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Tirol statt Yokohama : Warum der Mainzer Burkardt auf Olympia verzichtete

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Bild: EPA

Nach dem Gewinn der U-21-EM hätte Jonathan Burkardt bei den Olympischen Spielen sein zweites Fußballturnier in diesem Sommer bestreiten können. Doch der Angreifer von Mainz 05 entschied sich anders.

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          Jonathan Burkardt könnte dieser Tage in Yokohama sein und mit der deutschen Olympiaauswahl Fußball spielen. Doch der Stürmer des FSV Mainz 05 hat sich dagegen entschieden; er gibt dem Trainingslager seines Klubs im österreichischen Bad Häring den Vorzug. Nicht, weil er sich nichts aus den Olympischen Spielen machte, sondern weil er auf seinen Körper hört.

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          Nach dem Gewinn der U-21-EM im Juni hätte er in Japan sein zweites Turnier in diesem Sommer bestritten, wäre aus dem verkürzten Urlaub gleich wieder in einen Wettbewerb eingestiegen. Zu heftig, befand Burkardt, zumal ihn gegen Ende der vorigen Saison muskuläre Probleme plagten.

          Dank des Laufprogramms, das ihm die Athletiktrainer erstellten, habe er einen vernünftigen Aufbau betreiben und schrittweise in ein härteres Training einsteigen können, sagt der 21-Jährige. Inzwischen sei er wieder voll belastbar, von den Einheiten in Tirol hat er bislang keine Minute versäumt. „Ich glaube, ich bin körperlich gut aufgestellt für eine Bundesligasaison.“

          Seine vierte ist es, was ihn selbst ein wenig zu erstaunen scheint. Tatsächlich zog der damalige Trainer Sandro Schwarz den gebürtigen Darmstädter bereits in dessen letztem A-Jugend-Jahr nach oben. Burkardt verhehlt nicht, dass ihm die ersten beiden Spielzeiten im Männerfußball nicht immer leichtgefallen seien. Vier Einsätze in der ersten Saison, zwölf in der zweiten – „da wünscht man sich oft, dass man häufiger spielt“. In diesen Situationen sei er zum Teil unzufrieden und ungeduldig gewesen, „aber ich glaube, das ist etwas ganz Normales. Eine gewisse Ungeduld braucht man, um dranzubleiben.“

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          Und Burkardt blieb dran. Seine Unzufriedenheit schlug nicht in Resignation um, sondern ging mit dem Willen einher, weiter an sich zu arbeiten. Der Lohn waren 29 Bundesligaeinsätze in der zurückliegenden Runde, häufiger stand von den Offensivkollegen lediglich Karim Onisiwo auf dem Platz.

          Seinen ursprünglich bis Sommer 2022 laufenden Vertrag hat Jonathan Burkardt Anfang Juni um zwei Jahre verlängert. Mit Trainer Bo Svensson, unter dem er bereits in der Jugend gespielt hatte, sei er sich einig gewesen, auch den nächsten Schritt bei den 05ern zu machen. Zwei Punkte, in denen Burkardt sich verbessern muss, um seine Schnelligkeit und seine Tiefenläufe noch effektiver einzusetzen, sind die Torquote – vorige Saison traf er zweimal, jeweils gegen den FC Bayern – und der erste Kontakt. Nicht ganz saubere Ballannahmen brachten ihn das eine oder andere Mal um gute Abschlusschancen.

          Ádám Szalai, Onisiwo und Burkardt sind derzeit die einzigen Angreifer im Mainzer Kader. Der Youngster hielte es „grundsätzlich für sinnvoll, mit einem vierten Mann in die Saison zu gehen, weil unser Spiel für die Stürmer sehr anstrengend ist, da wir viel arbeiten müssen. Aber ich mache mir keinen Kopf darüber, beeinflussen kann ich es ohnehin nicht.“

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