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Kampfansage von Mario Götze : „Es wird sehr, sehr geil“

  • Aktualisiert am

Hat ein großes Ziel mit dem BVB: Mario Götze Bild: dpa

Beim FC Bayern hatte Mario Götze so seine Probleme. Umso größer ist nun die Vorfreude beim BVB-Profi auf das Bundesliga-Spitzenspiel. Die Rückkehr in die Münchener Arena ist jedoch mit einer bitteren Erinnerung verknüpft.

          München ist für Mario Götze eigentlich kein Ort des Scheiterns. „Kaputt gegangen bin ich dort nicht wirklich“, sagt der Profi von Borussia Dortmund im Rückblick auf eine schwierige Zeit, dazu platziert er einen Hinweis auf seine beachtliche Bayern-Titelsammlung. „Das letzte Mal“, gibt er allerdings zu, das war doch eher „nicht so gut. Das dürfte einigermaßen untertrieben sein. München nämlich ist zumindest der Ort einer sehr, sehr bitteren Niederlage. Die musste der Weltmeister von 2014 einstecken, als er am 31. März 2018 erstmals seit seiner Rückkehr zum BVB dort vorbeischaute: ein demütigendes 0:6.

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          Zeiten ändern sich. Die Borussia hängt diesmal nicht meilenweit zurück, sondern sie ist dem FC Bayern vor dem Bundesliga-Gipfel in der Tabelle zwei Punkte voraus. Und bei Mario Götze hat sich das einst mulmige Gefühl beim Betreten der Arena in München in pure Vorfreude gewandelt: „Es wird sehr, sehr geil“, kündigt er an.

          Sein Satz ist der Ausdruck einer parallelen Entwicklung. In dem Maße, in dem der BVB sich wieder zum (mindestens) gleichwertigen Bayern-Rivalen erhoben hat, hat Götze die Leichtigkeit und die Lust am Fußball wiederentdeckt. Er spielt nun keineswegs auf Sensationsniveau wie beizeiten sein Kollege Marco Reus, aber stabil auf durchaus gehobenem Bundesliga-Level – das ist angesichts der Vorgeschichte einiges wert.

          Zum Saisonstart hatte es ausgesehen, als würde die zweite Beziehung Götze und BVB keine selige mehr werden. Nach sechs Ligaspielen standen in seiner Statistik null Einsatzminuten. Dass er heute sagt, er „spüre das Vertrauen“ des Trainers Lucien Favre, daran war nicht zu denken. „Egal, ob bei Bayern München oder einem anderen großen Klub, wenn man sich dort als Spieler nicht komplett durchgesetzt hat, kratzt das an dem eigenen Selbstbewusstsein und am Gesamtbefinden. Wir haben gehofft, das relativ schnell zu lösen, aber dann kam seine Erkrankung dazu. Das hat ihn sehr stark zurückgeworfen“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Eurosport-Interview.

          Das sportliche Leben des Mario Götze verläuft in Schwankungen. „Normalität kannte ich das letzte Mal, als ich 16 Jahre alt war“, sagt er. Momentan erlebt er nach rasantem Aufstieg und tiefem Sturz eine erstaunlich ruhige Phase. Er spielt Fußball. Einfach so und regelmäßig, ohne Dramen und große Diskussionen. „Die gewisse Leichtigkeit ist wieder da“, hat Watzke festgestellt.

          Zuletzt spielte Götze im offensiven Mittelfeld entweder statt oder neben Reus. Fällt am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) tatsächlich Paco Alcacer wegen einer Armverletzung aus, würde er nach vorne in die Spitze rücken, wo er in dieser Saison schon öfters zum Einsatz kam. Götze ragt nicht heraus, er ist aber wieder eine wichtige Stütze.

          Der BVB honoriert das. Götze hat sich nachdrücklich für eine Vertragsverlängerung über 2020 hinaus empfohlen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir ihn gerne halten wollen“, sagt Watzke, und verrät: „Das weiß Mario – genauso, wie wir wissen, dass er sich eine Zukunft beim BVB vorstellen kann.“

          Dort fühlt sich Götze augenscheinlich weit wohler als während seiner drei Jahre beim FC Bayern, über die er mit Abstand als „fußballerisch und persönlich sehr wertvolle Zeit“ spricht. Er verschweigt aber auch nicht, dass ihm die überbordenden Erwartungen damals arg zusetzten. Insgesamt war es eher nicht so gut – wie jenes 0:6. Am Samstag soll es besser werden.

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