im Weserstadion war spürbar, aber nur von kurzer Dauer.

          Sie wich Erregung und auch Empörung, weil Wagners Fall im Duell mit Wiedwald kurz vor der Pause alles andere als zwingend erschien. Nach der Pause wusste Werder in puncto Elan und Leidenschaft noch zuzulegen. Doch immer fehlte die entscheidende Kleinigkeit, um sich durchzusetzen. Als Sulu zum 1:2 einköpfte, sah es zappenduster aus für Werder – Pizarros 2:2 war immerhin ein Hoffnungsschimmer.

          Für Werder Bremens Manager Thomas Eichin stellte sich nach dem 2:2 (1:1) gegen Darmstadt 98 angeblich noch nicht die Trainerfrage. „Ihr werdet doch an meiner Art und Weise, wie ich spreche, hören, dass ich nicht vorhabe, den Trainer zu wechseln“, sagte der Geschäftsführer des Klubs. Unmittelbar zuvor hatte Eichin konkrete Aussagen zu Skripnik noch vermieden. „Da können sie noch 50-mal fragen, die Frage beantworte ich nicht“, kommentierte er Fragen zum Trainer. „Der Druck wird immer größer, für den Verein und nicht für Viktor Skripnik. Wir müssen da als Verein rauskommen“, stellte er fest.

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