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Wechselkarussell : Kommt auch Edu zu Mainz 05?

  • -Aktualisiert am

Neuer Schwung für den Mainzer Sturm? Edu Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Fast die komplette Sturmreihe der letzten Saison steht dem FSV Mainz 05 in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung. Folglich mußten die Rheinhessen handeln. Aus Köln kommt der Ungar Szabics an den Bruchweg, Edu soll noch folgen.

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          Es könnte brisant werden am Samstag mittag im Mainzer Bruchwegstadion. Schließlich treffen mit dem FSV Mainz 05 und dem VfL Bochum am ersten Bundesligaspieltag zwei Vereine aufeinander, deren Verantwortliche in jüngster Vergangenheit des öfteren gemeinsam am Verhandlungstisch saßen. Dabei ging es zum einen um Benjamin Auer, den Stürmer, der die Rheinhessen in Richtung Bochum verließ.

          Zum anderen aber sprachen der Mainzer Manager Christian Heidel und sein Bochumer Kollege Stefan Kuntz über den brasilianischen Stürmer Edu. Der Vierundzwanzigjährige ist „kein uninteressanter Spieler“, wie Jürgen Klopp bestätigte. Als „technisch gut, stark im Kopfballspiel, schnell und vielseitig einsetzbar“ bezeichnete der Mainzer Trainer den langhaarigen Angreifer. „Solange aber kein Stürmer da ist, kann ich dazu auch noch nicht viel mehr sagen.“

          Szabics kommt aus Köln

          Den Ungarn Imre Szabics haben die Mainzer vom 1.FC Köln bereits verpflichtet, Edu wäre für den FSV eine Verstärkung, die die Probleme im Angriff nach dem Abgang von Michael Thurk vollends beseitigen könnte. Zwar traf der Brasilianer in der vergangenen Zweitligasaison zwölfmal für den Aufsteiger, doch angeblich plant Bochums Trainer Marcel Koller nicht mehr mit ihm - aufgrund taktischer Schwächen des Brasilianers. So vermutete es das Fußballfachmagazin „Kicker“. „Es ist eine Schwebepartie“, sagte Manager Stefan Kuntz. „Bevor wir Edu gehen lassen, brauchen wir erst mal Ersatz auf dieser Position, und den haben wir noch nicht gefunden.“

          Imre Szabics (re.) gegen John Terry
          Imre Szabics (re.) gegen John Terry : Bild: REUTERS

          Dennoch, auch Kuntz ist um eine schnelle Einigung bemüht. „Es ist noch keine Tendenz abzusehen, so lange möchte ich auch keine Zwischenberichte abgeben“, sagte Kuntz am späten Montagnachmittag. Für Edu, dessen Vertrag in Bochum noch zwei Jahre läuft, müßten die Mainzer mit einer Ablösesumme von etwa einer Million Euro aufkommen. Offenbar liegt dem Brasilianer ein Vertragsangebot über drei Jahre vor. Der Bochumer Aufsichtsrat hat ihm bereits die Freigabe erteilt.

          „Ihm fehlt es noch an Spielpraxis“

          An Szabics indes bestand schon seit einigen Jahren Interesse. Der ehemalige Mainzer Abwehrspieler Tamas Bodog empfahl seinen ungarischen Landsmann, als der noch bei Sturm Graz in Österreich spielte. „Wir wollten ihn damals schon holen, hatten aber als Zweitligaverein gegen den Mitkonkurrenten VfB Stuttgart wenig Chancen“, sagte Klopp. Beim VfB und in Köln haben die Mainzer den Angreifer weiter beobachtet und festgestellt, daß er ein „sehr unangenehmer Gegenspieler sein kann. Ein typischer Wühler eben“, beschrieb Klopp. Im Rheinland kam der Ungar nicht mehr richtig zum Zuge, erhielt von Trainer Hans-Peter Latour kaum mehr Berücksichtigung und wurde somit „zu einem typischen Fall für Mainz 05. Ich hoffe, daß er nach seinem Seuchenjahr in Köln bei uns zu alter Stärke zurückfindet“, sagte Klopp.

          Am Montag noch unterzeichnete der 18malige ungarische Nationalspieler die Auflösung seines bis 2007 laufenden Vertrages in Köln, am Dienstag wird er erstmals in Mainz am Training teilnehmen. Ob Szabics schon am Bundesligaauftakt gegen Bochum zum Einsatz kommen wird, ließ Klopp völlig offen. Schließlich hat der Neuzugang beim 1.FC Köln keinerlei Testspiele bestritten, nachdem er verkündet hatte, den Verein verlassen zu wollen. „Das ist natürlich nicht die allerbeste Bewerbung“, sagte der 39 Jahre alte Klopp. „Ihm fehlt es sicherlich noch etwas an Spielpraxis. Aber wir haben ihn nicht nur für den ersten Spieltag, sondern auch für die dreiunddreißig weiteren geholt“, betonte der Trainer. „Mal sehen, vielleicht fängt er an, vielleicht kommt er aber auch während des Spiels hinein.“

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