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Neuer Trainer, neues Glück : Warum Mwene für den Mainzer Aufschwung steht

  • -Aktualisiert am

Gemeinsam auf dem Vormarsch: Philipp Mwene und der FSV Mainz 05 Bild: Imago

Phillipp Mwene zählt zu den Profis, die den Formanstieg des FSV verkörpern. Dabei war der Klub schon auf der Suche nach einem neuen Linksverteidiger. Gegen Augsburg will er den Trend fortsetzen.

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          Im Januar, als Phillipp Mwene gerade dabei war, sich beim FSV Mainz 05 als linker Verteidiger zu etablieren, suchte sein Verein verstärkt nach einem neuen Mann – für exakt diese Position. Nach einer Nummer eins für diese Position, nachdem der chronisch formschwache Aarón verliehen worden und Daniel Brosinski verletzt war.

          „Ich war in der Zeit zunächst mal froh, dass ich spielen konnte“, sagt Mwene auf die Frage, ob es ihn genervt habe, stets damit rechnen zu müssen, von einem Neuzugang wieder aus der Stammelf gedrückt zu werden. „Natürlich habe ich das mitbekommen und mir meine Gedanken gemacht, aber man darf so etwas nicht zu nahe an sich ranlassen. Im Endeffekt werde ich spielen, wenn ich meine Leistung bringe. Deswegen hat mich das eher motiviert als runtergezogen.“

          Bundesliga

          Inzwischen stehen für den Österreicher in dieser Saison neun Einsätze zu Buche, nur einer weniger als in den beiden vorherigen Spielzeiten zusammen, und es ist kein Zufall, dass acht davon aus diesem Kalenderjahr datieren. „Die Zeit davor war für mich nicht die einfachste“, sagt er mit Blick auf langwierige Verletzungen; alleine eine entzündete Patellarsehne hatte ihn ein ganzes Jahr gekostet. Und danach war es schwierig, Tritt zu fassen und etablierten Kollegen den Platz streitig zu machen. Im Januar aber übernahm Bo Svensson das Traineramt. „Vielleicht hat es einfach jemanden gebraucht, der trotz allem Vertrauen in mich hat und damit meinem Selbstvertrauen einen Boost gibt“, sagt Mwene: „Davon profitiere ich bestimmt auch.“

          Und die 05er profitieren von dem 27-Jährigen. Über dessen Entwicklung in den vergangenen zwei Monaten lasse sich nicht viel sagen, stellt Svensson fest, und das ist ein Kompliment. Denn: „Er hat das vom ersten Spiel an durchgehend gut gemacht, er ist sehr stabil.“ Mwene tue der Gruppe wegen seines Charakters gut, und auf dem Platz bringe der lauf- und kampfstarke Akteur die Tugenden ein, die das Mainzer Spiel brauche. „Ich habe von ihm noch kein schlechtes Spiel gesehen.“ Selbstverständlich ist das nicht für einen Rechtsfuß auf der linken Bahn. „Aber er kriegt das nicht nur gut verteidigt, sondern setzt auch noch Impulse nach vorne.“

          Sonderschichten bei Mwene

          Für den Spieler selbst ging es auf dieser Position, die er in der Jugend und der U 23 des VfB Stuttgart schon mal innehatte, zunächst darum, den Rhythmus zu finden. „In der Defensive ist es vom Stellungsspiel und den Zweikämpfen her nicht der Riesenunterschied“, sagt Mwene, der im Sommer 2018 vom Zweitligaabsteiger 1. FC Kaiserslautern an den Bruchweg gekommen war. „Aber die ersten ein, zwei Spiele waren mit Ball noch ein bisschen wacklig.“ Ballan- und -mitnahme sind nun mal mit dem stärkeren rechten Fuß einfacher.

          Doch dieses Problem hat er abgestellt und die Vorteile der falschen Seite entdeckt: „Ich habe die Möglichkeit, nach innen zu ziehen und die Flanken mit rechts zu schlagen. Dadurch kann ich in der Offensive noch unberechenbarer sein.“ Nichtsdestotrotz legt er regelmäßig Sonderschichten ein, um seinen linken Fuß zu trainieren, schlägt Flanken auf die Stürmer (denen zusätzliche Torabschlussübungen ja auch nicht schaden): „Die Wiederholungen sind gut, um die Sicherheit zurückzubekommen.“

          Mwene und die 05er haben im Verlauf der Rückrunde schon zahlreiche Punkte geholt, die ihnen kaum jemand zugetraut hätte. Siege gegen RB Leipzig, Union Berlin und zuletzt in Gladbach, dazu ein Unentschieden in Leverkusen übertreffen bereits die freilich karge Ausbeute der ersten Halbserie. Und jetzt treffen die weiterhin auf dem vorletzten Rang stehenden, aber nur noch einen Punkt hinter Arminia Bielefeld und Hertha BSC zurückhängenden Rheinhessen auf Gegner aus den eigenen Tabellengefilden: Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) empfangen sie den FC Augsburg, nächsten Freitag gastieren sie beim FC Schalke.

          „Das sind zwei wirklich extrem wichtig Spiele“, sagte der linke Verteidiger, „da können und wollen wir nachlegen.“ Ein Punkte-Ziel hätten Trainer und Mannschaft zwar nicht ausgegeben – „aber jeder von uns kann die Tabelle lesen. Wenn wir mit derselben Einstellung da reingehen wie in die letzten Spiele, bin ich mir sicher, dass wir unsere Ausgangslage verbessern werden“.

          Bo Svensson spricht ausdrücklich nicht davon, dass ein Sieg gegen den FCA Pflicht sei. Der Däne rückt die Leistung seiner Mannschaft in den Vordergrund. Mit der war er am vorigen Samstag ungeachtet des 2:1-Erfolgs in Mönchengladbach nicht zufrieden. Und er warnt: „Das wird nicht immer klappen. Nicht gut zu spielen erhöht nicht die Wahrscheinlichkeit.“

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