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Bremens Zweitliga-Auftakt : Wenn die Verunsicherung noch in den Köpfen steckt

  • -Aktualisiert am

Hände vors Gesicht: Werder-Stürmer Niclas Füllkrug Bild: dpa

Trainer Markus Anfang sieht viele Probleme nach Bremens enttäuschendem Zweitliga-Start gegen Hannover. Vieles monierte er schon in der Vorbereitung. Doch der personelle Umbruch steht noch aus.

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          Auf dem Rasen wirkte vieles vertraut. Acht Spieler aus der Abstiegs-Mannschaft standen am Samstagabend in Werder Bremens Startelf gegen Hannover 96. Neben dem Platz hat sich vieles verändert: Trainer Florian Kohfeldt ist weg, sein Assistent Tim Borowski hat den Verein verlassen, Thomas Schaaf bekam keinen neuen Vertrag als Technischer Direktor. Im September wird Aufsichtsrat-Chef Marco Bode gehen.

          2. Bundesliga

          Großes Stühlerücken in verantwortlichen Positionen also beim Absteiger aus der Bundesliga, und die meisten der 14.000 Zuschauerinnen und Zuschauern hätte sich wohl gewünscht, dass die Mannschaft auch ganz anders ausgesehen hätte. Tat sie aber nicht – im Gegenteil, sie ähnelte vom Personal und der Spielweise sehr jenem Team, das dem SV Werder den ersten Abstieg seit 1980 eingebrockt hat. So endete der Start in die Zweite Fußball-Bundesliga nach dem enttäuschenden 1:1 mit Pfiffen im Weserstadion.

          Große Löcher in den Bilanzen

          Tatsächlich haben die Verantwortlichen um den Geschäftsführer Sport, Frank Baumann, und Kaderplaner Clemens Fritz ihrem neuen Trainer Markus Anfang einen schönen Rucksack aufgeladen. 15 bis 20 Ein- und Verkäufe hat Baumann bis zum Ende der Transferperiode am 31. August angekündigt. Erlöse in zweistelliger Millionenhöhe müssen her. Die Pandemie hat große Löcher in die Bilanzen des Klubs gerissen.

          Das führt dazu, dass Profis wie Ömer Toprak, Maximilian Eggestein und Josh Sargent zwar noch für Werder spielen, bei guten Angeboten aber bald weg sein könnten. Gleiches gilt für die am Samstagabend wegen Verletzungen nicht eingesetzten Leonardo Bittencourt, Ludwig Augustinsson und Jiri Pavlenka. Neben wahrscheinlichen Abgängen muss es aber auch Zugänge geben, um Anfangs Spielweise mit flotten Außen durchzuziehen.

          Verunsicherung in den Köpfen

          Am Samstag versuchte es der neue Coach mangels Alternativen mit zwei Mittelstürmern; Sargent wich auf die rechte Seite aus, Niclas Füllkrug blieb in der Mitte. Das funktionierte nicht. Hauptproblem war aber etwas anderes. Die Verunsicherung der Abstiegssaison steckt in den Köpfen. Anfang sagte: „Es fehlt Selbstvertrauen. Man merkt, dass die Spieler gehemmt sind und die vergangenen beiden Jahre in den Kleidern stecken.“

          Hinzu kommt die unklare Situation, wer denn nun tatsächlich ab Anfang September für Werder spielen wird. Die Bremer haben angesichts des zu erwartenden Umbruchs bewusst nicht den Wiederaufstieg als Saisonziel ausgerufen, sondern den Wiederaufbau. Momentan erinnert Werder dabei an den Hamburger SV in dessen allererster Zweitliga-Saison, als versucht wurde, den „Betriebsunfall“ Bundesliga-Abstieg mit einer teuren Mannschaft voller Erstliga-Spieler zu reparieren. Das Ergebnis ist bekannt.

          Hannover 96 spielte gut, hätte durch Marvin Ducksch mehr als das 1:1 nach der Bremer Führung durch Simon Falettes Eigentor erzielen müssen. In den letzten 20 Minuten dominierten sie die wankenden Bremer komplett. Der neue Trainer der „Roten“, Jan Zimmermann, hatte mutig eingewechselt und war zufrieden – während sein Kollege nun alle Probleme gesehen hat, auf die er in der Vorbereitung mehrfach hingewiesen hatte.

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