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Bundesliga-Unterbrechung : Das steckt hinter der ungewöhnlichen Fußball-Pause

  • Aktualisiert am

Dortmunds Star Erling Haaland kann seine Verletzung in der kurzen Bundesliga-Pause kurieren. Bild: AP

Nach der Winterpause und nur drei Spieltagen gibt es schon wieder eine Unterbrechung der Bundesliga. Auch in den anderen großen Fußballligen wird am nächsten Wochenende nicht gespielt. Warum eigentlich?

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          Es ist die Winterpause nach der Winterpause. Gerade einmal drei Spieltage wurden im neuen Jahr bisher absolviert, da ruht der Ball in der Fußball-Bundesliga und in den anderen großen Ligen schon wieder. Warum eigentlich? In Europa stehen diese und kommende Woche keine Länderspiele an. In den anderen Kontinentalverbänden aber schon. WM-Qualifikationspartien, die in der Corona-Pandemie zuvor verschoben werden mussten, und die finale Phase des Afrika-Cups in Kamerun werden ausgetragen.

          Bundesliga

          Bei den Partien, die nun stattfinden, handelt es sich um Partien außerhalb von Europa, die ursprünglich für die Zeit zwischen 31. August und 8. September 2020 angesetzt waren. Sie wurden aufgrund der Pandemie seinerzeit abgesagt. Nur in Europa wurden Länderspiele ausgetragen. Daher ist in der kleinen Pause nun auch die deutsche Nationalmannschaft nicht im Einsatz.

          Gut 20 Bundesliga-Profis waren oder sind dabei im Einsatz. Der Rest nutzt die aktuelle Auszeit, um sich für die verbleibenden 14 Saison-Spieltage zu rüsten. Der VfB Stuttgart als einziger Klub der Liga sogar in einem Trainingslager in Spanien. Viele Vereine setzen darauf, angeschlagene Kicker wieder fit zu bekommen. Darauf, dass sie sich nicht mit privaten Reisen womöglich erhöhter Infektionsgefahr aussetzen. Und darauf, dass ihre Nationalspieler gesund zurückkommen. Es ist ein Hoffen und Bangen – in dieser ungewöhnlichen Ligapause.

          Besonders gelegen kommt sie den kriselnden Teams, etwa aus Stuttgart, Wolfsburg, Mönchengladbach und Berlin. Der seit fünf Spielen sieg- und torlose VfB, dem als Tabellenvorletzter der dritte Abstieg in sechs Jahren droht, flog trotz weltweit steigender Corona-Zahlen für eine knappe Woche nach Marbella.

          „Wir haben natürlich abgewogen, ob es Sinn ergibt oder nicht. Unsere Experten haben uns Grünes Licht gegeben, weil wir sozusagen in eine Bubble reinfliegen“, sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Laut des 44-Jährigen ist das Trainingscamp, in dem sich der Klub weitgehend allein bewegt, womöglich sogar sicherer als das heimische Umfeld. „Wir wissen 24 Stunden lang, wo unsere Spieler sind.“

          Auch die Wolfsburger, die keines ihrer vergangenen elf Pflichtspiele gewonnen und neun davon sogar verloren haben, erwägten eine vorübergehende Luftveränderung. Letztlich entschieden sich die auf Rang 15 abgestürzten Niedersachsen wegen der pandemischen Lage aber gegen eine Reise. Trainer Florian Kohfeldt glaubt fest daran, die Wende auch auf Wolfsburger Boden einläuten zu können. „Ich weiß, dass jeder sagt: Der erzählt immer, wir brauchen Zeit. Aber man hat gesehen, welche Schritte die Mannschaft macht“, so der Coach. „Jetzt haben wir wieder zwei Wochen Zeit, die nächsten Schritte zu gehen.“

          Darauf hoffen sie auch bei der Borussia aus Mönchengladbach, die nach ihren jüngsten zwei Heimniederlagen voll im Abstiegskampf angekommen ist. Oder bei der Hertha aus Berlin, die dort schon die ganze Saison drinsteckt. Coach Domenico Tedesco von RB Leipzig hat trotz der vier Siege in den bisherigen vier Pflichtspielen des Jahres gleich „so 20 Themen, die wir abarbeiten wollen. 16 davon haben wir mal angesprochen, konnten diese aber nur einmal trainieren.“ Sowohl im taktischen als auch im konditionellen Bereich will er weiterkommen.

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          Auch Spitzenreiter FC Bayern München, der zu Jahresbeginn erhebliche Corona-Sorgen hatte, oder Verfolger Borussia Dortmund kommt die Pause nicht unrecht. Dem BVB zum einen sicher, weil Torjäger Erling Haaland wegen muskulärer Probleme abermals auszufallen droht. Zum anderen, weil so die Comebacks von Emre Can und Giovanni Reyna vorangetrieben werden können. „Er ist schon viel stabiler geworden. Wir sind auf einem sehr guten Weg“ sagte Dortmunds Trainer Marco Rose neulich über das 19 Jahre alte Offensivjuwel Reyna, das wegen einer langwierigen Muskelverletzung seit August kein Spiel mehr bestritten hat.

          Nach der letzten Pause rund um Weihnachten und Silvester hatten sich die Corona-Fälle in der Liga gehäuft – wohl auch, weil viele Spieler quer durch die Welt gereist waren. Angewiesen, hier zu bleiben, wurden sie von ihren Klubs deshalb nun nicht, sehr wohl aber dafür sensibilisiert. „Wir werden kein Verbot aussprechen, dass die Spieler zu ihren Familien fliegen. Die Familienzeit ist extrem wichtig“, sagte Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche bei Sky. Vorsicht bleibt aber das oberste Gebot – auch in dieser ungewöhnlichen Pause.

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