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Bremen 1:1 bei Hertha : Die unglaubliche Schlusspointe des Claudio Pizarro

Alt, aber noch unheimlich erfolgreich: Claudio Pizarro trifft in Berlin spät zum Ausgleich. Bild: Picture-Alliance

Im Kampf um die Europapokal-Plätze sieht Berlin wie der Sieger aus. Doch in der 97. Minute hat Bremens Oldie Pizarro seinen großen Auftritt – und gleicht mit einem Rekordschuss aus.

          Hertha BSC Berlin und Werder Bremen kommen im Kampf um die internationalen Plätze nicht voran. In einem starken und am Ende aufregenden Bundesligaspiel trennten sich beide Mannschaften am Samstagabend mit einem 1:1-Unentschieden.

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Bremer fühlten sich dennoch wie kleine Gewinner, weil ihnen in der 97. Minute durch einen Freistoß von Claudio Pizarro durch die Berliner Mauer der kaum mehr erwartete Ausgleich gelang. Pizarro avancierte mit 40 Jahren und 136 Tagen zum ältesten Torschützen in der Geschichte der Bundesliga. „Ich bin sehr zufrieden. Der Punkt hilft uns für unsere Ziele“, sagte Pizarro nach seinem 195. Bundesliga-Tor. Die Hertha war zuvor durch Davie Selke (25. Minute) verdient in Führung gegangen. „Ich habe den Freistoß nicht mehr angeschaut. Ich habe mich weggedreht“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai, der das Unheil offenbar kommen sah. Energisch redete er nach Schlusspfiff auf Selke ein. „So ein Spiel muss man Hause bringen. Wir haben Einwurf und noch eine Minute zu spielen. Das war viel zu einfach“, monierte der Coach.

          Nach einer abwartenden Anfangsphase hatte die Hertha bis zur Pause einen bemerkenswerten Auftritt abgeliefert, mit dem sie an den überraschenden 3:0-Sieg in der Vorwoche in Mönchengladbach anknüpfte. Im Angriff waren es vor allem Salomon Kalou und Davie Selke, die sich der Werder-Defensive immer wieder im Zusammenspiel geschickt und schnell entzogen. Nach 21 Minuten war es Kalou, der den Ball perfekt hinter die ein wenig aufgerückte Bremer Abwehr in den Lauf von Selke hob, der den Ball von der Strafraumgrenze mit einem knallharten Schuss gegen den Pfosten haute.

          Vier Minuten später konterten die Berliner wiederum über Kalou und Selke die Bremer erfolgreich aus. Kalou, der selbst auf das Tor hätte schießen können, spielte den Ball im Strafraum jedoch mit viel Übersicht noch einmal quer auf Selke. Der Pass geriet ein wenig steil, aber Selkes geschickter Abschluss mit einem leichten Lupfer gegen die Lauf- und Fallrichtung von Torwart Pavlenka fand den Weg ins Tor zum 1:0. Der Vorsprung der Hertha zur Pause hätte angesichts der Überlegenheit auch höher ausfallen können, doch vor allem bei einem schönen Freistoß von Duda (38.) an die Latte fehlte den Berlinern auch ein wenig Glück.

          Das 1:1 – Pizarro schießt, der doppelt abgefälschte Ball schlägt ein.

          In der zweiten Halbzeit erhöhte Werder den Druck, aber die beste Chance hatte nach rund einer Stunde Duda, dessen Schuss erst in höchster Not von den Bremern geblockt werden konnte. In der letzten halben Stunde brachte Trainer Florian Kohfeldt dann Pizarro. Aber auch diese Maßnahme führte lange nicht zum Erfolg. Bremen dominierte, aber die Berliner verteidigten ihren Vorsprung konzentriert und geschickt. Aber in der fünften Minute einer turbulenten Nachspielzeit war es dann doch Pizarro, der mit einem zweimal abgefälschten Freistoß durch die Mauer zum glücklichen 1:1 traf.

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