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Bayern München : Was Kovac jetzt von Müller, Hummels und Boateng erwartet

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„Ich weiß, dass meine Spieler von der Entscheidung Jogi Löws überrascht waren“: Bayern-Trainer Niko Kovac Bild: Reuters

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge beschwert sich nochmal über die Ausbootung von Hummels, Müller und Boateng. Zudem setzt er Joachim Löw unter Druck. Nun äußert sich auch Bayern-Trainer Niko Kovac.

          Bayern Münchens Trainer Niko Kovac geht nicht davon aus, dass seine Fußballprofis Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng in ein Leistungsloch fallen, nachdem Bundestrainer Joachim Löw sie aus der Nationalmannschaft ausgebootet hat. „Ich erwarte sogar, dass sie uns allen in den kommenden Wochen eine Trotzreaktion zeigen und beweisen, dass sie immer noch zu den Besten gehören“, sagte der 47-Jährige dem Magazin „Kicker“ (Donnerstag-Ausgabe). Am Dienstag hatte Löw den drei Weltmeistern von 2014 mitgeteilt, dass er nicht mehr mit ihnen plane. Kovac sagte: „Ich weiß, dass meine Spieler von der Entscheidung Jogi Löws überrascht waren.“

          Am Donnerstag legte Kovac bei einer Pressekonferenz nach: „Gerade auch wegen der Endgültigkeit, mit 29 oder 30 Jahren schon als altes Eisen bezeichnet zu werden. Das ist, glaube ich, nicht richtig.“ Löw habe versucht, ihn am Dienstagmorgen telefonisch vorab zu informieren. „Er hat mich angerufen, gegen neun Uhr. Da saßen wir in einer Besprechung. Als ich zurückrief, war er schon im Flieger“, berichtete Kovac. „Mit ihm habe ich dann hier kurz gesprochen. Die Kommunikation war schon da, aber nicht über mehrere Tage. Ansonsten, sagte der Kroate, sei „der Bundestrainer natürlich für die sportlichen Belange zuständig. Das möchte ich nicht weiter kommentieren.“

          Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge machte auch in einem weiteren Interview kein Geheimnis daraus, dass er von der Entscheidung von Löw nicht gerade begeistert ist. „Löw hat sich dazu entschlossen, das gilt es, zu akzeptieren, zu respektieren, auch wenn es einem nicht gefällt“, sagte der ehemalige Nationalmannschaftskapitän der Münchner AZ. Gleichzeitig warnte Rummenigge den Weltmeister-Coach von 2014 vor den möglichen Konsequenzen seiner radikalen Maßnahme.

          „Er hat damit natürlich auch eine große persönliche Verantwortung übernommen“, betonte der 63-Jährige, „denn von Fußball-Deutschland wird jetzt erwartet, dass die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020, die ja auch in München stattfindet, gelingt.“ Außerdem werde erwartet, „dass die deutsche Mannschaft wieder den attraktiven Fußball zeigt, den man in den vergangenen zehn Jahren genießen durfte“, äußerte der Bayern-Boss.

          Der Besuch der Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag in München kam für die Bayern unangekündigt. Rummenigge: „Wir hatten keine Kenntnis davon und waren wie alle sehr überrascht.“ Er wolle das sportlich „gar nicht bewerten, das fällt exklusiv in den Verantwortungsbereich des Bundestrainers. Aber ich bedauere das natürlich für unsere Spieler“, so Rummenigge.

          Er glaube, dass „unsere drei Spieler nicht gerade das sind, was ich als altes Eisen bezeichnen würde“. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe wurde vom Bayern-Chef moniert: „Das letzte Länderspiel war im November. Jetzt sind wir im März. Ab Samstag haben wir eine sehr wichtige, wegweisende Woche vor uns mit dem Spiel gegen Wolfsburg, dann gegen Liverpool und Mainz am Sonntag. Da geht es um wahnsinnig viel.“ Er sei sicher, „Thomas, Mats und Jerome werden sich von dieser Entscheidung nicht irritieren lassen. Ich denke vielmehr, dass es eine Woche wird, in der unsere drei Spieler zeigen werden, welche Qualität in ihnen steckt“, so Rummenigge.

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