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Bremen besiegt Wolfsburg : „Bei uns ist jedes Spiel Dramatik“

  • Aktualisiert am

Bremer Erleichterung bei Claudio Pizarro, Milos Veljkovic und Jiri Pavlenka (von links) Bild: dpa

So ausgelassen haben die Spieler von Werder Bremen in dieser Saison noch nie gejubelt. Nach dem 3:2 in Wolfsburg ist die Erleichterung groß. Dass es zum Sieg reicht, hat vor allem vier Gründe.

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          Ludwig Augustinsson atmete wie alle anderen bei Werder Bremen erst einmal ganz tief durch. „Die letzten 15 Minuten waren – glaube ich – die längsten in meinem Leben“, sagte der schwedische Nationalspieler nach dem 3:2 (2:1) beim VfL Wolfsburg. „Dieser Sieg ist so unglaublich wichtig.“ Acht Bundesliga-Spiele ohne Sieg und der Absturz auf Platz 15 – das war die Ausgangslage, unter der die Bremer vor diesem Nordduell zu leiden hatten. Dass die sportliche Krise nun vorerst vorbei ist, hatte am Sonntagabend vor allem vier Gründe.

          Bundesliga

          Milot Rashica: Der Nationspieler des Kosovo schoss in der 83. Minute das Siegtor und zuvor schon in der Anfangsphase per Handelfmeter das 1:0 für Werder (13.). „Das war ein sehr schwieriges Spiel und ein sehr wichtiger Sieg für uns“, sagte der 23-jährige Stürmer. „Denn wir alle wissen, dass wir nicht dorthin gehören, wo wir gerade stehen.“ Rashica gilt als talentiertester und deshalb perspektivisch auch als begehrtester Spieler des Bremer Kaders, auch wenn er das in dieser Saison nicht immer gezeigt hat. „Er ist ein Spieler, der Bundesliga-Spiele entscheiden kann. Und das findest du nicht so häufig“, sagte sein Trainer Florian Kohfeldt am Sonntag.

          Jiri Pavlenka: Der tschechische Nationaltorwart war bis zu diesem Spiel eines der Gesichter der Bremer Krise. Gegen Freiburg hatte er zuvor gepatzt, gegen Schalke wenig Sicherheit ausgestrahlt. Aber gegen Wolfsburg zeigte er gleich mehrere herausragende Reflexe, wie selbst der VfL-Trainer Oliver Glasner verzweifelt anerkannte. „Der alte Pavlas war nie weg. Aber gerade ihm tut dieses Spiel heute sehr gut“, meinte Kohfeldt. Und der 27-jährige Torwart selbst? Der reagierte ganz besonnen: „In dieser Saison ist jedes Spiel bei uns Dramatik. Wir hatten bislang zu viel Pech. Und deshalb glaube ich: Das Spiel heute war genau das, was wir gebraucht haben.“

          Der Video-Assistent: Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst war stinksauer. „Wir hatten viele Möglichkeiten“, schimpfte er. Und Werder habe „das Glück“ mit dem Videobeweis gehabt. „Das ist einfach scheiße.“ Gleich zweimal griff der Videoassistent zu Gunsten der Bremer in dieses Spiel ein. Beide Male erfolgte diese Intervention aber auch zu Recht. Vor dem Elfmeter zum 0:1 wies er den Schiedsrichter Robert Kampka auf ein Handspiel des Wolfsburgers Josuha Guilavogui hin. Beim Stand von 1:2 wurde ein Treffer des VfL wegen einer knappen Abseitsstellung von Jeffrey Bruma zurückgenommen. „Mich nervt, dass wir nach zwei guten Spielen zu oft wieder zurückfallen“, meinte Weghorst.

          Der Bremer Weg: Sportliche Krise – na und? Bei Werder Bremen bewahrt man in schwierigen Situationen fast schon traditionell die Ruhe. „Ich habe ein großes Vertrauen der Mannschaft gespürt, diesen Weg gehen und unseren Fußball spielen zu wollen. Das hat mich sehr bestärkt“, sagte Trainer Florian Kohfeldt über die vorangegangenen Tage. „Es gab auch im Verein nie einen Zweifel. Baumi (Sport-Geschäftsführer Frank Baumann/d.Red.) hat mir immer gesagt: „Wir gehen da durch. Egal, wie lange es dauert.“ Das ist natürlich für einen jungen Trainer eine gute Situation, die man vielleicht auch nicht überall hat. Es war schon gut, diese Rückendeckung in den vergangenen Wochen zu spüren.“

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