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Der Fluch der 26 : Warum Hoffenheim Tabellenführer sein könnte

Wieder mal eine Chance vergeben: Hoffenheim und Adam Szalai hadern mit dem Schicksal. Bild: dpa

Die TSG Hoffenheim hat Führungen hergeschenkt und Punkte liegen gelassen wie kein anderes Team der Fußball-Bundesliga. Im rechnerischen Optimalfall wäre sie auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft.

          Vor der Saison zog Julian Nagelsmann viel Gespött auf sich. Von Hochmut vor dem Fall war die Rede und Überheblichkeit. Dabei hatte der Trainer des TSG Hoffenheim eine Selbstverständlichkeit im Sport ausgesprochen: Er wollte gewinnen und setzte sich und seinem Team deshalb als Ziel die deutsche Meisterschaft. „Dass das nicht einfach ist, weiß ich auch. Aber ich strebe immer nach dem Maximalen. Und das Maximale ist der Meistertitel! Ich glaube grundsätzlich, dass jeder der 18 Mannschaften gerne Meister werden will, wenn sie die Chance haben“, hatte Nagelsmann vor dem Start der Spielzeit gesagt.

          32 Spieltage später steht die TSG Hoffenheim auf Rang sieben. Da wäre es ein Leichtes, Nagelsmann mit seinen Aussagen zu konfrontieren oder gar zu verhöhnen. Aber tatsächlich war das Team des noch immer jüngsten Bundesligatrainers gar nicht so weiter entfernt vom hehren Ziel, wie es bei derzeit 23 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München scheinen mag. Denn nach einer selbstredend etwas sehr einfachen Rechnung haben die Hoffenheimer sage und schreibe 26 Punkte verschenkt auf ihrem Weg durch die Saison. Beim 2:2 in Mönchengladbach verspielten die Kraichgauer am 31. Spieltag zum zwölften Mal eine Führung - und verloren dadurch insgesamt 26 Punkte wie dpa nachgezählt hat.

          Die Zahl 26 muss Julian Nagelsmann und allen anderen bei 1899 Hoffenheim ohnehin vorkommen wie ein böser Fluch. Am Niederrhein trafen sie durch Stefan Posch (35.) und Nationalspieler Nico Schulz (78.) die Latte - und damit schon 26 Mal in dieser Spielzeit Aluminium. Und sie hatten nach offizieller DFL-Statistik am Samstag 26:10 Torschüsse, die nicht zum Sieg reichten.

          Nagelsmann sieht es als Qualitätsunterschied

          Der starke Spielgestalter Kerem Demirbay konnte angesichts der Vielzahl an verschenkten Punkten auch nur den Kopf schütteln. „Diese Statistik ist erschreckend. Wirklich“, sagte er im ZDF und verstummte dabei fast. Nagelsmann ertrug das Déjà-vu in seinem drittletzten Spiel als Hoffenheim-Trainer mit Ironie. „Wenn wir die Qualität hätten, all diese Spiele über die Zeit zu bringen, dann könnten Bayern und Dortmund machen, was sie wollen“, sagte er: „Dann würden wir Meister werden. Leider haben wir diese Qualität nicht. Deshalb stehen sie da oben. Und wir stehen da, wo wir stehen.“

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