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Bundesliga-Rückrunde : Nicht nur Reus macht den Dortmundern Sorgen

  • Aktualisiert am

Für Marco Reus verlief das Trainingslager des BVB nicht nach Plan. Bild: Reuters

Der Bundesliga-Spitzenreiter beendet ein Trainingslager unter perfekten Bedingungen. Doch nicht nur der Zustand des Kapitäns ist ein Rätsel. In den Testspielen wird auch eine Schwäche offenkundig.

          Shootingstar Jadon Sancho erwartet „viele Endspiele“, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einen „starken FC Bayern“. Herbstmeister Borussia Dortmund geht mit viel Respekt, aber auch großer Vorfreude in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Vor dem Ende des Trainingslagers in Marbella am Samstag fühlen sich alle Beteiligten für den Angriff auf den Meistertitel gerüstet. „Die Ausgangssituation ist nicht so verkehrt“, sagte Mario Götze mit Verweis auf den Sechs-Punkte-Vorsprung des Herbstmeisters, „aber wir wissen, dass wir vor einer großen Herausforderung stehen. Für uns wird es keine Partie mehr geben, die nicht wichtig ist.“

          Bundesliga

          Unter perfekten Bedingungen mit viel Sonne, frühlingshaften Temperaturen und tadellosen Trainingsplätzen bereitete Trainer Lucien Favre sein Team gut eine Woche lang in zwei täglichen Einheiten auf den Rückrundenstart mit zwei schweren Auswärtsaufgaben in Leipzig (19. Januar) und Frankfurt (2. Februar) an den ersten drei Spieltagen vor. Trainingsgast Marcus Sorg war beeindruckt. „Ich habe viel Tempo, viel Qualität und viel Disziplin gesehen. Die Chance für den BVB, Meister zu werden, ist so hoch wie lange nicht“, sagte der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw den „Ruhr Nachrichten“.

          Doch bei allen positiven Eindrücken verlief in Spanien nicht alles nach Plan. Diverse Profis wie Paco Alcácer, Thomas Delaney oder Roman Bürki stiegen erst nach einigen Tagen ins Teamtraining ein.Größte Sorgenkinder sind Marco Reus und Manuel Akanji. Reus war aufgrund anhaltender Magenprobleme nur in den ersten zwei Tagen dabei, musste danach aber pausieren. Eine Blutuntersuchung soll Aufschluss über die Krankheitsursache bringen. Zur Erleichterung von Favre konnte der Kapitän einen Tag vor dem Rückflug zumindest wieder leicht trainieren. „Es geht ihm wieder gut. Sein Einsatz beim Rückrundenstart ist nicht gefährdet“, sagte Michael Zorc. Noch immer ungeklärt ist, wie lange Abwehrchef Manuel Akanji ausfällt. Raten die Mediziner zu einer Operation an der Hüfte, droht dem Schweizer eine lange Pause.

          In diesem Fall will der BVB nachbessern. Der eigentlich erst für den Sommer geplante Wechsel des 19 Jahre alte Argentiniers Leonardo Balerdi (Boca Juniors) wird wohl vorgezogen. Laut „Bild“ und „Kicker“ soll das Abwehrtalent schon in der kommenden Woche in Dortmund eintreffen und rund 14 Millionen Euro kosten. Das wollte Zorc am Freitag jedoch nicht bestätigen: „Es gibt nichts zu vermelden.“

          In den drei Testspielen in Spanien gegen Fortuna Düsseldorf (3:2), Willem II Tilburg (3:2) und Feyenoord Rotterdam (2:1) offenbarte der BVB erneut Mängel im Spiel gegen tief stehende Mannschaften. Nicht zuletzt deshalb legte Favre in den Trainingseinheiten großen Wert auf schnelles Passspiel und viel Laufbereitschaft. „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir noch nichts erreicht haben. Mit einer guten Saisonhälfte hast du noch lange nichts gewonnen“, kommentierte Torhüter Bürki. Nach dem letzten Test gegen Rotterdam zog Coach Favre ein positives Fazit: „Es war ein gutes Trainingslager. Zum Glück gab es keine neuen Verletzten, davon hatten wir schon genug.“

          Trotz des komfortablen Vorsprungs sieht Vereinschef Watzke nicht den BVB, sondern die Münchner als Favorit: „Da lasse ich mir nichts anderes einreden. Ich erwarte in der Rückrunde einen sehr starken FC Bayern.“ Nach seiner Einschätzung ist die famose Hinrunde für die Borussia „Segen und Fluch zugleich“: „Das führt dazu, dass die Erwartungshaltung sehr groß ist. Und dazu, dass wir jetzt sehen müssen, dass wir diese Erwartungshaltung in dieser Struktur, die ja noch jung und fragil ist, auch erfüllen können. Da sind wir ein bisschen die Getriebenen unseres schnellen Erfolgs.“

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