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Dortmund-Chef Watzke : „Ich verstehe die ganze Diskussion nicht“

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„Wir haben genauso viele gelernte Mittelstürmer wie Bayern München, nämlich einen“: Hans-Joachim Watzke Bild: dpa

Borussia Dortmund hat auf dem Transfermarkt schon kräftig eingekauft. Auch in den Testspielen beeindruckt der BVB bisher. Dennoch ist Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht rundum glücklich.

          Hans-Joachim Watzke sieht keinen akuten Bedarf, den Kader von Borussia Dortmund im Angriff zusätzlich zu verstärken. „Ich habe das Gefühl, dass wir einen gelernten Mittelstürmer haben. Und damit haben wir genauso viele gelernte Mittelstürmer wie Bayern München, nämlich einen. Paco Alcacer hat ja jetzt in den Testspielen auch immer getroffen. Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Diskussion nicht“, sagte der BVB-Geschäftsführer am Ende der sechstägigen Amerika-Reise des Fußball-Bundesligavereins den „Ruhr Nachrichten“.

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          Damit reagierte der BVB-Chef auf Spekulationen, wonach der Titelaspirant noch einen großen, kopfballstarken Mittelstürmer sucht. „Wenn es nach Größe geht, hätten Uwe Seeler und Gerd Müller auch nie den Ansprüchen genügt. Paco ist dieses Jahr deutlich straffer, weil er die gesamte Vorbereitung mitmachen kann. Deswegen muss niemand so tun, als ob wir keine Stürmer hätten“, kommentierte Watzke. Alcacer hatte in den Vereinigten Staaten sowohl beim 3:1 im Test gegen die Seattle Sounders als auch beim 3:2 gegen den FC Liverpool ein Tor erzielt. Anders als in den vergangenen Jahren hat Watzke die Meisterschaft als Ziel ausgegeben. „Dieses Jahr haben wir das Gefühl, dass es der richtige Moment ist, um unsere Ziele so zu formulieren, wie wir sie formuliert haben“, sagte er.

          Nach Transferausgaben von fast 129 Millionen Euro hofft auch Mario Götze, dass sich die Investitionen für Dortmund in der kommenden Saison der Bundesliga auszahlen. „Am Ende zählt aber trotzdem nur das, was nach dem 34. Spieltag rauskommt“, sagte der Mittelfeldspieler der „Bild“. Viele Neuzugänge würden nicht zwangsläufig auch Erfolg bedeuten: „Geld alleine ist allerdings keine Garantie dafür, dass das mit dem Titel klappt.“

          Im Gegensatz zum FC Bayern hat der Vizemeister auf dem Transfermarkt ordentlich eingekauft und unter anderen Innenverteidiger Mats Hummels von den Bayern zurückgeholt. „Wenn man Ambitionen und große Ziele hat, muss man Qualität einkaufen, um noch besser zu werden“, sagte Götze, der zusammen mit Hummels 2014 Weltmeister wurde und die deutsche Meisterschaft sowie den DFB-Pokal gewann. „Er bringt die Erfahrung und die Qualität mit, die wir brauchen.“

          Der bisherigen Zurückhaltung der Münchner bei den Neuverpflichtungen misst Götze nicht so viel Bedeutung bei. „Man darf bei der Diskussion auch nicht vergessen, dass sie auch ohne Unmengen an Neuzugängen einen Top-Kader besitzen, mit dem sie vergangene Saison zwei Titel geholt haben“, sagte Götze, dessen Vertrag bei den Borussen nach der kommenden Saison ausläuft.

          Laut Götze gab es schon Gespräche mit dem BVB. „Aber ich habe noch ein Jahr Vertrag und bin auch hier in jeglicher Hinsicht total entspannt“, sagte er vor seiner zehnten Bundesliga-Saison. Auch einen Wechsel ins Ausland schließt er nicht komplett aus: „Als Fußballer hast du das Privileg, in nahezu jedem Land der Welt arbeiten zu können.“

          Die Borussia ist unterdessen für Nationalspieler Julian Draxler in der kommenden Saison der Favorit auf den deutschen Meistertitel. „Die Mannschaft, die Dortmund zur Verfügung hat, ist natürlich schon stark. Meiner Einschätzung nach hat sie das Potential Meister zu werden“, sagte der 25-Jährige vom französischen Meister Paris Saint-Germain nach dem 1:1 im Testspiel beim 1. FC Nürnberg. Gönnen würde der Mittelfeldspieler den Borussen den Titel aber nicht unbedingt. „Als ehemaliger Schalker hoffe ich natürlich, dass es irgendjemand verhindert“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Draxler spielte von 2011 bis 2015 beim BVB-Erzrivalen FC Schalke 04.

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